(Kirchen)Geschichte mal anders

[2019-04-29]

Vikar Hans-Jörg Kreil

„Wir schreiben das Jahr 1402. Ihr befindet euch in Prag, dem Juwel des Reiches, doch etwas geht hier vor sich.
Etwas, dass die Ruhe dieser, sonst so friedlichen, Stadt stört…“ Bei einem Rollenspiel setzt sich eine Gruppe von Spielern an einen Tisch, während der Spielleiter eine Geschichte erzählt. Als Charaktere nehmen die Spieler an dieser Geschichte teil und verändern sie durch ihre Handlungen, erfahren wichtige Informationen und treiben so die Geschichte voran.

Ich finde, es ist eine tolle Möglichkeit, Spiel und lernen miteinander auf eine lebendige Art und Weise zu verbinden. Hier kann Geschichte nicht bloß gelehrt, sondern „gelebt“ werden! Also habe ich mich entschlossen, dass mein Projekt für das zweite Ausbildungsjahr ein Rollenspiel werden soll. Sehr schnell habe ich das richtige Setting für die Geschichte gefunden: Prag zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Denn zu dieser Zeit hat ein wichtiger Mann in Prag seine Arbeit aufgenommen: Jan Hus.

Selbstverständlich gab es auch Urkunden für die tapferen Spieler/innen und ihre Charaktere

Am Sonntag, den 10.2.19, haben sich drei Konfirmandinnen gemeldet, das Abenteuer „1402 Gans und Löwe“ mit mir spielen zu wollen. In Form der Charaktere: Nela, Marie und Filip haben sie die Stadt erkundet, verschiedene politische, soziale und religiöse Phänomene der Zeit erfahren und schließlich ihren ominösen Auftrag gelöst, die Unruhen der Stadt zu einem Ende zu bringen. Es war ein Spiel, welches mit Stift, Papier und Würfeln gespielt und im Kopf der Teilnehmer stattgefunden hat. Während drei fiktive Charaktere versucht haben, ihre Heimatstadt sicherer zu machen, haben drei Konfirmandinnen erfahren, welche Gottesdienstpraxis vor 600 Jahren üblich waren, wer Jan Hus war und welche Bedeutung seine Arbeit hat.

Das Abenteuer wird, sobald ich es fertig ausformuliert habe, gerne von mir zur Verfügung gestellt. Schon jetzt ist eine weitere Runde mit unseren Jugendlichen geplant. Also ich fand das Rollenspiel sehr cool und ich finde, es hat dargestellt wie schwierig damals die Situation war. Wie selbst die Kirche die freien Meinungen unterdrücken konnte. Und vor allem hat es dargestellt wie schnell jemand beseitigt werden könnte. – Marie

Das PnP hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, es war lustig und unterhaltsam. Durch die Rätsel, die mit dabei sind, ist das Ganze noch cooler und ich habe gelernt nicht gleich aufzugeben, wenn ich etwas nicht sofort schaffe. Ich werde in Zukunft sowas auch machen und sooft wie es geht. – Filip

Das Pen and Paper war richtig lustig. Ich habe gelernt, dass Teamwork wichtig ist. Was ich mitgenommen habe: Viel Spaß. – Nela

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