Sonntagsgruß zum 16. November 2025

[14.11.2025]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

Pfarrer Peter Gabriel

Ich erinnere mich noch gut an mein Vikariat im norddeutschen Dorf Apen im Ammerland im Jahr 1995. Nach dem Gottesdienst am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr gab es eine Andacht am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof zur Erinnerung an die im 2.Weltkrieg gefallenen Soldaten.
Denn in Deutschland wird seit 1952 an diesem Sonntag auch der Volkstrauertag begangen. Er soll an die Opfer von Gewalt und Krieg aller Nationen erinnern. Ich habe mich damals bei dieser Feier unwohl gefühlt – vielleicht auch wegen des ehemaligen Namens „Heldengedenktag“ und der Gefahr, hier könnte Krieg verherrlicht werden, mitten im Zeitalter des Friedens…
Heute denke ich: wie gut, wenn an einem Tag im Jahr besonders an alle Opfer (militärische wie zivile) von Kriegen gedacht wird, Kriegen überall auf der Welt, zu allen Zeiten – und auch gerade jetzt. Wenn in dieses Gedenken jegliche Opfer von Gewalt mit eingeschlossen werden und zum Frieden aufgerufen wird.
Als Christ trägt mich die Hoffnung, der Tod wird nicht das letzte Wort haben! Ich halte mich fest an der Verheißung aus dem Propheten Jesaja (9,1-6), die Jürgen Henkys so wunderbar in ein Lied umgedichtet hat (EG 20,1+2):
Die ihr noch wohnt im Tal der Tränen, wo Tod den schwarzen Schatten wirft: Schon hört ihr Gottes Schritt, ihr dürft euch jetzt nicht mehr verlassen wähnen.
Er kommt mit Frieden. Nie mehr Klagen, nie Krieg, Verrat und bittre Zeit! Kein Kind, das nachts erschrocken schreit, weil Stiefel auf das Pflaster schlagen.

Der angehängte Sonntagsgruß blickt voraus auf die herausfordernden Bibeltexte dieses Sonntags – und macht Mut, die Spannung zwischen dem noch nicht und schon jetzt auszuhalten, lädt ein zum großen Und!

Kommt zahlreich zu unseren Gottesdiensten an diesem Wochenende und weiteren Veranstaltungen!

  • Freitag, 14. November, 12.00 Uhr Mittagsgebet
  • Sonntag, 16. November, 09.30 Uhr (Hiob 14 – Mayr/Pollhammer)
  • Mittwoch, 19. November, 19.19 Uhr Neunzehn.neunzehn „Herbststürme – zum 150. Geburtstag von Maurice Rawel (Plakat im Anhang)

So bete ich:
Mein Gott, komm! Rede, und schweige nicht.
Fressende Feuer sind auf deiner Welt: Kriege, Hass, Gewalt und Tod. Das macht mir Angst.
Gewaltige Wetter gibt es auf deiner Erde: Dürren und Hitze, Klimawandel. Vergiftetes Land durch Menschenhand. Das macht mir Angst.
Mein Gott, komm! Rede, und schweige nicht zu meiner Angst.
Gib mir Mut, nicht zu schweigen und mich meiner Verantwortung zu stellen.
Mein Gott, komm!

Ich hoffe und warte auf einen barmherzigen Gott – für mich und für diese Welt!
Euer Pfarrer Peter



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