[10.04.2026]
Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!
Quasimodogeniti, auf deutsch „Wie die neu geborenen Kinder“ – so lautet der Name des ersten Sonntags nach dem Osterfest.
Der Name erinnert an das Neuwerden, das wir im Osterfest, dem wichtigsten christlichen Feiertag, erleben durften:
Der Tod ist besiegt und hat letztlich keine Macht mehr über uns. Die Auferweckung Jesu nährt meine Hoffnung, auch ich werde nach dem Tod ins ewige Leben bei Gott kommen. Und ich bekomme schon jetzt Kraft für meinen Alltag, ich darf vertrauen, schon jetzt schenkt mir Gott erfülltes Leben in seiner Nähe.
An diesem besonderen Sonntag, der auch weißer Sonntag genannt wird, wird in vielen Gemeinden Konfirmation gefeiert, bei uns ist es traditionell der Sonntag für das Geheimnisfest.
Der angehängte Sonntagsgruß geht einem weiteren Thema des Sonntags nach. Unsere Vikarin Annemarie Goldbrich nennt ihn den Sonntag der Zweifler.
Dieses Neuwerden, das Gott schenkt, spüre ich besonders im Gottesdienst – herzliche Einladung dazu!
- Freitag, 10. April, 12.00 Uhr Mittagsgebet
- Sonntag, 12. April, 09.30 Uhr festlicher Gottesdienst mit Geheimnisfest (Goldbrich, Denkl/Plasse)
Hier schon der Hinweis zu drei besonderen Veranstaltungen:
- Freitag, 18. April, 19.00 Uhr Salzburg Auferstehungskirche Kirchenkabarett „Aus heiterem Himmel“ (Plakat im Anhang)
- Sonntag, 19. April, 19.19 Stadtpfarrkirche Hallein Neunzehn.neunzehn spezial „Die Kunst der Fuge“ mit Thomas Schäfer-Winter, Orgel (Plakat im Anhang)
- Samstag, 25. April, 09.00 – 13.00 Uhr Interaktiver Workshop „Menschenrechte – verstehen, einordnen, leben“ (Plakat im Anhang)
Der Theologe Karl Barth versteht Ostern so:
„Wer die Osterbotschaft gehört hat,
der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen
und die humorlose Existenz eines Menschen führen,
der keine Hoffnung hat.“
Die frohe Botschaft „Der Herr ist auferstanden“ und die Hoffnung des Osterfestes mögen euch Kraft geben, Flügel verleihen und euch zum Lächeln bringen!
Euer Pfarrer Peter
Sonntagsgruß für Quasimodogeniti, 12. April 2026
Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde!
Der Sonntag nach Ostern ist der Sonntag der Zweifler. Es wird die Geschichte des Jüngers Thomas erzählt. Er ist nicht dabei, als der auferstandene Jesus sich seinen Anhängern zeigt, und Thomas kann deren Erzählung nicht glauben, er muss es mit eigenen Augen sehen. Dies passiert dann auch. Jesus zeigt sich ihm und lässt sich anfassen. Thomas darf begreifen, Jesus lebt.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,29) sagt Jesus daraufhin. Es wirkt etwas wie eine Zurechtweisung des Thomas und bleibt uns auch heute als eine tiefgehende Herausforderung. Gerade in der aktuellen Flut an Informationen sind wir ständig dazu aufgerufen, zu prüfen, zu hinterfragen. Wir wollen verstehen und begreifen, bevor wir vertrauen. Zweifel sind kein Ausdruck von Schwäche, sondern vielmehr der Wunsch einer ehrlichen Auseinandersetzung. Wäre einem der eigene Glaube nicht so wichtig, wäre es einfacher, Dinge hinzunehmen, Gehörtes unhinterfragt zu übernehmen.
Die Geschichte des Thomas gehört zu Ostern und ich finde das sehr wichtig. Denn gerade zu Ostern wird auch heute für viele deutlich: An die leibliche Auferstehung Jesu zu glauben ist eine Herausforderung. Denn so viele Argumente für die Glaubwürdigkeit man auch finden kann, es bleibt ein Ausdruck von Vertrauen. Uns ist es nicht möglich in Jesu Wunden zu fassen, kein naturwissenschaftliches Experiment kann diesen Beweis erbringen.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,29) wird so für uns zu einem Zuspruch. Selig werdet ihr sein – glücklich könnt ihr euch schätzen, wenn ihr daran glauben könnt. Jesus hat sich Thomas nicht verweigert, er ist gezielt ihm begegnet.
Darin liegt für mich Trost in der Geschichte. Der Zweifler wird nicht ausgeschlossen, weil er nicht genug geglaubt hat. Diese Zusage möchte ich allen von uns geben, denen es schwerfällt, an die Auferstehung Jesu zu glauben oder die ab und an Zweifel daran haben. Ich möchte schließen mit einem Ostergruß, den ich einer zweifelnden Freundin geschickt habe: Der Herr ist auferstanden!? Zumindest weigere ich mich daran zu glauben, dass das Schlechte das letzte Wort hat, Egoismus, Gewalt, Verzweiflung, Angst und Tod sind nicht das Ende. Die Hoffnung ist stärker, Hoffnung auf Freude, Zuversicht, Leben, Frieden und Freiheit!
Eure Vikarin Annemarie Goldbrich Ev. Pfarrgemeinde Hallein
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