[02.10.2026]
Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!
„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in den Himmels Hand:
Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt, ihm dankt und hofft auf ihn. (EG 508,1)
Dieses Lied nach Matthias Claudius betont, warum wir Erntedank feiern: Es liegt nicht nur an mir, meinem Arbeiten, sondern letztlich verdanken wir es Gott und seinem Wirken, dass etwas gelingt, wir eine gute Ernte bekommen.
In Zeiten der Technisierung und dem Wahn, der Mensch könne alles, ist das für mich eine heilsame Botschaft, die mich innehalten lässt und dankbar macht. Das hilft mir von der unzufriedenen Frage „Reicht das?“ zur Einsicht „Es ist genug!“, ja ich reich beschenkt und gesegnet.
Dieses Thema bedenkt auch der angehängte Sonntagsgruß.
Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten am ersten Oktober-Wochenende:
- Freitag, 2. Oktober, 12.00 Uhr Mittagsgebet
- Sonntag, 4. Oktober, 09.30 Uhr Gottesdienst für dich & mich „Reicht das?“ (Markus 8,1-9 – Team/Scheicher) (Plakat im Anhang)
In diesem Gottesdienst wollen wir auch die heurigen Konfirmanden begrüßen.
Im Anschluss laden wir zum Herbst-Gemeindefest ein! - Sonntag, 4. Oktober, 18.00 Uhr Abendandacht (Pann)
Herzliche Einladung zu unserem neuen Angebot eines Bibelkreises:
- Dienstag, 6. Oktober, 19.00 Uhr Bibelgesprächskreis im Pfarrhaus zum Predigttext des kommenden Sonntags Epheser 4,22-32 (Plakat im Anhang)
„Gott in meinem Leben – Gespräche mit der Bibel und miteinander im Pfarrhaus“, jeden 1. Dienstag im Monat, 19.00 – 21.00 Uhr
Eingeladen sind alle, die neugierig sind, was die Bibel mit ihrem Leben zu tun hat. Wir wollen vor allem den Predigttext des kommenden Sonntags theologisch beleuchten und auf unser Leben beziehen. Wir wollen miteinander singen und beten.
Anhängen darf ich euch den Gottesdienstplan von Erntedank bis zum 1.Advent der 5 Salzburger Gemeinden.
Begleiten möge uns der Wochenspruch aus Psalm 145:
Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Möget ihr den Reichtum der Liebe und des Segens Gottes in eurem Leben und Alltag erfahren dürfen!
Euer Pfarrer Peter
Sonntagsgruß zum Erntedankfest am 4. Oktober 2026
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Eigentlich haben wir viel. Die meisten von uns leben in Häusern und Wohnungen, die voller Dinge sind. Unsere Kühlschränke sind gefüllt. Die Supermarktregale sind es auch. Wir können auf Informationen, Unterhaltung und Waren zugreifen wie keine Generation vor uns.
Alles paletti, oder? Scheinbar, denn ich nehme in mir immer wieder die Frage Reicht das? wahr.
Reicht das Geld? Reicht die Zeit? Reicht die Sicherheit? Reicht die Gesundheit? Reicht das, was ich leisten kann?
Es ist ein erstaunliches Merkmal unserer Zeit, dass das Gefühl des Mangels nicht verschwindet, obwohl vieles vorhanden ist. Was wir haben, genügt oft nur bis zum nächsten Vergleich. Es gibt immer jemanden, der mehr besitzt, mehr erlebt, mehr erreicht hat. Immer wieder verschiebt sich die Grenze dessen, was wir für genug halten.
Die Menschen in der biblischen Geschichte der Speisung der Viertausend (bei Markus 8,1-9) kennen ebenfalls die Sorge um das Auskommen. Als die Vorräte gezählt werden, ist das Ergebnis ernüchternd: sieben Brote für eine riesige Menschenmenge. Das reicht nicht.
Jesus beginnt seine Handlung jedoch nicht mit der Frage nach dem Fehlenden. Er beginnt mit dem, was da ist. Er nimmt die Brote, dankt Gott und teilt aus.
Dankbarkeit bedeutet nicht, die Mängel des Lebens zu übersehen. Sie bedeutet auch nicht, Probleme schönzureden. Aber Dankbarkeit lenkt unseren Blick auf das, was bereits vorhanden ist. Auf die Gaben, die wir oft selbstverständlich nehmen. Auf Menschen, die uns begleiten. Auf Möglichkeiten, die sich eröffnen. Auf Nahrung, Frieden, Freiheit und Gemeinschaft.
Wer dankt, entdeckt manchmal, dass „genug“ nicht nur eine Frage der Menge ist.
Erntedank lädt uns ein, einen Moment lang aus dem Kreislauf des Immer-Mehr auszusteigen. Weniger zu fragen, was uns noch alles fehlt, sondern bewusst wahrzunehmen, was uns geschenkt ist.
Klingt auf den ersten Blick nicht weltbewegend, hat aber – so denke ich – das Potenzial, dass aus dieser Haltung auch in uns so etwas wie die biblische Wundererzählung der Brotvermehrung entstehen kann: da ist mehr als der erste Blick vermuten lässt.
Eine herzliche Einladung, beim Gottesdienst dabei zu sein, unsere neuen Konfis zu begrüßen und anschließend beim Herbstfest den „Reichtum“ unserer Gemeinde zu erleben.
Markus Mayr
Ev. Pfarrgemeinde Hallein