Gruß zum 9. Mai 2024

[08.05.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32). Das biblische Motto für den Himmelfahrtstag und den folgenden Sonntag Exaudi macht deutlich: wie Jesus bei Gott, in seiner Herrlichkeit ist, so hoffen auch wir, im Tod von Jesus zu Gott geführt zu werden und dort in Ewigkeit in seiner Liebe geborgen zu sein. Der angehängte Sonntagsgruß beleuchtet eine weitere Botschaft des Festes Christi Himmelfahrt: Jesus ist trotz Tod, Auferstehung und Himmelfahrt immer noch bei mir und uns.

Um dieses Dasein Gottes erlebbar werden zu lassen, beginnen wir jeden Gottesdienst „Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ und laden euch herzlich ein zum Gottesdienst am Sonntag, 12. Mai, 09.30 Uhr. Am Freitag, 10.5. findet kein Mittagsgebet statt.

Ein Himmelfahrts-Gebet geben wir euch für dieses verlängerte Wochenende mit:

„Gott, du bist überall.
Du wohnst im Himmel und auf der Erde.
An jedem Ort kann ich dir nahe sein.
An jedem Ort kann ich deine Kraft spüren.
Hier und am Ende der Welt.
Danke dafür!
Ich bitte dich:
Sei jetzt hier – hier an diesem Ort.
Da, wo ich gerade bin!
Sende deine Kraft aus der Höhe.
Segne mich!
Durch Jesus Christus, unseren Bruder, der versprochen hat, bei uns zu sein alle Tage bis ans Ende der Welt.
Amen!“

Möget ihr Gottes Nähe und Dasein in eurem Leben spüren – in guten und in schwierigen Zeiten!

Euer Pfarrer Peter


Feiertagsgruß zum Fest Christi Himmelfahrt, 9. Mai 2024

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Und als Jesus das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg von ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel?“ (Apostelgeschichte 1,9-11a).

Die Himmelfahrt Jesu Christi bekennen wir zwar jeden Sonntag im Glaubensbekenntnis, aber vielen ist dieses Fest wohl eher fremd, nur in wenigen Gemeinden finden Gottesdienste statt. Und wenn bevorzugt im Freien, so dass man die Wolken und den Himmel sehen kann.

Was will uns heutigen Menschen diese Erzählung sagen, die wir doch wissen, Gott und Jesus thronen nicht auf einer Wolke im Himmel, Himmel ist nicht das, was ich sehe, sondern ein religiöser Begriff dafür, wo Gott und auch die Verstorbenen sich aufhalten?

Mir fällt auf, dass die Geschichte ganz ähnlich erzählt wird, wie das, was sich am Ostermorgen am Grab ereignet. Die Frauen suchen Jesus und ein Jüngling oder zwei Engel sagen ihnen: Ihr sucht Jesus am falschen Ort, er ist nicht hier im Grab, er ist auferstanden.

Ebenso wird den Jüngern und Jüngerinnen in der Apostelgeschichte klar gesagt: Jesus ist nicht oben im Himmel. Es nützt gar nichts, wenn ihr ihm sehnsuchtsvoll nachschaut, sondern es geht darum, dass ihr im Hier und Jetzt lebt. Aber in der Gewissheit: Jesus ist nach wie vor bei euch, er gibt euch Kraft und Mut. Das wird dann durch die Gabe des Heiligen Geistes – hier in dieser Geschichte und dann beim Pfingstfest – ausgedrückt.

Auferstehung bedeutet also: Jesus, der Christus, der Retter, der Befreier, ist nach wie vor da, bei seinen Anhängerinnen, in dieser Welt, aber er ist anders da als vorher, als er ein Mensch wie du ich war. Auferstehung ist etwas völlig anderes als Wiedergeburt. Jesus kommt nicht auf die Erde zurück als anderes Lebewesen – und stirbt dann noch einmal.

Jesus ist bei mir, aber er ist auch bei Gott, in seinem Reich, seiner Herrlichkeit, denn mit dem Tod hören Raum und Zeit auf, d.h. Jesus ist „gleichzeitig“ an mehreren Orten und wird von Menschen aus ganz unterschiedlichen Zeiten erlebt und gespürt.

In den ersten Wochen (40 Tage) nach seinem Tod erlebten ihn die Jüngerinnen dabei auf spezielle Weise, ganz nah noch, fast angreifbar. Die Himmelfahrtsgeschichte macht deutlich: diese Zeit ist vorbei, Jesus ist jedoch nach wie vor da, aber nicht mehr so unmittelbar. Und genauso erlebe ich, erleben wir das ja auch.

Ich kann Jesus spüren, erfahren – im Wort der Bibel, in der Begegnung mit anderen Menschen, im Gebet, in Brot und Wein beim Abendmahl, in mir drin. Darauf will ich vertrauen: Jesus Christus ist bei mir jeden Tag – das gibt mir Kraft zum Leben!

Euer Pfarrer Peter Gabriel