Sonntagsgruß zum 26. November 2023

[24.11.2023]

Mit diesem Sonntag endet das Kirchenjahr, dann beginnt die Adventzeit, die heuer besonders kurz ist, denn der 4.Advent ist zugleich der Heilige Abend.

In der Entwicklung des Kirchenjahres war eigentlich daran gedacht, vor den beiden Hochfesten Ostern und Weihnachten jeweils eine 7-wöchige Zeit der Besinnung und des Fastens zu etablieren.

Wie wäre es, wenn wir als christliche Kirchen es der Wirtschaft und den Weihnachtsmärkten gleich tun und 3 Adventssonntage dazufügen, also schon kurz nach Allerheiligen mit dem Advent beginnen?

Denn Jesus fordert uns doch immer wieder auf, wachsam und bereit zu sein, sowie auf die Zeiten der Zeit zu achten. So lautet der Satz für diesen Sonntag (Lukas 12,35): „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“

Derzeit begehen wir am Sonntag das Totengedenken – und so handelt auch nachstehende Sonntagsgruß vom Umgang mit Tod und Sterben.

Ewigkeits- und Toten-Sonntag

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Bevor am 1. Advent das neue Kirchenjahr beginnt, denken wir in der Evangelischen Kirche noch einmal ganz intensiv an die Menschen, die im vergangenen Jahr verstorben sind.

Am Toten- oder Ewigkeits-Sonntag werden im Gottesdienst die Namen der Menschen genannt, die im letzten Jahr verstorben sind, und für jede und jeden wird eine Kerze angezündet.

Für die trauernden Angehörigen ist das ein hilfreicher Schritt im Prozess der Verarbeitung. Andere erinnert es daran: das Leben ist endlich, der Tod gehört zum Leben dazu.

Davon spricht auch der Satz aus Psalm 90 – das biblische Motto für diesen Sonntag: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps. 90,12)

Vielleicht ist es eine Frage des Älterwerdens, aber ich für mich merke, mir tut es gut, mich immer wieder mit meinem Tod auseinander zu setzen und mir Gedanken über die Art der Trauerfeier und der Bestattung zu machen. Ich spreche auch mit mir vertrauten Menschen darüber und mir wird bewusst, manches muss ich noch klären oder regeln.

Auch wenn mein Tod hoffentlich noch ein wenig auf sich warten lässt, so vertieft die Beschäftigung mit ihm in mir die Dankbarkeit – für all das, was ich bisher schon erleben durfte, ja was mir geschenkt worden ist. Es wird mir wieder neu bewusst, mein Leben ist eine Gabe Gottes – die Gott sei Dank nicht in meiner Hand liegt.

Die Erinnerung an die Begrenztheit meines Lebens führt auch nicht dazu, in Panik oder Hektik zu geraten, was ich alles noch erledigen oder erleben möchte, sondern es macht mich eher ruhig – sowohl im Blick zurück als auch im Blick voraus. Ich kann Ja sagen zu meinem Leben, so wie es war – auch mit manchen Fehlern oder Umwegen – und ich bin dankbar, wie Gott mich behütet und geleitet hat. Ich freue mich auf das, was noch vor mir liegt, und bin nicht traurig über das, was ich nicht mehr erleben werde, was mir vielleicht für immer vorenthalten bleibt.

Ich bin gewiss: mein Leben hier auf dieser Erde – so erfüllt und gesegnet es ist – ist noch nicht alles. Ich hoffe, im Sterben bei Gott, in seiner Liebe geborgen zu sein. Das ist für mich keine billige Vertröstung, sondern eine Kraftquelle für mein Leben hier und heute.

Und zugleich sehr tröstlich, wenn ich an die Menschen denke, die mir schon zu Gott vorausgegangen sind.

Euer Pfarrer Peter Gabriel

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