{"id":8357,"date":"2021-01-06T00:00:52","date_gmt":"2021-01-05T23:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=8357"},"modified":"2020-11-04T16:47:52","modified_gmt":"2020-11-04T15:47:52","slug":"wenn-im-dunkeln-die-hoffnung-lebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=8357","title":{"rendered":"Wenn im Dunkeln die Hoffnung lebt!"},"content":{"rendered":"<div class=\"page\" title=\"Page 39\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8359\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/feuer-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/feuer-600x400.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/feuer-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/feuer.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>[06.01.2021]<\/p>\n<p>\u201eJusef! Pack alles zusammen, wir mu\u0308ssen gehen!\u201c Vo\u0308llig verschlafen blickte der kleine Junge auf. \u201ePapa, was ist denn los? Wieso soll ich mitten in der Nacht aufstehen?\u201c, fragte er und rieb sich die Augen. \u201eSchnell!!\u201c, schrie Papa, \u201eDas Lager brennt!\u201c Jusef o\u0308ffnete seine Augen und blickte durch die Zelto\u0308ffnung und wirklich, das Lager erschien im hellen, orangen Schein. \u201eAber Papa, was soll ich denn alles zusammen packen? Wir haben doch nicht viel!\u201c, fragte Jusef a\u0308ngstlich, \u201ewir haben doch nichts!\u201c Papa murmelte was vor sich hin und sagte schlie\u00dflich: \u201eNimm deine Klamotten, die Papiere hab ich schon und vielleicht die Bu\u0308cher und das Spielzeug, das dir Stavros geschenkt hat.\u201c Jusef folgte seinem Vater und packte alles, was ihm lieb und teuer war, zusammen.<\/p>\n<p>Am na\u0308chsten Tag sah man das Ausma\u00df, das ganze Lager von Moria war abgebrannt! Die Familie hatte Glu\u0308ck, dass der Vater so einen leichten Schlaf und gleich bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmt! Aber was jetzt? Wohin sollten sie gehen, was wu\u0308rde mit ihnen geschehen? U\u0308berall wo sie hinkamen, weinten die Menschen, schrien vor Verzweiflung und keiner wusste, was jetzt passieren wird&#8230; Fast wie zu Hause in Syrien. Dort war es aber dennoch viel schlimmer. Bomben und Granaten fielen vom Himmel. Man ho\u0308rte Schu\u0308sse an jeder Hausecke und es war bestimmt Glu\u0308ck oder Gottes Wille, dass sie von dort fliehen konnten ohne gro\u00dfe Verletzungen. Jusef seufzte, was soll denn nun aus ihnen werden? \u201ePapa, ich hab solche Angst! Fast wie zu Hause, was machen wir jetzt nur?\u201c. Papa beruhigte seinen Sohn und sagte zu ihm: \u201eEs gibt immer einen Weg, nur Geduld \u2013 die Hoffnung stirbt zuletzt \u2013 sagt man. Kopf hoch mein Sohn, Gott wei\u00df, was er tut und er wird uns auch diesmal beschu\u0308tzen! Wir schaffen das gemeinsam, keine Sorge.\u201c<\/p>\n<p>Doch das Gesicht des Vaters sprach Ba\u0308nde! Er sah mu\u0308de aus, etwas verzweifelt und man sah, wie eine kleine Tra\u0308ne u\u0308ber sein Gesicht rann. \u201ePapa, wei\u00dft du was? Ich liebe dich und bin froh, dass du mein Papa bist. Also wenn du traurig und trostlos bist, ist das O.K.! Auch du darfst traurig sein. Ich verstehe das, mir geht es doch nicht anders!\u201c, sagte Jusef und sah seinem Vater tief in die Augen. Eine Minute spa\u0308ter lagen sie sich in den Armen und weinten miteinander. Nach einiger Zeit putzten sich beide ihre Nasen und atmeten tief durch. \u201eWei\u00dft du was, Jusef, das erinnert mich an eine Geschichte, die meine Mutter einst erza\u0308hlt hat.\u201c \u201eWelche Geschichte Papa?\u201c, fragte Jusef neugierig. \u201eIch erza\u0308hl sie dir. Pass auf: Es war einmal ein alter Mann, mit einem langen, wei\u00dfen Bart der einen Weg entlang ging, bis er auf ein kleines Ma\u0308dchen stie\u00df, das am Stra\u00dfenrand kauerte und fu\u0308rchterlich weinte. Er ging zu ihr und fragte, was denn los sei. Das Ma\u0308dchen hob den Kopf und sah ihn lange an.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 40\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-8360\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-600x450.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-678x509.jpg 678w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-326x245.jpg 326w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager-80x60.jpg 80w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/lager.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Dann sagte sie: \u201aIch bin einfach nur so traurig. Ich hab alles verloren. Meine Heimat, meine Eltern, meine Geschwister. Ich bin als einzige u\u0308brig geblieben. Also hab ich mich auf den Weg gemacht, um neues Glu\u0308ck zu finden. Aber ich fand nur andere traurige Menschen, die aber ihre Trauer unterdru\u0308ckten. Sie waren nur laut und schrien, haben auch um sich geschlagen, haben all ihre Traurigkeit in sich hinein gefressen und sind nur wu\u0308tend auf ALLES geworden. Sie haben nicht geweint und ihrer Trauer ihren Lauf gelassen, sie sind nur\u00a0bo\u0308se geworden. Das hat mich sehr traurig gemacht. Sie haben mich als Baby bezeichnet, weil ich geweint habe und wollten nichts mit mir zu tun haben! Viele von ihnen wurden dafu\u0308r krank; bekamen Bauchschmerzen, Tumore, Krebs,&#8230; und das nur, weil sie nicht weinen wollten und Gott nicht um Rat gefragt haben, sondern sich von ihm abgewendet haben! Aber genau dann, wenn man in einer verzweifelten Lage ist, ist es dann nicht gerade Gott, der bei uns ist, uns versteht und weiterhilft? Ich verstehe das nicht! Deswegen bin ich noch trauriger als zuvor!\u2018 Der Mann blickte sie mit einem La\u0308cheln an und setzte sich neben sie: \u201aWei\u00dft du was, Kleine\u2018, sagte er, \u201aIch bleibe jetzt bei dir! Ich werde fu\u0308r dich da sein und dich in deiner Trauer unterstu\u0308tzen! Ich halte dich an deiner Hand und wenn du erlaubst, werde ich fu\u0308r dich sorgen\u2018. \u201aDas Ma\u0308dchen blickte zu ihm auf und ein kleines verhaltenes La\u0308cheln huschte u\u0308ber ihre Lippen, \u201aDas wu\u0308rdest du fu\u0308r mich tun?\u2018 fragte Sie u\u0308berrascht. \u201aJa, das mach ich gerne! Du hast ja sonst niemanden und ich gehe schon so lange allein meinen Weg; ich wu\u0308rde mich\u00a0sehr u\u0308ber Gesellschaft freuen\u2018, sagte der alte Mann. \u201aAlso gut\u2018, sagte das kleine Ma\u0308dchen mit etwas Zuversicht in ihrer Stimme, ,dann gehe ich mit dir. Wie hei\u00dft du eigentlich, wenn ich das fragen darf?\u2018 \u201aIch? Ich bin die Hoffnung\u2018&#8230;\u201c Jusef sah seinen Vater an: \u201eAlso meinst du, alles wird wieder gut? Bist du dir\u00a0da sicher?\u201c \u201eJa mein Sohn, alles hat seinen Sinn, auch wenn wir ihn nicht gleich erkennen ko\u0308nnen. Gott hat mit jedem einzelnen von uns einen Plan, also auch fu\u0308r dich und fu\u0308r mich und fu\u0308r unsere ganze Familie, wirst schon sehen!\u201c<\/p>\n<p>Und ja, Gott hatte tatsa\u0308chlich mit den beiden und ihrer Familie einen Plan. Denn einen Monat spa\u0308ter kamen sie in Deutschland an. Sie wurden herzlich aufgenommen und schlie\u00dflich war es der Beginn eines neuen Lebens.<\/p>\n<p>Meine Lieben, vergesst niemals, dass auch Gott fu\u0308r euch einen Plan hat und auch wenn es noch so schlecht im Augenblick aussieht, vergesst nie die \u201eKraft der Hoffnung\u201c in euern Herzen! Auch zu Weihnachten gab es diese Hoffnung! Jesus wurde geboren und er gab uns die Hoffnung, dass Gott uns bei sich haben wollte! Jedes Silvester haben wir die Hoffnung, dass das na\u0308chste Jahr so bleibt, wie es grade ist oder sogar besser wird, warum machen wir uns sonst diese<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 41\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p>so genannten \u201eVorsa\u0308tze\u201c. Jeden Fru\u0308hling erwarten wir schon sehnsu\u0308chtig die Blumen und das wa\u0308rmere Wetter und dass die Sonne la\u0308nger scheint.<\/p>\n<p>In diesem Sinne, Euch alles Liebe fu\u0308r die na\u0308chste Zeit bis zum Ma\u0308rz!<\/p>\n<p><em>Eure Yvonne<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[06.01.2021] \u201eJusef! Pack alles zusammen, wir mu\u0308ssen gehen!\u201c Vo\u0308llig verschlafen blickte der kleine Junge auf. \u201ePapa, was ist denn los? 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