Macht Religion gelassener?

[31.07.2026]

.. und wäre das angesichts der Weltlage überhaupt angebracht?

Bild: Peter Weidemann in pfarrbriefservice.de

Wie kann man bei der Weltlage gelassen sein?
Das ist eine berechtigte Frage, und trotzdem sehnen sich viele Menschen nach innerer Ausgeglichenheit.
Könnte der Ausweg vielleicht ein christlicher Blick auf die Welt sein?

Denn klar ist: Die Krisen dieser Welt fordern dazu auf, zu handeln und nicht die Hände in den Schoß zu legen. Nur wie? Und woher soll man die Kraft dazu nehmen?

Hektik und Panik helfen hier nicht. Schlimme Situationen werden durch sie nur noch unerträglicher oder gar gefährlich. Gerade herausfordernde Situationen verlangen nach Überblick und überlegtem Handeln. Das gelingt viel eher, wenn sich die handelnden Menschen ruhig und selbstbewusst an ein Problem machen. Das ist ein gutes Argument für Gelassenheit.

Die Religion kommt ins Spiel, wenn man fragt, woher die innere Ruhe und das Selbstbewusstsein kommen sollen. Wir Menschen handeln auf der Grundlage von Voraussetzungen, die wir uns nicht selbst gegeben haben.

Religiös gesprochen: Unser Leben, unsere Fähigkeiten sind ein Geschenk Gottes. Ein religiöser Mensch, der das im Bewusstsein hat, kann gelassener auf die Aufgaben und Herausforderungen blicken, die vor ihm liegen. Auch deswegen, weil Gott als dem Schöpfer nicht nur die erste, sondern auch die letzte Verantwortung obliegt.

Aber ist christliche Gelassenheit dann nicht eine obskure Hoffnung auf einen höheren Sinn, die vertröstet und damit gleichgültig gegen das Leid macht und nicht aktiviert?

Die christliche Theologin Dorothee Sölle hat das anders gesehen. Für sie hat religiös begründete Gelassenheit noch einen zweiten Effekt: Sie beschreibt eine tiefe, die ganze Person einnehmende Gelassenheit als Moment der Gottesschau. Diese Erfahrung des Einsseins mit allen Dingen aber lässt den Menschen, der sie erlebt, gerade nicht tatenlos und relaxt sein.

Im Gegenteil: Wenn ich mich mit allen Dingen verbunden fühle, dann lasse ich es auch nicht zu, dass es einem Teil schlecht ergeht, dann lässt mich das Schicksal der anderen nicht kalt. Dann setze ich mich für eine bessere Welt ein und dafür, dass Gottes Schöpfung bewahrt wird.

Gelassenheit in diesem christlichen Sinne ist also gerade nicht Gleichgültigkeit. Eine christliche Gelassenheit führt zum Mitgefühl für andere – und damit zum Handeln.

KONSTANTIN SACHER
Aus: „chrismon“, das evangelische Monatsmagazin der Evangelischen Kirche.
www.chrismon.de

… zum weiterlesen …

Allgemein

Almgottesdienst am Seewaldsee

[06.09.2026] Für unseren nächsten Gottesdienst, in wunderbarer Natur, machen wir uns auf den Weg: 13.09.2024 09:30 Uhr Treffpunkt / Abfahrt bei der Kirche (Fahrgemeinschaften) oder direkte Anfahrt zum Seewaldsee dann Treffpunkt mit allen am oberen […]

Kultur

19:19 im September 2026

[06.09.2026] Von Vorurteilen freie Liebe Nathans Ringparabel von Gotthold Ephraim Lessing umwoben mit Musik & Poesie aus Orient & Okzident Mit dem Ensemble der Theatergottesdienste Friederike Krosigk – Schauspiel, Gesang & Konzertkastagnette Annegret Bauerle – […]

Allgemein

Was in der Zeitung steht

[03.09.2026] „Was in der Zeitung steht“ von Reinhard Mey Reinhard Mey gehört zu den beliebtesten deutschen Liedermachern. Er behandelt in seinen Liedern meist aus dem Leben gegriffene Themen. Oft sind es satirische Alltagsbeobachtungen, in denen […]

DaLeTe

DALETE wächst und entwickelt sich

[02.09.2026] Seit einigen Monaten wächst in Hallein das Projekt DALETE zu einem ökumenischen Projekt heran. Der Name DALETE steht für Gemeinschaft, Begegnung und Engagement. Das Projekt lebt von Menschen, die ihre Zeit, ihre Talente und […]

Kinder+Jugend

Zeit für mehr … in Hallein

[01.09.2026] Vor ein paar Monaten, im März 2026, setzten wir uns im Big5 Team (Team5 – ich weiß, sehr originell) zusammen, um uns Gedanken über Hallein und den nördlichen Flachgau zu machen. Sie beide sind […]

Presse

Schutz der Schöpfung hat oberste Priorität

[25.08.2026] Dieser Sommer hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich das Klima verändert und der Trend der letzten Jahre sich leider bestätigt: Es wird in Österreich immer wärmer und trockener. Voll Sorge blicken die katholischen und evangelischen […]