Gruß zum Reformationsfest 2026

[30.10.2026]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1.Korinther 3,11)
Am Reformationstag denken wir an den Thesenanschlag Martin Luthers am 31. Oktober 1517. Doch was feiern wir? Auf keinen Fall die Kirchenspaltung und auch nicht Martin Luther.
Wir feiern ein Christusfest! Denn darum ging es ja Martin Luther: Jesus Christus, wie er in den Heiligen Schrift bezeugt ist, wieder in den Mittelpunkt des Glaubens und des kirchlichen Lebens zu rücken!
Reformationstag heute bedeutet also: Mutig wie Martin Luther die Wahrheit Gottes zu verkündigen und achtsam zu sein, wenn die Botschaft vom liebenden Gott verdunkelt wird.

Der angehängte Sonntagsgruß bedenkt das traditionelle Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ – und was es uns heute noch zu sagen hat.

Herzliche Einladung zu unserem Reformationstags-Gottesdienst, heuer um 16.00 Uhr am Samstagnachmittag!

  • Samstag, 31. Oktober, 16.00 Uhr (!) Abendmahlsgottesdienst am Reformationstag (Mattthäus 10,26-33 – Gabriel/Safari)
  • Sonntag, 01. November, 14.30 Uhr Ökumenisches Totengedenken am Halleiner Friedhof
  • Montag, 02. November, 17.00 Uhr ökum. Gedenkfeier, Palliativstation Krankenhaus Hallein
  • Mittwoch, 4. November, 17.00 Uhr Ökumenische Gedenkfeier, Seniorenheim Puch

Herzliche Einladung zu weiteren Veranstaltungen:

  • Dienstag, 3. November, 19.00 Uhr Bibelgesprächskreis im Pfarrhaus über 1.Thessalonicher 5,1-11 (Plakat im Anhang)
  • Mittwoch, 4. November, 14.00 Uhr, Halleiner Generationentag, Salzberghalle (Plakat im Anhang)
  • Freitag, 6. November, 18.00 Uhr, Premiere des EL-Theater-Stückes „Toc toc“ (Plakat im Anhang) – weitere Aufführungen 7. und 8. November, jeweils um 17.00 Uhr

Zwischen dem 1. November (röm.-kath. Totengedenken) und dem 22. November (evang. Ewigkeitssonntag) wird in der katholischen Stadtpfarrkirche als ökumenische Initiative ein Trauerraum angeboten. An mehreren Stationen kann man sich mit dem Thema Trauer auseinandersetzen und seinen Gefühlen Ausdruck verleihen. Täglich von 09.00 – 10.00 Uhr und von 17.00 – 18.00 Uhr gibt es das Angebot zum persönlichen Gespräch. (Plakat im Anhang)

Martin Luther betet:
Herr, ich bin vor dir ein Sünder, Du aber bist meine Gerechtigkeit. Darum bin ich fröhlich und singe unerschrocken. Denn meine Sünde vermag Deiner Gerechtigkeit nichts anzuhaben,
auch wird Deine Gerechtigkeit mich nicht ein Sünder sein und bleiben lassen. Gelobt seist Du, Herr, mein treuer Gott, mein Erbarmer, mein Erlöser.

Vertraut auf Gottes Vergebung, lasst euch umhüllen von Gottes Liebe und stärken durch Gottes Segen!

Euer Pfarrer Peter


Sonntagsgruß zum Reformationsfest, 31. Oktober 2026

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde! „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst er’s jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nichts seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muss er behalten.“ (Martin Luther 1529, EG 362) Viele von euch kennen dieses Lied Martin Luthers, dass traditionellerweise am Reformationstag im Gottesdienst gesungen wird.

Ein Lied voller Bilder aus Martin Luthers mittelalterlicher Welt: Burgen, in denen Menschen bei Angriffen Schutz suchen können, wie die Wartburg bei Eisenach, auf der Luthers Landesfürst Kurfürst Friedrich der Weise Martin Luther 1521 nach dem Wormser Reichstag versteckt und so seine Tötung verhindert.

Da klingen Schwerter und donnern Kanonen: Im Bauernkrieg haben 1525 die Fürstenheere die Bauernhaufen geschlagen und viele Menschen getötet.

Wer ist der Feind? Zur Zeit Martin Luthers sicher der Papst und seine Handlager, wohl auch der Kaiser sowie diejenigen im reformatorischen Lager, die Veränderung mit Gewalt durchsetzen wollen. Für Martin Luther ist der letzte Feind der Satan. Er versucht, über uns Menschen die Macht zu behalten und uns für seine Zwecke zu missbrauchen.

Vielleicht schrecken euch diese militärischen Bilder ab – von Krieg, Vernichtung und Tod gibt es genug in unseren unfriedlichen Zeiten – aber noch anstößiger ist es wohl, dass Gott als Burg, also als ein schützendes Mittel der Kriegführung besungen wird.

Und in der zweiten Strophe wird klar: nicht wir sollen kämpfen, sondern Jesus Christus zieht für uns in den Kampf. Er streitet für uns, er befreit uns und schenkt Leben.

Martin Luther hat es so erlebt: Im Ringen um die Bedeutung der biblischen Worte, im sehnlichen Wunsch nach einem gnädigen Gott wird er von Jesus Christus befreit. Er ist der alleinige Maßstab, er ist der Herr, der letztlich das Leben der Menschen in der Hand hält. Er ist der, der Sünden vergibt und Gottes Liebe zusagt.

Das lässt sich natürlich auch mit nicht militärischen Bildern ausdrücken, wie z.B. im Lied „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe. Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.“ (Hans-Jürgen Netz 1979, EG.E 17) Doch ich erlebe gerade unsere Zeit als eine kämpferische: Ideologien prallen aufeinander, Menschen werden durch social Media manipuliert, Politiker*innen streben nach diktatorischer Macht, Menschen sind erfüllt von Hass, Wut und Aggressivität. Mit Worten und auch mit anderen Mitteln wird ein Kampf um Vorherrschaft und Deutungshoheit geführt.

Ist es da nicht tröstlich, mit Martin Luther zu vertrauen: Gott schützt mich vor dem, was mich und unser Leben bedroht. Jesus Christus ist der Herr der Welt und meines Lebens – alle anderen Mächtigen haben nur vorläufige und begrenzte Macht.

Diese Zuversicht möchte der Reformationstag in uns stärken!

Euer Pfarrer Peter Gabriel
Ev. Pfarrgemeinde Hallein






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