Sonntagsgruß zum 29.03.2026

[27.03.2026]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Hosianna! Gelobt sei der da kommt in dem Namen des Herrn!“ (Johannes 12,13) – so rufen die Menschen Jesus voller Begeisterung zu, als er nach Jerusalem kommt.
Mitten in der Passionszeit ist der Palmsonntag ein Freudentag. Bunte Palmbuschen zieren unsere Wohnungen und die Kinder machen einen Umzug durch die Kirche. Schon klingt die österliche Freude durch.
Doch dazwischen liegt der Karfreitag, muss ich mich Leid und Tod stellen. Die Karwoche liefert mich einem Wechselbad der Gefühle aus: Jubel, Freude, Feiern, dann Trauer und Unverständnis – und zum Schluss die Hoffnung des Ostermorgens.
Ich lade euch ein, gemeinsam in und mit unserer Gemeinde einen Weg bis zum Ostersonntag zu gehen. Unsere Gottesdienste bieten dazu einen guten, hilfreichen Rahmen – herzliche Einladung!

  • Freitag, 27. März, 12.00 Uhr Mittagsgebet
  • Samstag, 28. März, 16.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst in der Seniorenresidenz Kahlsperg (Markus 14,3-9 – Gabriel/Liu)
  • Sonntag, 29. März, 09.30 Uhr Gottesdienst mit Taufe am Palmsonntag (Gabriel/Pröglhöf) – bringt gerne eure Palmbuschen mit!
  • Sonntag, 29. März, 11.00 Uhr Kinderkirche „Der Esel erzählt“ – bringt gerne eure Palmbuschen mit! (Plakat im Anhang)
  • Donnerstag, 02. April, 18.00 Uhr Tischabendmahlsfeier am Gründonnerstag (2.Mose 12,1-14 – Gabriel/Weber)
  • Freitag, 03. April, 09.30 Uhr Abendmahlsgottesdienst mit allgemeiner Beichte am Karfreitag (2.Korinther 5,19-21 – Gabriel/Weber), parallel Kindergottesdienst (Deri)
  • Freitag, 03. April, 18.00 Uhr Abendmahlsgottesdienst (Goldbrich – Pollhammer)
  • Sonntag, 05. April, 06.00 Uhr Auferstehungsfeier am Ostermorgen, Beginn am Friedhofstor gegenüber der Kirche (Team des Gd. für dich&mich)
  • Sonntag, 05. April, 09.30 Uhr Kantatengottesdienst „Christ lag in Todesbanden“ (BWV 4) mit Abendmahl (1.Korinther 15,19-28 – Gabriel/Safari/BachWerkVokal – Plakat im Anhang), parallel Kindergottesdienst (Pann)
    Zur Einstimmung in den Kantatengottesdienst gibt es am Samstag, 4. April, 16.00 Uhr ein musikalisch-theologisches Kaffeegespräch im Gemeindesaal mit Peter Pröglhöf und Gordon Safari (Plakat im Anhang)

Herzliche Einladung zum Spielenachmittag: Dienstag, 31. März, 14.30 Uhr (Plakat im Anhang)

Der angehängte Sonntagsgruß bedenkt das Evangelium für den Palmsonntag.

Sylvia Bukowski schenkt uns dieses Gebet:
Du, Sohn Davids, unser Befreier,
manchmal wünschten wir, du kämest in sichtbarer Hoheit daher und würdest auf einen Schlag alles Elend beenden.
Aber du kommst auf einem Esel geritten, in der Gestalt eines machtlosen Menschen,
und dein Weg führt in Leiden und Sterben.
Du enttäuschst uns, wenn wir von dir göttlichen Zauber erwarten.
Aber du tröstest alle, die auf eine neue Welt hoffen, denn die Macht deiner Liebe verschafft dir den Sieg über alles Böse.
Mach uns von falschen Erwartungen frei, und lehre uns, dir mit dem Mut der Demut zu folgen. Amen
!

Euch einen erfüllten Palmsonntag und ein aufmerksames und gesegnetes Hineingehen in die Karwoche!
Euer Pfarrer Peter

ACHTUNG: In der Nacht auf Sonntag wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt!


Gruß zum Palmsonntag, 29. März 2026

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Die Erzählung vom „Einzug Jesu in Jerusalem“ findet sich in allen 4 Evangelien und ist wohl vielen von euch bekannt.

Jesus beauftragt seine Jünger, in einem nahegelegenen Dorf einen Esel zu besorgen, sozusagen auszuleihen. Darauf sitzend kommt er zum Stadttor von Jerusalem. Menschen laufen ihm entgegen, bilden eine Art Spalier, jubeln ihm zu. Sie rufen „Hosianna“, das bedeutet „Hilf doch!“, denn sie glauben und erwarten, mit Jesus kommt endlich der verheißene Retter, der Messias, der die misslichen Verhältnisse ändern wird. Sie hoffen, Jesus wendet sich ihnen zu, er macht sie heil. Doch es geht auch um die grundsätzliche Änderung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse, ein Ende der Herrschaft der Römer.

Ausdruck findet das Jubeln und Loben in den Kleidern, die wie ein roter Teppich auf die Erde gelegt werden, sowie durch Palmwedel, mit denen sie Jesus zuwinken. Daraus ist der Name Palmsonntag entstanden.

Für diesen Sonntag ist die Erzählung im Johannesevangelium (Joh. 12,12-19) vorgesehen, am 1.Advent die von Matthäus (Mt. 21,1-11) – denn an beiden Sonntagen geht es darum, dass Jesus zu uns kommt: als Kind am Beginn der Adventszeit, als Leidender und Auferstehender am Beginn der Karwoche.

In der Vorbereitung auf den Gottesdienst am Sonntag habe ich mich mit der Fassung bei Markus (Mk. 11,1-10) beschäftigt – und bin an folgendem Satz hängengeblieben: „…werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.“ Jesus setzt sich auf also auf einen ganz jungen, kleinen Esel, auf dem noch nie jemand gesessen ist, der ganz unberührt und rein ist.

Für die Menschen zur Zeit Jesu und die mit dem 1.Testament vertrauten Leser*innen des Markusevangeliums ist damit der Bezug zum messianischen Friedenskönig, den die Propheten ankündigen, gegeben. Der vernichtet eben Waffen und Rosse und wählt den friedsamen Esel als Reittier. Zudem: Wer auf einem Esel sitzt, ist nicht größer bzw. höher als die Menschen, die am Wegesrand stehen, sondern begegnet ihnen auf Augenhöhe.

Jesus versteht sich also als der verheißene Retter, der sich als Mensch auf eine Stufe mit ihnen stellt und Menschen dient.

Aber mit Jesus bricht auch etwas ganz Neues an! So wird er in den kommenden Tagen die Hoffnungen und Erwartungen vieler Menschen enttäuschen – und das tut er bis heute!

Denn immer wieder versuchen Menschen, „Jesus vor ihren Karren“ zu spannen, ihn zu benutzen für ihre Interessen. Doch Jesus entzieht sich allen Vereinnahmungsversuchen: Seine kompromisslose Liebe sprengt immer wieder menschliche Vorstellungen von dem, was sich gehört, wie etwas geordnet sein müsste. Vor allem aber sein Weg durchs Leiden in den Tod stellt meine Lebensvorstellung mit dem Wunsch nach Glück, Gesundheit und Wohlstand in Frage. Jesus zeigt mir einen Gott, der gerade in Leid und Schmerz mir nahe ist. Der nicht ausweicht, sondern selbst Leid und Tod auf sich nimmt. Da bleibt mir zunächst der Jubel im Hals stecken – und dann entsteht das tiefe Gefühl von Gehaltenwerden. In solchem Vertrauen will ich in die Karwoche gehen.

Euer Pfarrer Peter Gabriel







 

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