Das letzte Wort

[11.12.2025]

Viele Jahre gab es in der Tennengauer Woche (vormals Tennengauer Nachrichten) eine Kolumne unter dem Titel „Grüß Gott“. Darin wurden wöchentlich Beiträge von Männern und Frauen veröffentlicht, die in einer der kirchlichen Institutionen offizielle Ämter bekleiden. Vielen Leserinnen und Lesern boten diese Zeilen eine häufig etwas andere Sicht auf das Geschehen in der nahen und fernen Welt. Mit Jahreswechsel wird diese Kolumne nun aufgelassen. Einer der letzten Beiträge in der Ausgabe vom 11. Dezember 2025 stammt von Peter Pröglhöf, diesen wollen wir den Leseren der Homepage nicht vorenthalten und besonders ans Herz legen.

Das letzte Wort

Peter Pröglhöf

In den vergangenen sieben Jahren habe ich in dieser Kolumne immer wieder das Wort zum Thema Frieden und Gewaltlosigkeit ergriffen. Ich halte das für einen der wichtigsten Beiträge, den die Kirchen in unserer Zeit leisten können. Da den Autoren mitgeteilt wurde, dass „Grüß Gott” mit Ende des Jahres eingestellt wird, setze ich heute auch genau da meinen Schlusspunkt: Es fühlt sich geradezu tragisch an, recht zu behalten.

Die Kriege der letzten Jahre haben nichts, aber auch gar nichts gebracht außer Tod, Zerstörung, Hass, verwüstetem Land, traumatisierten Menschen und katastrophalen Auswirkungen für das Weltklima. Nirgendwo gibt es einen Sieg, dem ein dauerhafter Friede folgen würde.

Es ist völlig absurd, dass uns fast täglich – auch von einer der größten Tageszeitungen im Land Salzburg – eingehämmert wird, dass jetzt aufgerüstet werden muss und dass dafür Hunderte Milliarden Euro bereitgestellt werden müssen, im Wissen, dass sie überall, vor allem im Sozialbereich und in der Bildung, aber auch in der Abwendung der Klimakatastrophe, fehlen werden.

Das Lernen des Friedens, das Einüben der Gewaltlosigkeit, wäre jetzt eines der wichtigsten Ziele internationaler Politik.

Und auch wenn das offenbar kaum jemand hören will: Das letzte Wort wird der behalten, auf dessen Kommen wir uns im Advent vorbereiten sollten: Der Frieden gebietet, den Waffen ein Ende bereitet, sodass die Menschen „nicht mehr lernen, Krieg zu führen” (Der Prophet Micha 4,4).

Peter Pröglhöf

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