(1) Wie feiern andere?

[2019-04-15]

Wie feiern andere Christen und Christinnen ihren Glauben, wie unsere muslimischen Glaubensgeschwister? Davon könnt ihr in den folgenden Beiträgen etwas lesen.

Die Osterfeier in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten

Jesu Tod und Auferstehung sind die Kernthemen des christlichen Glaubens. Der Glaube an die Sündenvergebung durch Jesu Blut und die Hoffnung auf eine Auferweckung aus dem Tod bei Christi Wiederkunft hängen davon ab. Somit muss dieses Geschehen doch gebührend gefeiert werden! Die Adventgemeinde (= Kirche der Siebenten-Tages-Adventisten) hat keine eigene Tradition eines Osterfestes. In manchen Gemeinden findet eine Osterfeier statt, in den meisten jedoch nicht (Zu Weihnachten gibt es meist schon eine Adventfeier. Adventisten haben den Advent bereits im Namen. Jedoch wollen sie nicht nur von der Menschwerdung Jesu – erstes Kommen – reden, sondern auch von der Hoffnung auf Seine Wiederkunft – zweites Kommen).

Das Thema von dem Tod und der Auferstehung Jesu wird sehr gerne im Rahmen des Gottesdienstes zu Ostern thematisiert. Osterzeit ist Ferienzeit, in der viele verreisen. Viele Jugendliche im deutschsprachigen Raum besuchen den Youth-in-Mission Kongress, bei dem der Ostergedanke im Zentrum steht: „Das Evangelium soll in der ganzen Welt verkündigt werden!“

Wenn man Ostern nicht im klassischen Sinne feiert, ist es dann unwichtig? Nein, keineswegs! Die Adventgemeinde hat vier festliche Gottesdienste im Jahr, die den Tod und die Auferstehung Jesu im Mittelpunkt haben. Wir bezeichnen es als „Abendmahl“ (auch als „Herrenmahl“ bekannt), bei dem eine Fußwaschung, Essen von ungesäuertem Brot und Trinken von unvergorenem Wein stattfindet. Das erinnert uns an das erste Osterfest, das Pessah, als die Israeliten aus Ägypten befreit wurden, wie auch an das letzte Abendmahl Jesu vor seinem Tod. Die Handlungen finden nach guter innerer Vorbereitung jedes Gläubigen ineiner ehrfürchtigen, ernsten und feierlichen Haltung statt. Warum vier Mal im Jahr? Das geht aus der Überlegung heraus, dass es nicht wöchentlich (so bleibt es etwas besonderes und wirkt nicht abgedroschen) und auch nicht jährlich (zu selten, besonders wenn jemand mal verhindert ist) sein soll.

Viel wichtiger als die Tradition eines Osterfestes ist die Frage: Welche Bedeutung hat Ostern für mein persönliches Leben? Es lohnt sich darüber öfters nachzudenken, nicht nur zu Ostern.

Verfasst von Aleksej Herzog, Pastor im Praktikum der Kirche der Siebenten- Tags-Adventisten in Hallein

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