EL-Theater & Stille Nacht Lied

[2018-11-14]

Das EL-Theater und das Jubiläumsjahr zum Stille Nacht Lied.

Und wenn das Unerwartete geschieht…

„Schuster, bleib bei deinem Leisten“, ist ein Sprichwort, das ich als Kind oft genug gehört habe: Man darf demnach sein gesellschaftliches Umfeld nicht verlassen, in das man hinein geboren wurde. Ein Gedanke, der in unseren Tagen unmöglich erscheint! Und doch ist es noch nicht so lange her, dass es drei festgefügte Stände gab, aus denen man nicht ausbrechen konnte: Geistlichkeit, Adel und Bürgertum. In keinen eingereiht wurde die Landbevölkerung und schon gar nicht die Frauen.

Wenn es also dem einen oder anderen dann doch gelang, die Standesschranken zu überwinden, waren das Menschen, die mit ihren Begabungen aus ihrem gesellschaftlichen Umfeld besonderes herausragten , – in den meisten Fällen – auf die ein Mentor aufmerksam geworden war, der sie bei ihrer Entwicklung unterstützte.

Genau darauf ist der Fokus des Theaterstücks „F.X. Gruber. Dem Schicksal zum Trotz“ gelenkt, dessen Uraufführung das EL-Theater vorbereitet.

Es geht um die beiden Menschen, Franz X. Gruber und Joseph Mohr, die das Lied geschaffen haben. Um ihre zufällige Begegnung, um ihre Freundschaft und gegenseitige Wertschätzung. Es geht auch darum, wie es dazu kommen konnte, dass ein uneheliches Kind Priester werden konnte und wie es möglich war, dass ein armer Webersohn zum hoch geschätzten Lehrer aufsteigen konnte.

Um sich diesen Fragen in spielerischer Art zu nähern, hat die Autorin Andrea Sobieszek drei Schwestern eingeführt, unschwer als Schicksalsgöttinnen zu erkennen. Sie greifen immer wieder in das Geschehen ein, kommentieren es und sind da beileibe nicht immer der gleichen Meinung. Vielleicht tauchen da in den Zuschauer*innen Fragen auf:

Wie weit können wir unser Leben selbst gestalten? Was ist fremdbestimmt? Gibt es jemanden, der unsere Geschicke leitet? Ist der Zufall tatsächlich zufällig?

Christa Hassfurther und Manuela Widmer haben jeweils mit ihren künstlerischen Schwerpunkten – Dramaturgie und Musik – die Bühnenfassung erstellt. Unter der Regie von Christa Hassfurther spielt nicht nur das bewährte Ensemble des EL- Theaters, es stehen auch Menschen auf der Bühne, die aus der Region kommen. Dazu gehört auch Heimo Thiel, der in Kooperation mit dem Keltenmuseum eine Franz X. Gruber – Figur entwickelt hat, die fachlich kompetent und theatralisch die Zuschauer*innen durch das Leben des Komponisten führt. Ihm zur Seite stehen Silke Stein, Alexandra Schwaiger, die auch als Produktionsleiterin fungiert, Astrid Fürhapter-Royer, Petra Gauß-Wallinger, Martina Kapeller, Karin Bachleitner, Klaus Holzner, Markus Schwarz, Günther Fuschlberger, Helmut Mitsch, Helmut Kreipl, Rudi Haunerdinger, die Buben Elias Eichhorn und Florian Tonweber. Und nicht zuletzt Ingeborg Weber, die die musikalische Koordination übernommen hat.

Für die Szenografie konnte der in Hallein ansässige, und international arbeitendeBühnenbildner Alois Ellmauer gewonnen werden. Die Kindertheaterautorin und Ausstatterin Sigrid Wurzinger, die seit Jahren am Toihaus tätig war, entwickelt die Kostüme. Musiker*innen aus der Region spielen die so genannten „Stille Nacht Miniaturen“. Es sind dies neun kleine Stücke, inspiriert vom Weihnachtslied für kleines Ensemble von Jakob Gruchmann und Gerhard Hafner. Der Salzburger Komponist Jakob Gruchmann war schon in den vorangegangenen weihnachtlichen Aufführungen des EL-Theaters kompositorisch beteiligt und musikalisch federführend.

So ist ein Stück entstanden, zwischen Faktentreue und frei Erfundenem, das der Wahrheit der beiden Menschen Gruber und Mohr ein wenig näherkommen möchte.

Termine

  • Donnerstag, 06.12.18 um 19:30 Uhr
  • Premiere Freitag, 07.12.18 um 19:30 Uhr
  • Samstag, 08.12.18 um 16:00 und 19:30 Uhr
  • Sonntag, 09.12.18 um 11:00 und 16:00 Uhr
  • Montag, 10.12.18 Schulvorstellung um 10:00 Uhr

Karten

  • www.sudhaus-hallein.at
  • tickets@sudhaus-hallein.at
  • Tel: +43 677 63 12 7799
  • sowie an der Abendkassa

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