[01.10.2026 Update 09.10.2026]
Auch wenn die Teilnehmerzahl mit 80 bis 100 Personen überschaubar war, so war es dennoch ein wichtiges Zeichen für ein friedliches Miteinander der Religonsgemeinschaften in Hallein. Jederzeit ist es möglich, Bilder vom Gebet anzusehen. Dazu bitte diesen Link zu google-Fotos verwenden.

Halleiner Friedenserklärung
Basierend auf der „Kölner Friedensverpflichtung“ aus dem Jahr 2006 hat die „Interreligiöse Plattform Hallein“ einstimmig die nachstehende Erklärung bzw. Selbstverpflichtung anlässlich des Friedensgebetes veröffentlicht. Dieser Erklärung ist wohl nichts hinzuzufügen.
Täglich werden zahllose Menschen Opfer von Fanatismus, Krieg und terroristischen Anschlägen. Menschen werden getötet, misshandelt und entwürdigt. Religion wird immer wieder für die Anwendung von Terror instrumentalisiert und missbraucht. Die Gewalt und der Hass, der Terror und die Kriege in der Welt erschüttern uns und fordern uns zur Besinnung und zum Handeln heraus.
Wir erklären heute, dass Gewalt und Terror nicht sein darf und dem authentischen Geist unserer Religionen widersprechen. Unsere Religionen zielen auf ein friedliches und konstruktives Zusammenleben aller Menschen gleich welcher Religionszugehörigkeit. Für uns gilt unverrückbar: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar: die Würde eines jeden Kindes, jeder Frau und jedes Mannes. Als Religionsgemeinschaften verpflichten wir uns:
- jeder Verhetzung und Erniedrigung von Menschen entgegenzutreten,
- für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen, Kulturen und ethnischer Gruppen einzutreten und Menschen zusammenzuführen, die bislang den Kontakt zu anderen gescheut haben,
- den anderen zuzuhören und die Ängste der anderen ebenso wahrzunehmen wie die eigenen,
- unseren Beitrag für eine Gesellschaft zu leisten, die nicht nur durch Toleranz, sondern von Respekt und Achtung geprägt ist,
- eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Religionsgemeinschaften, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, ihren unumstrittenen Platz haben,
- in der Erziehung zum Abbau von Vorurteilen und zu gegenseitigem Verständnis zu wirken,
- zur Verständigung, zur Begegnung und zu einem Dialog der Religionen, der Gemeinsamkeiten entdecken hilft und Verschiedenheiten achtet.
Mit unserer ganzen Kraft wollen wir dazu beitragen, dass Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Hallein, im Tennengau und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit leben können. Gemeinschaften und Initiativen ebenso wie einzelne Personen jeden Glaubens und jeder Weltanschauung sind eingeladen, sich dieser Erklärung anzuschließen und in ihrem Sinne zu wirken.
Biblischer Text
Frieden ist mehr als das Schweigen der Waffen. Frieden kann es nur geben, wenn Menschen das zum Leben Notwendige haben, wenn ihnen mit Respekt begegnet wird, wenn Gerechtigkeit herrscht.
Von dieser Vision eines umfassenden Friedens schreibt der Prophet Micha (4,2-4 Basisb.):
„Das Wort des Herrn geht von Jerusalem aus. Er schlichtet Streit zwischen vielen Völkern. Er sorgt für das Recht unter mächtigen Staaten, bis hin in die fernsten Länder. Dann werden sie Pflugscharen schmieden aus den Klingen ihrer Schwerter. Und sie werden Winzermesser herstellen aus den Eisenspitzen ihrer Lanzen. Dann wird es kein einziges Volk mehr geben, das sein Schwert gegen ein anderes richtet. Niemand wird mehr für den Krieg ausgebildet. Jeder wird unter seinem Weinstock sitzen und unter seinem Feigenbaum. Niemand wird ihren Frieden stören. Denn der Herr Zebaot hat es so bestimmt.“
Gebet
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Die Welt braucht Frieden. Aber der Frieden fällt „nicht vom Himmel“. Dafür braucht es unser Zutun. Wir beten hier gemeinsam darum, dass wir unsere Hoffnung nicht aufgeben. Wir sind alle Geschwister und können einander beistehen.
Auch wenn unsere Gebete die Kriege in der Welt nicht stoppen, beten wir für dafür, dass wir stark sind und solidarisch mit denen, die unter den gewalttätigen Auseinandersetzungen leiden.