Gruß zum Ostersonntag, 5. April 2026

[03.04.2026]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„In einer fernen Zeit gehst du nach Golgatha, erduldest Einsamkeit, sagst selbst zum Sterben ja.
Du weißt, was Leiden ist. Du weißt, was Schmerzen sind, der du mein Bruder bist, ein Mensch und Gottes Kind.
Verlassen ganz und gar von Menschen und von Gott, bringst du dein Leben dar und stirbst den Kreuzestod.
Stirbst draußen vor dem Tor, stirbst mitten in der Welt. Im Leiden lebst du vor, was wirklich trägt und hält.
Erstehe neu in mir. Erstehe jeden Tag. Erhalte mich bei dir, was immer kommen mag.“
(EG.E 4,1-5)

Der Text dieses neueren Passionsliedes von Otmar Schulz rührt mich an, denn es beschreibt das Geschehen des Karfreitags auf eindrückliche und zeitgemäße Art und Weise. In seinem Leiden und Sterben ist Jesus mir als Mensch ganz nah – und bleibt doch zugleich Gottes Sohn, von Gott gehalten und Leid und Tod überwindend.

Mit dem Rückblick vom Ostermorgen her wird klar: Der Tod am Kreuz, jedes Leiden, jeder Tod sind kein Ort der Gottverlassenheit, sondern Gott hat den Tod und die den Tod bringenden Mächte ein für alle Mal in die Schranken gewiesen. So wird aus dem Klagefreitag ein guter Freitag!

Vom Vertrauen auf die Ostererfahrung „Jesus lebt!“ handelt der angehängte Sonntagsgruß!

In der Botschaft der Bibel, in unseren Liedern, in den Kantaten von Johann Sebastian Bach und in unseren Gottesdiensten können wir diese tröstliche Auferstehungsbotschaft hören. Also kommt, hört und lasst euch anrühren! Herzliche Einladung!

  • Freitag, 03. April, 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit allgemeiner Beichte am Karfreitag (2.Korinther 5,19-21 – Gabriel/Weber), parallel Kindergottesdienst (Deri)
  • Freitag, 03. April, 18.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst (Goldbrich – Pollhammer)
  • Sonntag, 05. April, 06.00 Uhr Auferstehungsfeier am Ostermorgen, Beginn am Friedhofstor gegenüber der Kirche (Team des Gd. für dich&mich – Plakat im Anhang)
  • Sonntag, 05. April, 09.30 Uhr Kantatengottesdienst „Christ lag in Todesbanden“ (BWV 4) mit Abendmahl (1.Korinther 15,19-28 – Gabriel/Safari/BachWerkVokal – Plakat im Anhang), parallel Kindergottesdienst (Pann)

Herzliche Einladung auch zum einführenden musikalisch-theologischen Kaffeegespräch am Karsamstag, 4. April 2026, 16:00 Uhr
Diözesankantor Gordon Safari und sein Ensemble BachWerkVokal setzen die schöne Tradition eines Osterfestgottesdienstes in diesem Jahr mit einer der spannendsten Kantaten aus dem frühen Schaffen Johann Sebastian Bachs fort: In „Christ lag in Todesbanden“, BWV 4, geht Bach alle sieben Strophen des gleichnamigen Liedes von Martin Luther entlang. Die Choralmelodie erklingt in jeder der Strophen, wird aber meisterhaft je nach dem Inhalt des Textes interpretiert. So entsteht eine dramatische Inszenierung der Botschaft von der Auferstehung Jesu, die bis heute nichts an Aktualität und Überzeugungskraft eingebüßt hat.
Dazu wird Peter Pröglhöf beim Kaffeegespräch am Karsamstag anhand des Textes theologische Erläuterungen zur Bedeutung der Auferstehung Jesu geben, Gordon Safari stellt das Werk musikalisch vor.
Wer Kaffeegespräch und Gottesdienst besucht, wird vom Osterfest 2026 auf eine bleibende Art berührt werden.

Das österliches Zweifelbekenntnis unseres Superintendenten Olivier Dantine möge euch durch die Ostertage begleiten:
Ich bezweifle die Macht des Todes!
Ich bezweifle, dass die Welt so bleiben muss, wie sie ist.
Ich bezweifle, dass die Kriege die Probleme der Welt lösen können.
Ich bezweifle die Macht des Geldes.
Ich bezweifle, das nur das Machbare möglich ist.
Ich bezweifle, dass Menschen in Schubladen passen.
Ich bezweifle die Stempel, die den Menschen aufgedrückt werden.
Ich bezweifle, dass die Leistung einen Menschen ausmacht.
Ich bezweifle, dass mein Leben so bleiben muss, wie es ist.
Ich bezweifle, dass das, was ich in diesem Leben erlebe, bereits alles ist.
Ich bezweifle die Macht des Todes!

Gesegnete Kar- und Ostertage und das tiefe Vertrauen: Jesus lebt, die Macht des Todes ist zerbrochen!
Euer Pfarrer Peter


Gruß zum Ostersonntag, 5. April 2026

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Johannes 20,29) – so sagt es der auferstandene Jesus dem Jünger Thomas zu. Der wollte „Beweise“, dass Jesus wirklich auferstanden ist, wollte sehen und begreifen, dass der Auferstandene derselbe ist, dem er aus Galiläa gefolgt ist und der dann ans Kreuz geschlagen wurde.

Ich kann Thomas verstehen! Wie gerne möchte ich verstehen und „begreifen“, was damals vor 2.000 Jahren in Jerusalem geschehen ist. Wie war das genau? Was haben die Jünger und Jüngerinnen gesehen, wie kann ich mir die Erscheinung des Auferstandenen vorstellen?

Und wie war das mit dem Grab – was haben die Frauen gesehen?

Doch die Zusage Jesu an Thomas weist mich auf eine andere Spur! Es geht gar nicht ums Sehen. Und wenn ich genau hinschaue und in den Evangelien lese, was da vom Ostermorgen berichtet wird, merke ich: Es geht nicht ums Sehen, sondern ums Hören!

Das Entscheidende in den Erzählungen ist die Botschaft an die Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ (Markus 16,6). Da gibt es keinen Beweis – denn was beweist schon ein leeres Grab?

Da gibt es auch nichts zu sehen – außer den Leichentüchern.

Und auch die Jüngerin Maria, die im Evangelium des Johannes die wichtigste Zeugin für die Überwindung des Todes und das neuen Lebens ist, sieht letztlich nichts oder maximal „verschwommen“, denn sie hält ja den Auferstandenen für einen Gärtner.

Sie erkennt und begreift erst, als der auferstandene Jesus sie mit ihrem Namen anruft!

Da wird ihr klar: Er ist es! Jesus ist da – bei ihr, er lebt. Aber eben doch anders als vorher.

Er ist nicht wirklich zu sehen. Was geschehen ist, lässt sich kaum begreifen, aber sie hört Jesus! Und sie versteht: in dem, was Jesus gesagt hat, wird er weiterhin bei ihr und den anderen Jüngerinnen und Jüngern sein.

Und dann hören sie auch neue Worte des Auferstandenen, wie er ihnen Mut macht, in seinem Namen zusammen zu bleiben, wie er sie auffordert, mit der Taufe Menschen in die Christusgemeinschaft mit hineinzunehmen.

Denn die, die sich dann zu Jesus Christus bekennen und an ihn glauben, haben (so wie ich auch!) den irdischen Jesus nie kennengelernt und erlebt, und waren auch am Ostermorgen nicht dabei. Und dennoch glauben und vertrauen sie den Worten seiner Anhänger und Anhängerinnen, stützen sich auf das, was sie über Jesus lesen und von ihm hören.

Der wichtigste Nachfolger Jesu wird dann der Apostel Paulus. Auch er hatte Jesus persönlich nicht kennen gelernt, aber er hört die Stimme des auferstandenen Jesus. Das verändert sein Leben – und lässt ihn später schreiben: „Der Glaube kommt aus dem Hören.“ (Römer 10,17) Ostern – ein Hörerlebnis! Erfahrbar in den Worten der Bibel, im Gottesdienst der christlichen Gemeinde und nicht zuletzt in den wunderbaren Texten und Tönen einer Kantate von Johann Sebastian Bach!

Das möchte ich an diesem Osterfest: Genau hinhören und vertrauen, Jesus lebt!

Euer Pfarrer Peter Gabriel
Ev. Pfarrgemeinde Hallein


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