[25.09.2026]
Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!
„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1.Johannes 5,4c) – der Wochenspruch beschreibt, welche Kraft Glaube haben kann und wie mir Gottvertrauen hilft, meinen Alltag zu bewältigen. Alles, was mir auf und in dieser Welt begegnet, Herausforderungen in Arbeit und Familie, Beeinflussung durch Medien und Werbung, Sorgen um meine persönliche Zukunft, um unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft, um das Fortbestehen der Welt überhaupt – im Vertrauen auf Gott verliert es seine letzte Brisanz. Glaube schenkt mir Gelassenheit und motiviert mich, positiv mein Leben zu gestalten und mich mit meinen Gaben einzubringen.
Von unerschütterlichem Gottvertrauen handelt auch der angehängte Sonntagsgruß zum Predigttext dieses Sonntags.
Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten an diesem Wochenende:
- Freitag, 25. September, 12.00 Uhr Mittagsgebet
- Samstag, 26. September, 16.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl in der Seniorenresidenz Kahlsperg (2.Kor. 9,6-7 – Gabriel/Weber)
- Sonntag, 27. September, 09.30 Uhr Gottesdienst (Matthäus 15,21-28 – Gabriel/Weber)
- Sonntag, 27. September, 11.00 Uhr Kinderkirche „Wie bunt ist unsere Welt!“ (Plakat im Anhang)
Herzliche Einladung auch zu weiteren Veranstaltungen:
- Donnerstag, 1. Oktober, 18.00 Uhr Interreligiöses Friedensgebet am Bayrhamerplatz (Plakat im Anhang)
- Dienstag, 6. Oktober, 19.00 Uhr Bibelgesprächskreis im Pfarrhaus zum Predigttext des kommenden Sonntags Epheser 4,22-32 (Plakat im Anhang)
„Gott in meinem Leben – Gespräche mit der Bibel und miteinander im Pfarrhaus“, jeden 1. Dienstag im Monat, 19.00 – 21.00 Uhr
Eingeladen sind alle, die neugierig sind, was die Bibel mit ihrem Leben zu tun hat. Wir wollen vor allem den Predigttext des kommenden Sonntags theologisch beleuchten und auf unser Leben beziehen. Wir wollen miteinander singen und beten.
Stärken soll uns die Zusage von Jörg Zink und Hans-Jürgen Hufeisen:
Ihr seid gesegnet.
Ich gebe euch Kraft.
Ich erwecke euch zur Liebe.
Geht nun und tut, was die Liebe euch heißt.
Ich werde bei euch sein diesen ganzen Tag.
Euch allen ein gesegnetes Wochenende!
Euer Pfarrer Peter
Gruß zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 27. September 2026
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde! „Dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!“ – so sagt es Jesus der kananäischen Frau zu, von der im Predigttext des Sonntags (Matthäus 15,21-28) erzählt wird.
Vorangegangen ist zunächst ein Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern – über den Kopf der Frau hinweg. Denn Jesus beachtet sie gar nicht, hört nicht auf ihre flehentliche Bitte um Erbarmen, ihren verzweifelten Schrei nach Hilfe für ihre kranke Tochter. Für diese NichtJüdin fühlt er sich nicht zuständig.
Da finde ich mich wieder: Manchmal erdrückt mich die Not dieser Welt, der Menschen, die an der Pfarrhaustür um Hilfe bitten, der vielen Zeitungsverkäufer*innen in unserer Altstadt oder derjenigen, die auf dem Erdboden sitzen und um Geld bitten. Das ist mir zu viel, ich kann doch nicht überall helfen, soll sich doch jemand anderes kümmern… Doch die Frau lässt nicht locker, macht sich vor Jesus klein, geht auf die Knie, wiederholt ihre Bitte. Als Jesus sie mit den Hunden unterm Tisch vergleicht, denen man nichts zuwirft, solange die Kinder am Tisch nicht satt werden (wie kann Jesus nur so reden, sie so unverschämt behandeln?), gibt sie dennoch nicht auf.
Sie lässt sich auf die ihr zugewiesene Rolle ein und argumentiert dagegen: Auch die Hunde leben doch von dem, was vom Tisch abfällt. Sie will gar nicht mit am Tisch sitzen, aber etwas wird doch auch für sie übrig sein. Das erfordert das Gebot der Barmherzigkeit.
Ihre Not ist so groß, dass sie dranbleibt, sich nicht abwimmeln lässt. Sie hat eh nichts mehr zu verlieren, ist schon ganz unten.
Zugleich ist sie eine starke Frau, deshalb zieht sie sich nicht beleidigt zurück, sondern argumentiert beharrlich weiter. Sie ist mutig, denn als Frau einem Mann zu widersprechen, das war damals nicht üblich. Ihre Stärke und ihr Mut wurzeln in ihrem unerschütterlichen Vertrauen: Jesus wird doch helfen und ihre Tochter gesund machen.
Dieser Glaube beeindruckt Jesus! So ändert er seine Meinung, lässt sich von der Frau „belehren“ und hilft ihr!
Ich möchte mir die Frau zum Vorbild nehmen! Ich will mich nicht entmutigen lassen von den Problemen in meinem Alltag, von Schwierigkeiten und Streit mit anderen Menschen, von Krankheit, Enttäuschung oder auch Traurigkeit. Ich will nicht verzweifeln angesichts der Probleme in unserer Gesellschaft und auf unserer Welt.
Ich will mich nicht ablenken lassen von Meldungen, Chats, Anfragen, Erwartungen, die ständig auf mich einprasseln. Will mich auch nicht unterkriegen oder abwimmeln lassen von denen, die mir etwas anschaffen wollen, die mich schlecht behandeln.
Auch meiner eigenen Faulheit, meinen Minderwertigkeitsgefühlen will ich keinen Raum geben, sondern auf mich, auf meine Gaben vertrauen: Ja, ich kann das, ich schaffe es!
Vor allem will ich auf Gott vertrauen – er sieht und hört mich, er hilft mir!
Ihn will ich bestürmen mit meinen Anliegen und Fragen, will im Gebet nicht lockerlassen – und darauf vertrauen, er ist für mich da und hilft mir, auch wenn das manchmal anders ist, als ich es mir gedacht habe. Und ich bete, dass Gott mir immer wieder solches Gottvertrauen schenken möge!
Euer Pfarrer Peter Gabriel
Ev. Pfarrgemeinde Hallein