{"id":9879,"date":"2021-10-01T00:00:03","date_gmt":"2021-09-30T22:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=9879"},"modified":"2021-09-28T23:05:54","modified_gmt":"2021-09-28T21:05:54","slug":"krisen-als-chance-3-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/?p=9879","title":{"rendered":"Krisen als Chance (3\/3)"},"content":{"rendered":"<p>[01.10.2021]<\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 21\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<h3>Jede Krise birgt eine Chance<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9890 size-medium alignnone\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-600x405.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-600x405.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-1024x692.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote.png 1129w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><br \/>\nWer von uns ist nicht als Kind irgendwann einmal ordentlich hingefallen oder beim Klettern vom Baum gefallen und unsanft am Boden gelandet! Oder hat sich bei den ersten Radfahrversuchen blutige Knie geholt! Und was ist dann passiert? Wir sind in Tra\u0308nen ausgebrochen und haben um Hilfe geschrien, die meist unmittelbar in Form von Mama, Papa oder einer anderen uns vertrauten Person herbeigeeilt ist. Die Wunde wurde versorgt und was mich bis heute fasziniert: Tro\u0308stend in den Arm genommen waren die Tra\u0308nen im Nu versiegt und der Schmerz bald vergessen. Und umgehend wurde ausprobiert, was trotz Verletzung noch alles mo\u0308glich ist \u2013 z.B. gleich nach dem Eingipsen der Hand wieder mit dem Fahrrad weiterzufahren&#8230;<\/p>\n<p>Warum gelingt es Kindern in den meisten Fa\u0308llen besser und vor allem schneller als Erwachsenen, aus krisenhaften Situationen herauszukommen? Weil sie \u2013 in der Regel &#8211;<\/p>\n<ul>\n<li>sofort um Hilfe rufen<\/li>\n<li>darauf vertrauen, dass ihnen sofort jemand zur Hilfe eilt<\/li>\n<li>sie nicht lange in der krisenhaften Situation verweilen, sondern sich darauf fokussieren, rasch wieder ihre geliebte Ta\u0308tigkeit aufnehmen zu ko\u0308nnen<\/li>\n<li>weil sie Mittel und Wege finden, trotz Verletzung wieder ins Tunzu kommen \u2013 dabei sehen sie weniger die durch ihre Verletzung eingeschra\u0308nkte Bewegungsfa\u0308higkeit als die oft mit viel Kreativita\u0308t gefundenen Lo\u0308sungsmo\u0308glichkeiten.Den Prozess, in dem jemand auf Herausforderungen und Vera\u0308nderungen in seinem Leben mit ada\u0308quater Anpassung seines Verhaltens reagiert, nennt man Resilienz. Personen, die u\u0308ber Resilienz verfu\u0308gen, haben gelernt, nicht lange in Krisensituationen zu verharren, sondern Schritte in die Wege zu leiten, um aus ihrer misslichen Lage wieder herauszukommen. Wie aber wird man resilient und kann man diese Fa\u0308higkeit trainieren?<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass der Grundstein fu\u0308r die Resilienz eines Menschen im Kindheitsalter gelegt wird. Kinder, die in ihren ersten Lebensjahren dabei begleitet wurden, eigene kreative Wege zur Lo\u0308sung ihrer Probleme zu finden, tun sich spa\u0308ter im Leben bei der Bewa\u0308ltigung von Krisen wesentlich leichter. Es ko\u0308nnen aber auch Erwachsene ihre Resilienz noch verbessern, wenn sie es in Krisensituationen schaffen, ihre Denk- und Verhaltensmuster in folgenden wichtigen Punkten zu a\u0308ndern:<\/p>\n<ul>\n<li>Sie mu\u0308ssen darauf vertrauen, dass sie ihre Probleme lo\u0308sen ko\u0308nnen und dass die Krisensituationen, in denen sie stecken, keine unumga\u0308nglichen Schicksalsschla\u0308ge, sondern lo\u0308sbare Aufgaben sind.<\/li>\n<li>Sie mu\u0308ssen erkennen und akzeptieren, dass sie nicht fu\u0308r jedes Problem sofort eine Lo\u0308sung haben. Vielmehr mu\u0308ssen sie lernen, ihre Schwa\u0308chen zuzugeben und andere Menschen um Hilfe zu fragen.<\/li>\n<li>Sie mu\u0308ssen lernen, sich mehr auf die Lo\u0308sung als auf das Problem, das fu\u0308r ihre krisenhafte Situation verantwortlich ist, zu konzentrieren. Und sie mu\u0308ssen selber aktiv daran arbeiten, um aus der misslichen Lage wieder herauszukommen. Jede*r von uns hat schon Lebenskrisen bewa\u0308ltigt und wei\u00df, wie schwer es fa\u0308llt, sich selbst zu obigen Denk- und Verhaltensmustern zu motivieren, vor allem dann, wenn es einem gerade richtig schlecht geht. Am schwersten fa\u0308llt es den meisten Menschen, sich selber einzugestehen, dass es ohne die Hilfe anderer nicht mehr geht. \u201eIch mo\u0308chte ja niemandem zu Last fallen mit meinen Problemen&#8230;\u201c, \u201eich schaffe das schon irgendwie&#8230;\u201c \u2013 wie oft ho\u0308re ich das in meinen Beratungsgespra\u0308chen! Nur mit sehr viel Einfu\u0308hlungsvermo\u0308gen und Empathie gelingt es dann, diese Menschen davon zu u\u0308berzeugen, dass sie es \u201enicht allein schaffen mu\u0308ssen&#8220;, sondern sich auch Hilfe von unserer Pfarrgemeinde holen du\u0308rfen. Und so manche Klient*innen haben auch schon unser gut gemeintes Hilfsangebot abgelehnt&#8230; Jede Krise birgt eine neue Chance \u2013 eine Chance auf positive Vera\u0308nderung oder auf einen Neubeginn. Um diese Chance zu nutzen, mu\u0308ssen wir allerdings in unserem Denken und Handeln von Krisenbewa\u0308ltigung auf\u00a0Zukunftsorientierung umschalten. Das bedeutet im Zusammenhang bei- spielsweise mit der Corona-Krise: Nicht \u201ezuru\u0308ck zur alten Normalita\u0308t\u201c, sondern \u201eErhalt und Ausbau dessen, was zur guten Bewa\u0308ltigung dieser Krise beigetragen hat\u201c. Denke ich an diejenigen Menschen, mit denen ich in meiner Funktion als Diakoniebeauftragte in Kontakt trete, dann geht es beispielsweise um folgende neue Denkansa\u0308tze in der Beratung und Betreuung von in Not geratenen Menschen \u2013 und das nicht nur wa\u0308hrend mo\u0308glicher erneuter Ausgangs- und Kontaktbeschra\u0308nkungen, sollten im Herbst die Corona-Erkrankungszahlen wieder stark zunehmen, sondern nachhaltig und unabha\u0308ngig davon:<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 22\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<ul>\n<li>Wie ko\u0308nnen wir \u201edigitaler Armut\u201c entgegenwirken? Ko\u0308nnen wir unsere Beratungs- und Betreuungsangebote so ausbauen, dass wir ku\u0308nftig auch diejenigen Menschen digital erreichen, die weder u\u0308ber die notwendigen technischen Gera\u0308te noch u\u0308ber das notwendige technische Wissen verfu\u0308gen, um unsere Angebote auch in Anspruch zu nehmen, wenn ein perso\u0308nliches Treffen nicht (mehr) mo\u0308glich ist? Welche neuen Wege werden wir als Pfarrgemeinde in diesem Punkt beschreiten?<\/li>\n<li>Wie ko\u0308nnen wir verhindern, dass sich die mentale und physische Verfassung von Menschen im Alter durch Einsamkeit oder von Kindern und Schu\u0308ler*innen im Homeoffice durch fehlende Sozial- kontakte verschlechtert? Welche alternativen Kontaktaufnahmen, die wir in den letzten Monaten entwickelt haben, wollen wir beibehalten bzw. ausbauen?<\/li>\n<li>Und welche Ma\u00dfnahmen ko\u0308nnen wir entwickeln, um geflu\u0308chtete Menschen, die im mo\u0308glichen na\u0308chsten Corona-Lockdown ein weiteres Mal Retraumatisierungen erleiden aufgrund des erneuten \u201eEingesperrt-Seins\u201c, besser zu begleiten und zu unterstu\u0308tzen? Wie gehen wir um mit ihrer gro\u0308\u00dften Sorge, na\u0308mlich ihrer Angst um Familienangeho\u0308rige in ihrem Heimatland, weil dort Corona- Pra\u0308ventionsma\u00dfnahmen fehlen oder mangelhaft sind?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Meine Schlu\u0308sselerfahrung als Diakoniebeauftragte seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist, dass die in unserer Pfarrgemeinde vorhandenen Ressourcen noch rascher mobilisiert werden konnten als vor dieser Krise. Meine Aufrufe mit der Bitte um Unterstu\u0308tzung in Form von Sach- und Geldspenden oder perso\u0308nliche Mithilfe (z.B. bei Transporten oder dem Anschlie\u00dfen von Haushaltsgera\u0308ten) auf unserer Homepage waren meist binnen 1 &#8211; 2 Tagen positiv erledigt. Diese schnelle Mobilisierung der Hilfe ist eine ganz besondere Sta\u0308rke unserer Pfarrgemeinde und tra\u0308gt dazu bei, dass Menschen in Notsituationen neuen Mut fassen ko\u0308nnen und resilienter werden. Rasches Reagieren fa\u0308ngt beim Rundmail durch unseren Pfarrer Peter Gabriel und die gleichzeitige Platzierung auf unserer Homepage durch Herrn Meisl an und endet bei Ihren\/euren umgehenden Ru\u0308ckmeldungen auf meine konkreten Anfragen&#8230;.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"column\">\n<p>Krisen heben unser Leben aus den Angeln. Es braucht diese Krisen, um zu erkennen, dass wir mit dem, wie es gerade abla\u0308uft, nicht weiterkommen und vor allem nicht wachsen ko\u0308nnen. Die gro\u0308\u00dfte Chance der Corona Krise sehe ich in der \u201eerzwungenen Ruhe\u201c: Wir konnten die Zeit nutzen, um uns selber besser kennen zu lernen und herauszufinden, was uns sta\u0308rkt und was wir brauchen, um die neuen Herausforderungen zu meistern, uns neue Ziele zu setzen. Und wir haben gelernt, auch kleine Erfolge zu feiern (&#8230;\u201cjuhu, Familientreffen sind wieder mo\u0308glich\u201c&#8230;) und kreative Lo\u0308sungen zuzulassen.<\/p>\n<p>In der Nachfolge Jesu sind wir in der Bewa\u0308ltigung schwieriger Lebenssituationen nicht allein \u2013 wir du\u0308rfen darauf vertrauen, dass ER uns zur Seite steht, gerade dann, wenn wir es am wenigsten erwarten. Es liegt an uns, SEINE Hilfe anzunehmen und darauf zu vertrauen, dass jede Krise auch eine Chance in sich birgt. Wir mu\u0308ssen sie nur ergreifen!<\/p>\n<p><em>Edda Bo\u0308hm-Ingram, Diakoniebeauftragte<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-9890 alignleft\" src=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-600x405.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-600x405.png 600w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote-1024x692.png 1024w, https:\/\/hallein-evangelisch.at\/wp\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/diakonie-angebote.png 1129w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>[01.10.2021] Jede Krise birgt eine Chance Wer von uns ist nicht als Kind irgendwann einmal ordentlich hingefallen oder beim Klettern vom Baum gefallen und unsanft am Boden gelandet! 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