Momo

[07.07.2026]

Buchtipp: „Momo“ von Michael Ende (deutscher Schriftsteller, 1929–1995)

Dipl.BW (FH) Karin Landwehr

Bei unserer Redaktionssitzung zum Thema „Zeit für mehr“ ist mir sofort das Buch „Momo“ von Michael Ende in den Sinn gekommen. Ich habe es als 14-Jährige bei Freunden meiner Eltern auf deren Couch geradezu verschlungen.

Für die Freunde, auf deren Kleinkinder ich eigentlich ein bisschen aufpassen sollte, hatte ich an diesem verlängerten Wochenende keine „Zeit“ mehr. Ich glaube, die Eltern gönnten es mir einfach, dass ich so gefesselt von diesem Buch war.

Die Geschichte handelt von Momo, einem armen und elternlosen Mädchen, das in einem Amphitheater lebt. Sie hat die Gabe, sehr gut zuhören zu können. Alle Freunde, alle Menschen, die Momo besuchen, fühlen sich von ihr ernstgenommen und verstanden.

Das Kapitel des Buches, das sich mir am stärksten einprägte, ist die Szene mit Beppo, dem Straßenkehrer. Er ist ein sehr einfacher, aber weiser Mann. Beppo Straßenkehrer liebt seine Arbeit und erklärt Momo, dass er beim Straßenkehren niemals an die ganze Straße auf einmal denkt. Er denkt immer nur an den nächsten Schritt, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.

„Dann macht die Arbeit Freude, und das ist wichtig, denn dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein“, sagt Beppo Straßenkehrer.

Dieser Spruch findet in unserer Familie immer wieder Anwendung. Früher als Jugendliche hat mich meine Mutter daran erinnert, wenn wieder einmal viele Klausuren anstanden und ich mit dem Lernen überfordert war. Auch jetzt, wenn mir manchmal alles zu viel wird, gibt mir meine Mutter diesen Beppo-Straßenkehrer-Tipp.

Karin Landwehr
Quelle: Evang. Gemeinde Hallein, Gemeindebrief 2026-2

 

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