[01.04.2026]
Es ist in der Volkskultur gelebte Tradition, dass in der Fastenzeit ab Aschermittwoch keine Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen. Ausgenommen sind da nur Kurse oder Proben, damit dann nach dem Ende der Fastenzeit auch alles perfekt passt. Das gilt nicht nur für die Tänzerinnen und Tänzer, sondern es gehört selbstverständlich auch die Musik dazu, nach der getanzt werden soll. Alle Volkstänze haben eine eigene Melodie mit Ausnahme des „Boarischen“, bei dem es viele ortsübliche Figuren und auch eine Vielzahl an überlieferten und neuen Musikstücken gibt. Für den Musikanten oder die Musikantin einer diatonischen Harmonika ist es teilweise schon eine Herausforderung, diese vielen Melodien meistens nach Gehör zu lernen und dann auch auswendig spielen zu können.
Und somit freuen sich alle Beteiligten, wenn es dann ab dem Ostermontag wieder zu den Frühlingstanzfesten geht, wo die einen gerne das Volkstanzbein ausgiebig zur Musik der anderen schwingen dürfen. Diese Tanzfeste werden von den unterschiedlichsten Brauchtumsvereinen in Stadt und Land Salzburg veranstaltet und erstrecken sich selbstverständlich nicht nur auf den Frühling, sondern gehen bis in den Spätherbst nach dem Motto „Kathrein stellt den Tanz ein“ weiter. Und nicht zu vergessen ist auch die Ballsaison, in der es natürlich auch Volkstanzveranstaltungen wie das Salzburger Edelweißkränzchen gibt.
Bei so einem Tanzfest sind dann nicht nur die Volkstanzprofis zu sehen, die gerne ihr Können zeigen wollen, sondern es sind auch Leute dabei, die einfach aus Spaß am Tanzen hinkommen und neben Walzer-, Polka- und Boarischenschritten auch versuchen, bei einfachen Volkstänzen mitzumachen, die je nach Veranstalter auch kurz vorgezeigt werden. Hilfreich ist dabei auch das Anschauen des vorderen Tanzpaars. Die vielen Volkstänze (ich selbst kenne an die 100) gibt es entweder im Zweivierteltakt wie „Bauernmadl“, „Hiatamadl“, „Siebenschritt“, „Kuckuckspolka“ usw. oder im Dreivierteltakt wie „Malender“, „Mexikanischer Walzer“, „St. Bernhardwalzer“ usw. Besonders beliebt vor allem bei Anfängern sind auch Tänze, wo zwei Paare zusammen tanzen und sich dabei gegenseitig unterstützen können. Schließlich gibt es noch kompliziertere Figurentänze, die einiges an Übung erfordern, wie z. B. der „Salzburger Almtanz“, der gerne als Mitternachtseinlage von den Volkstanzprofis gezeigt wird.
Alle Volkstänze haben eine Gemeinsamkeit, und das ist die Koordination von unterschiedlichen Schrittfolgen zum passenden Takt mit den dazugehörenden Armhaltungen, was von beiden Gehirnhälften gesteuert wird.
Christine Frauscher, Volkstanzleiterin
Beitragsbild: Pfeffer in gemeindebrief.evangelisch.de