Sonntagsgruß zum 25. Oktober 2026

[23.10.2026]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21)
– dazu fordert uns der Apostel Paulus an diesem Wochenende auf. Das Böse ist für mich weniger etwas außerhalb von mir, sondern meine Gedanken, meine Vorurteile, mein Übertreten der Gebote Gottes. Ich muss mich immer wieder bemühen, dem Bösen nicht zu viel Raum zu geben, sondern Gutes, Aufbauendes zu reden und zu tun. Das schaffe ich nicht allein, dazu brauche ich Gottes Hilfe. Darum bitte ich im Vaterunser: „Erlöse uns von dem Bösen!“

Der angehängte Sonntagsgruß beleuchtet auch den Wochenspruch aus dem Römerbrief und schlägt eine Brücke zum Predigttext aus dem Propheten Jesaja.

Im Gottesdienst höre und erlebe ich, wie gut Gott es mit mir meint – das gibt mir Kraft zum Guten!
Herzliche Einladung!

  • Freitag, 23. Oktober, 12.00 Uhr Mittagsgebet
  • Sonntag, 25. Oktober, 09.30 Uhr Gottesdienst (Jeremia 29 – Ennsmann/Staiger)
    Achtung Zeitumstellung: In der Nacht auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt!
  • Samstag, 31. Oktober, 16.00 Uhr (!) Abendmahlsgottesdienst am Reformationstag (Mattthäus 10,26-33 – Gabriel/Safari)

Heute schon der Hinweis auf die Theateraufführung unseres EL-Theaters „Toc toc“ – Premiere am Freitag, 6. November, 18.00 Uhr (Plakat im Anhang)

Zwischen dem 1. November (röm.-kath. Totengedenken) und dem 22. November (evang. Ewigkeitssonntag) wird in der kath. Stadtpfarrkirche als ökumenische Initiative ein Trauerraum angeboten. An mehreren Stationen kann man sich mit dem Thema Trauer auseinandersetzen und seinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Täglich von 09.00 – 10.00 Uhr und von 17.00 – 18.00 Uhr gibt es das Angebot zum persönlichen Gespräch.

Freda Rajote betet:
O Herr, ich will keine Zuschauerin sein, keine Touristin, die sich die Welt, wie sie ist, nur anschaut;
kein Publikum für Armut, Obdachlosigkeit und Not.
Herr, mache mich betroffen, rufe mich, verpflichte mich!

Gott gebe uns Kraft zum Guten, erfüllen unsere Gedanken mit seinem Geist und unser Herr mit seiner Liebe!

Euer Pfarrer Peter


Sonntagsgruß zum 25. Oktober 2026 (21. Sonntag nach Trinitatis)

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Das Gute beginnt oft im Kleinen

Wie oft begegnen wir im Alltag Situationen, in denen wir uns über andere Menschen ärgern? Über ihre Entscheidungen, ihre Worte oder ihr Verhalten. Manchmal genügt schon eine Kleinigkeit, und wir haben uns unsere Meinung gebildet. Dabei vergessen wir leicht, dass wir oft gar nicht wissen, was den anderen Menschen bewegt. Welche Sorgen er mit sich trägt, welche Erfahrungen ihn geprägt haben oder warum er so handelt, wie er handelt. Der Wochenspruch aus Römer 12,21 fordert uns auf, das Böse mit Gutem zu überwinden. Aber was bedeutet das eigentlich für unser tägliches Leben? Vielleicht beginnt es schon damit, dass wir nicht jedes unfreundliche Wort mit einem ebenso unfreundlichen beantworten. Dass wir versuchen zuzuhören, bevor wir urteilen. Oder dass wir einem Menschen offen begegnen, obwohl er ganz anders denkt oder lebt als wir selbst. Das klingt einfach. Aber Hand aufs Herz: Wie oft gelingt uns das wirklich?

Wir alle haben unsere Vorstellungen davon, wie die Welt sein sollte. Wie Menschen sich verhalten sollten. Was richtig und was falsch ist. Und manchmal fällt es uns schwer, andere Sichtweisen zuzulassen. Doch das Gute beginnt nicht erst mit großen Taten. Es beginnt oft in unseren Gedanken und in der Art, wie wir unseren Mitmenschen begegnen. Auch der Prophet Jeremia erinnert uns daran, dass unser eigenes Wohlergehen nicht unabhängig vom Wohl der Menschen um uns herum ist. Wir leben nicht für uns allein. Wir sind Teil einer Gemeinschaft, in der unser Handeln Auswirkungen auf andere hat. Vielleicht sollten wir uns deshalb hin und wieder fragen: Trage ich mit meinen Worten und meinem Verhalten dazu bei, dass Menschen einander näherkommen? Oder vergrößere ich unbewusst die Distanz zwischen ihnen? Dabei geht es nicht darum, immer einer Meinung zu sein oder alles gutzuheißen. Es geht vielmehr darum, einander mit Respekt zu begegnen, Unterschiede auszuhalten und das Verbindende nicht aus den Augen zu verlieren. Und natürlich gelingt uns das nicht immer. Manchmal sind wir selbst verletzt, enttäuscht oder voller Zweifel. Manchmal fehlen uns die richtigen Worte oder die Geduld. Aber Gott erwartet keine perfekten Menschen. Wir dürfen ihn um die Kraft bitten, immer wieder neu anzufangen.

Vielleicht nehmen wir uns für die kommende Woche einfach etwas Kleines vor: einem Menschen aufmerksam zuzuhören, ein vorschnelles Urteil zu hinterfragen oder dort ein freundliches Wort zu finden, wo uns eigentlich ein unfreundliches auf der Zunge liegt. Denn manchmal braucht es gar nicht viel, um etwas zum Guten zu verändern.

Und vielleicht beginnt genau dort, wo wir dem Guten bewusst Raum geben, auch ein kleines Stück Frieden.

Eure Lektorin Yvonne Ennsmann



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