Sonntagsgruß zum 18. Oktober 2026

[16.10.2026]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8) – so eindeutig und klar beschreibt der Prophet Micha, wie Gott sich wünscht, dass ich als Mensch lebe.
Mich an Gottes Wort orientieren, mich nicht selbst zum Gott aufschwingen (das meint demütig), auf Gott vertrauen und liebevoll und respektvoll mit mir selbst und meinen Nächsten umgehen.
Das klingt einfach – aber ich muss es immer wieder neu einüben. Doch Gottes Liebe, die mich umhüllt, seine Kraft, die sein Heiliger Geist mir schenkt, und das Vorbild, das Jesus Christus mir gibt, helfen mir dabei.

Von der Liebe als dem entscheidenden Maßstab, der auch Gebote und Gesetze relativiert, handelt der angehängte Sonntagsgruß zum Spitzensatz des Predigttextes.

Neugierig geworden? Dann kommt zu unseren Gottesdiensten an diesem Wochenende – herzliche Einladung!

  • Freitag, 16. Oktober, 12.00 Uhr Mittagsgebet
  • Samstag, 17. Oktober, 16.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst, Seniorenresidenz Kahlsperg (Markus 2,23-28 – Gabriel/Plasse)
  • Sonntag, 18. Oktober, 09.30 Uhr Gottesdienst (Markus 2,23-28 – Gabriel/Plasse)
  • Sonntag, 18. Oktober, 11.00 Uhr Kinderkirche „Du bist willkommen!“ (Plakat im Anhang)

Herzliche Einladung auch zu folgenden Veranstaltungen:

  • Sonntag, 18. Oktober, 18.00 Uhr, Christuskirche Salzburg „Was frag ich? Was tu ich? – Ensemble BachWerkVokal mit Gordon Safari und Bischöfin Cornelia Richter als Gast (Plakat im Anhang)
  • Montag, 19. September, 19.19 Uhr Neunzehn.neunzehn „Fragment und Vollendung“ – Musik von Bach, Beethoven, Schubert und Dohnányi (Trio Noria: Clemens Böck, Hana Hubmer, Sebastian Bertoncelj), Texte von Fulbert Steffensky (Peter Pröglhöf) – Plakat im Anhang

Hans-Jürgen Netz dichtet (EG 643)
Wo ein Mensch Vertrauen gibt, nicht nur an sich selber denkt,
wo ein Mensch den andern sieht, nicht nur sich und seine Welt,
wo ein Mensch sich selbst verschenkt und den alten Weg verlässt,
fällt ein Tropfen von dem Regen, der aus Wüsten Gärten macht.

Gottes Liebe erfülle euch und schenke euch innere Freiheit und Furchtlosigkeit vor Obrigkeiten, um Gesetze und Regeln nach dem Maßstab der Liebe auszulegen!

Euer Pfarrer Peter


Sonntagsgruß zum 18. Oktober 2026 (20. Sonntag nach Trinitatis)

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Regeln, Ordnungen und Gesetze sind wichtig. Sie geben einen Rahmen vor, schaffen Ordnung – und ermöglichen so ein gutes Zusammenleben. Stellt euch vor, es gebe keine Verkehrsregeln – was würde das für ein Chaos geben und wohl auch viele Unfälle.

Regeln und Gesetze werden von Menschen gemacht, in demokratischen Rechtsstaaten werden sie vom Parlament beschlossen und z.B. von der Polizei überwacht. Vor Gericht kann ich klagen, wenn Gesetze übertreten werden. Wenn sich die Zeiten ändern, können sich auch die geltenden Regeln ändern – auf staatlicher Ebene, aber auch solche, die einfach zwischenmenschlich vereinbart werden.

Weiters gibt es ganz grundlegende Regeln, wie sie z.B. die Menschenrechte, die sind nicht verhandelbar, sondern sie sollen weltweit und für alle Menschen gelten. Ihre Einhaltung ist jedoch in manchen Staaten nur bedingt gegeben – und gar nicht so leicht einzufordern.

Auch im religiösen Bereich gibt es Regeln und Geboten, z.B. die 10 Gebote oder das Dreifach-Gebot der Liebe, aber auch Vorschriften innerhalb einer Religionsgemeinschaft.

Das Ziel der 10 Gebote ist ganz eindeutig: Es geht darum, die Freiheit zu bewahren, die Gott dem Volk Israel durch die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten geschenkt hat. Wenn ich jedoch Falsches über jemanden anderen behaupte, gierig nach dem Seinen schiele oder ihn gar töte – dann mache ich die von Gott geschenkte Freiheit zunichte.

Aber auch ein zu viel an Regeln und Gesetzen macht diese Freiheit kaputt. Wenn jede Kleinigkeit geregelt wird, engt es meinen Handlungsspielraum ein, wird Menschlichkeit erstickt und der Blick auf den Nächsten verstellt.

Darum geht es Jesus, als er zur Frage des Sabbatgebotes Stellung nimmt. Für Jesus ist klar: Es ist gut und nötig, den Feiertag einzuhalten, mir Zeit für mich, Gott und meine Nächsten zu nehmen. Doch die Not eines Menschen muss Vorrang haben. Wenn ich z.B. Hunger leide, kann ich nur schlecht beten oder gar Gott die Ehre geben.

Deshalb formuliert Jesus den Spitzensatz: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ (Markus 2,27) Es gibt also eine Regel, die über allen Regeln steht – und die heißt: die Liebe, das Schauen auf den anderen, was er braucht, was ihm hilft, ja zu einem erfüllten Leben hilft, hat Priorität vor dem starren Einhalten von Regeln.

Ein Beispiel: Nach unseren kirchlichen Vorschriften muss ein Taufpate 14 Jahre alt sein.

Wenn sich nun eine junge Frau wünscht, dass ihr Bruder, der erst 13 ist und gerade mit der Konfi-Zeit begonnen hat, Pate ihres Kindes werden soll, halte ich mich streng an die Vorschrift oder akzeptiere ich ihn schon jetzt als Paten?! Bringe damit dem Jugendlichen viel Wertschätzung entgegen und nehme den Wunsch der Mutter ernst.

Ich wünsche mir eine Kirche, eine christliche Gemeinschaft, in der das Aufeinander-Achten, der gegenseitige Respekt und die Liebe im Sinne Jesu über Regeln und Gesetzen stehen. In so einer Kirche kann ich die Freiheit Gottes atmen und seinen Segen spüren!

Euer Pfarrer Peter Gabriel
Ev. Pfarrgemeinde Hallein





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