Sonntagsgruß 23. Jänner 2022

[21.01.2022]

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Herzlich grüße ich euch mit dem biblischen Wort für diesen Sonntag und die kommende Woche: „Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.“ (Lukas 13,29)

Am Tisch Gottes, in seinem Herrschaftsbereich ist Platz für jede und jeden, da wird niemand abgewiesen, da sind alle willkommen!

Gottes Einladung, sein Wort überwinden all die Grenzen, die wir Menschen aufrichten, wo wir andere abweisen oder ausgrenzen, Gott sagt allen zu: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28)

Diese wunderbare Verheißung und Vision fordern mich als Christ und uns als christliche Gemeinde aber auch heraus. Auch wenn ich weiß, dass erst am Ende der Zeit, Gottes Reich der Liebe in vollkommener Weise Wirklichkeit werden wird, will und soll schon jetzt etwas von Gottes Einladung spürbar und erfahrbar werden.

Deshalb sind am Tisch des Herrn, beim Abendmahl in der Evangelischen Kirche alle ohne Ausnahme willkommen, deswegen gibt es keine Zugangsbeschränkungen im Gottesdienst – auch nicht in Corona-Zeiten.
Wir bemühen uns, eine offene und einladende Gemeinde zu sein.

Und wissen doch zugleich, dass uns als fehlbaren Menschen, dies nicht immer gelingt, dass wir andere Menschen ausgrenzen oder ablehnen, dass wir gern unseren vertrauten Kreis haben, in dem Neue manchmal auch stören.

Dass wir argwöhnisch schauen, wer da alles kommt – so anders als wir – und Angst um unseren angestammten Platz, unsere Position haben.

Ich wünsche mir so viel Gottvertrauen, dass ich offen sein kann für Neues und Neue, für Veränderungen in unserer Gemeinde.

In dem tiefen Glauben, dass ich Gottes geliebtes Kind bin, will ich von Herzen auch anderen Menschen diese Erfahrung gönnen, und meinen Teil dazu beitragen, dass andere Gottes Liebe erfahren dürfen, seine Einladung hören und spüren: Ich bin gemeint.

Jesus ist mir dabei ein gutes Vorbild, weil er auch auf fremde Menschen mit Respekt und auf Augenhöhe zugegangen ist, sich mit ihnen gemeinsam an den Tisch gesetzt hat. Sein ganzes Leben ist eine Verkörperung der Gewissheit: Gottes Liebe kennt keine Grenzen und überwindet die Grenzen, die wir Menschen immer wieder aufrichten.

Auf Gottes grenzenlose Liebe vertrauend,

Euer Pfarrer Peter Gabriel

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