{"id":9026,"date":"2021-04-05T16:50:45","date_gmt":"2021-04-05T14:50:45","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=9026"},"modified":"2021-02-27T16:56:43","modified_gmt":"2021-02-27T15:56:43","slug":"die-zeit-der-schmetterlinge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=9026","title":{"rendered":"Die Zeit der Schmetterlinge"},"content":{"rendered":"<p>[05.04.2021]<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9028\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/butterflies-3631144_640-600x398.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/butterflies-3631144_640-600x398.jpg 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/butterflies-3631144_640.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>Auf der Unterseite einer kleinen Seidenpflanze waren sie, viele Stecknadel kopfgro\u00dfe Eier, die sich langsam zu bewegen begannen. Pl\u00f6tzlich begann sich in ihnen etwas zu r\u00fchren, bis schlie\u00dflich das erste Ei aufplatzte und die anderen bis zum letzten sich endlich \u00f6ffneten. Nun krochen sie heraus: lauter kleine, graue Raupen, die zum ersten Mal das Tageslicht erblickten. Sie sahen einander an und waren \u00e4ngstlich und etwas entsetzt dar\u00fcber, wie h\u00e4sslich sie doch waren. Da sie alle Larven waren, hatten sie schrecklichen Hunger und machten sich auf den Weg zu den saftigen Seidenpflanzenbl\u00e4ttern und fingen an zu fressen. Doch w\u00e4hrend sie das Gr\u00fcn der Pflanzen verschlagen, sahen sie \u00fcber sich riesige Schw\u00e4rme von wundersch\u00f6nen Schmetterlingen davonfliegen, und die Pracht all der flatternden orangebraunen Fl\u00fcgel \u00fcberw\u00e4ltigte sie. Ach, wie gerne wollten sie genau so aussehen und nicht so gr\u00e4sslich wie sie selbst!<\/p>\n<p>Eine Raupe, die noch trauriger aussah als die anderen, brach in Tr\u00e4nen aus. \u201eAch, wie h\u00e4sslich wir doch alle sind! Wieso kann ich nicht so aussehen wie diese wunderbaren Schmetterlinge! Wie herrlich und sch\u00f6n sie sind! Alle anderen Gesch\u00f6pfe der Erde m\u00fcssen sie beneiden\u201c, jammerte sie. \u201eSei nicht so streng mit dir\u201c, sagte eine Stimme \u201eWarum bist du nur so traurig? Du bist mit dem Leben gesegnet, das dir geschenkt wurde. Sei dankbar daf\u00fcr, und versuche, jeden Augenblick deines Daseins zu nutzen, um gl\u00fccklich zu sein und verschwende nicht deine Zeit damit, zu versuchen, etwas zu sein, das du nicht bist. \u201eWer bist du?\u201c fragte die Raupe \u201eSieh nach oben, ich bin der Mond\u201c, antwortete dieser.<\/p>\n<p>\u201eBesteht denn mein ganzes Leben nur darin zu fressen, um noch dicker zu werden? Der Mond l\u00e4chelte und sagte zu ihr: \u201cLass dich doch \u00fcberraschen und genie\u00dfe es doch, wer wei\u00df, ob das Leben nicht noch eine \u00dcberraschung f\u00fcr Dich hat? Du wirst sehen, dass du dein Leben in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen sollst, sei doch froh, es hat dich noch kein Vogel entdeckt. Die Sonne scheint und das Gras duftet herrlich, hab einfach ein wenig Geduld.\u201c<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Wochen fra\u00df die Raupe ohne Pause, bis sie zweitausendmal so viel wog wie zuvor. Sie wuchs so schnell, dass sie alle paar Tage ihre Haut erneuern musste. Doch h\u00fcbscher war sie nicht geworden. ,Der Mond kann leicht reden, wenn er sagt, ich soll jeden Moment meines unbedeutenden Lebens genie\u00dfen\u201c, dachte sie, ,Wie soll das gehen, wenn man so aussieht wie ich?\u201c<\/p>\n<p>Der Mond aber h\u00f6rte ihre Gedanken und sprach: \u201eLiebe Raupe, das wichtigste, das du besitzt, ist das Licht und die Liebe in dir und nicht, wie du von au\u00dfen wahrgenommen wirst.\u201c<\/p>\n<p>Die kleine Raupe konnte die Blumen, den warmen Wind, die Sonne und die wundersch\u00f6nen Farben des Fr\u00fchlings aber trotzdem nicht genie\u00dfen. Und lie\u00df ihren Kopf h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter wurde die Raupe unruhig, ihre Haut begann hart zu werden. Sie versp\u00fcrte den Drang, sich einen gesch\u00fctzten Platz \u00fcber dem Boden zu suchen, bevor sie sich nicht mehr bewegen konnte. Sie fand einen und drehte sich auf den R\u00fccken, streifte zum letzten Mal ihre Haut ab und fing an, sich mit einem Seidenfaden einzuspinnen und bekam eine harte Schale. Die Metamorphose hatte begonnen.<\/p>\n<p>Nach 2 Wochen hatte sich in der Puppe der kleinen Raupe einiges getan und schlie\u00dflich war das h\u00e4ssliche gefr\u00e4\u00dfige Tier bereit, als strahlender nektartrinkender Monarchfalter zu schl\u00fcpfen. Der Mond freute sich f\u00fcr die Raupe, aber er ermahnte sie auch: \u201eMeine liebe Freundin, nun wirst du endlich zu dem, wozu du immer schon bestimmt warst. Schade nur, dass du im ersten Teil deines Lebens nicht gelernt hast dich so zu lieben, wie du bist, das Leben zu feiern und zu genie\u00dfen. Jetzt wirst du zum wundervollen Schmetterling und du wirst erkennen, wie kostbar das Leben ist!\u201c<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen war es schlie\u00dflich so weit. Die Raupe erwachte und konnte es kaum glauben, was passiert war. Sie wartete, bis die Sonne ihre Fl\u00fcgel aufpumpte und sie hart wurden. Schlie\u00dflich f\u00fchlte sie sich stark genug, um loszufliegen.<\/p>\n<p>Nun war sie endlich gl\u00fccklich und dachte \u00fcber die letzten Worte des Mondes nach: .Eigentlich hatte er recht. Ich h\u00e4tte mich schon vorher selbst akzeptieren sollen und mich nicht immer mit den anderen vergleichen. Denn ich bin ich und ich war vorher schon sch\u00f6n!\u201c<\/p>\n<p>Tja, auch Gott hat mit dir etwas vor und auch wenn wir nicht perfekt sind und wir unseren Weg im Leben finden m\u00fcssen, findet er uns genauso, wie wir sind, perfekt und richtig, wir m\u00fcssen nur lernen es auch anzunehmen und mit etwas Geduld uns vom Leben \u00fcberraschen zu lassen \ud83d\ude09<\/p>\n<p><em>Yvonne Ennsmann<\/em><br \/>\n(Nach der gleichnamigen Geschichte von Sergio Bamberen im Buch \u201eDie Zeit der Sternschnuppen\u201c)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[05.04.2021] Auf der Unterseite einer kleinen Seidenpflanze waren sie, viele Stecknadel kopfgro\u00dfe Eier, die sich langsam zu bewegen begannen. 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