„Was Jesum treibet“

[01.10.2025]

Was trieb Jesus an, als er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben im Tempel von Jerusalem mit Geißeln aus Stricken aus dem Tempel trieb, das Geld der Wechsler ausschüttete und ihre Tische umstieß? Den Händlern rief er noch nach: „Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“ (Joh. 2/13-25)

Jesus vertreibt die Händler im Tempel

Die Frage, was Jesus bei der Tempelreinigung antrieb, kann auf verschiedene Weisen interpretiert werden, je nachdem, ob man sich auf das physische oder metaphorische Handeln bezieht:

  • Physisch gesehen ist das konkrete Handeln Jesu im Fokus – angewidert vom geschäftigen Treiben, das zu den Festtagen im Tempel herrschte, hat er das „Haus seines Vaters“ von dem gereinigt, was nicht in den Tempel gehört – ein Tempel ist ein Haus des Gebetes und kein Marktplatz, an dem man seine Waren feilbietet und seine Geschäfte abwickelt!
  • Metaphorisch gesehen – also bildlich betrachtet – ist die Kernaussage dieser Geschichte meines Erachtens, dass Jesus in dem Moment, in dem er das geschäftige Treiben im Tempel wahrgenommen hat, entsetzt und wahrscheinlich auch zornig darüber war, dass es den Menschen wichtiger war, im Tempel ihrem Tagesgeschäft nachzugehen als den Tempel für seinen eigentlichen Zweck zu nutzen: Nämlich im Gebet mit Gott in Beziehung zu treten …

Kannst du dir kurz Zeit nehmen, um folgende Fragen zu beantworten?

  1. Was ist die treibende Kraft in DEINEM Leben?
  2. Wofür begeisterst du dich?
  3. Was ist dir in deinem Leben wichtig?

Sich immer wieder einmal diese Fragen zu stellen, macht durchaus Sinn. Denn das, was uns antreibt, beeinflusst unser tägliches Handeln und hat Auswirkung auf die Ziele, die wir uns setzen. Die Motivation, diese Ziele zu erreichen, gibt dem Leben Sinn und Richtung. Diese intrinsische Motivation ist die Triebfeder unseres Handelns und führt letztendlich zur persönlichen Zufriedenheit, wenn wir schlussendlich das erreichen, wofür wir uns – hoffentlich mit Begeisterung – eingesetzt haben.

Jeder bzw. jedem von uns kann die Motivation aufgrund widriger Lebensumstände verloren gehen. Nach außen sichtbar wird das aufgrund fehlender Motivation. Eine Aussage eines Menschen, der sich mir mit seinen Sorgen anvertraut hat, soll dies verdeutlichen: „Das Leben meint es nicht gut mit mir! Ich weiß nicht, wie viele Bewerbungen ich in den letzten Monaten geschrieben habe – entweder bekam ich eine Absage oder gar keine Antwort. Wozu soll ich mir weiterhin diese Mühe machen? Wer nimmt schon jemanden, der über 60 Jahre alt ist und seit einem halben Jahr Arbeitslosengeld bezieht…!“

In solchen Lebenssituationen braucht es positive Anreize von außen – Maßnahmen, die dem Betroffenen die Kraft geben, sich trotz vieler Absagen weiterhin zu bewerben und die Hoffnung auf einen passenden Job nicht aufzugeben. Diese extrinsische Motivation kann auch durch ein motivierendes Gespräch geweckt werden – jemandem Mut zuzusprechen, sich die eigenen Stärken (wieder) in Erinnerung zu rufen und nicht nur auf das zu schauen, was gerade nicht so gut läuft, kann schon „kleine Wunder“ bewirken. Es braucht manchmal nur ganz wenig, um neue Motivation zu wecken und selbstbestimmtes, zielgerichtetes Handeln neu zu initiieren.

Die Ziele, die wir uns setzen, verändern sich im Laufe unseres Lebens: Manchmal sind diese Veränderungen von außen bestimmt – wie bei einem Segelboot, das durch den wechselnden Wind zu Kursänderungen gezwungen wird. Aber es kann auch sein, dass wir erkennen, dass wir unser Ziel aus den Augen verloren haben oder sich ein weit lukrativeres Ziel auftut – in diesem Fall haben wir es selber in der Hand, den Kurs entsprechend zu ändern.

Was wir trotz vielleicht notwendiger Kursänderungen in unserem Leben aber nie aus den Augen verlieren sollten, ist der Glaube: Er ist unsere Triebfeder und der Grundstein unseres Handelns.

Bewahrt euren Glauben – er ist wie ein Anker, der auch in stürmischen Zeiten Halt gibt, und wie ein Kompass, der uns unsere Lebensziele nie aus den Augen verlieren lässt!

Diakoniebeauftragte Edda Böhm-Ingram

 

… zum weiterlesen …

Gedanken

Grete rennt

[03.04.2026] Die Karwoche erinnert daran, dass im Leiden kein Sinn ist, erklärt Michael Chalupka Der Palmsonntag war ein sonniger Frühlingstag, als die Sirenen wieder heulten. Grete war 14. Grete wusste, was zu tun war. Neben […]

Gedanken

Tanz als Sprache der Kultur

[02.04.2026] Es sind schon einige Tänze erwähnt worden. Besonders bei den indigenen Völkern gibt es die verschiedensten Tänze und Hintergründe, die interessant sein könnten. Diese möchte ich Ihnen/Euch gerne vorstellen. Indigene Tänze sind ein bedeutender […]

Allgemein

Kantatengottesdienst am Ostersonntag

[02.04.2026] 5. April 2026, 9:30 Uhr Johann Sebastian Bach: Christ lag in Todesbanden BWV 4 Dazu einführendes Kaffeegespräch am Karsamstag, 4. April 2026, 16:00 Uhr Diözesankantor Gordon Safari und sein Ensemble BachwerkVokal setzen die schöne […]

Hauskirche

Karwoche und Ostern zu Hause

[01.04.2026] Nicht alle, die gerne kommen würden, haben auch tatsächlich die Möglichkeit, die Karwoche und Ostern in unserer Kirche mitzufeiern. Wer sich trotzdem davon nicht abhalten lassen will, hier informieren wir über diesbezügliche Angebote im […]

Gedanken

Volkstanz

[01.04.2026] Es ist in der Volkskultur gelebte Tradition, dass in der Fastenzeit ab Aschermittwoch keine Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen. Ausgenommen sind da nur Kurse oder Proben, damit dann nach dem Ende der Fastenzeit auch alles perfekt […]

Gedanken

Tanzgeschichten

[31.03.2026] „Es führt über den Main. Eine Brücke von Stein. Wer darüber will gehn. Muss im Tanze sich drehn – Falalalala-Falalala.“ … Bei diesem Volkslied erscheint für mich eine Szene, wie meine damals zweijährige Tochter […]