(3) Wie feiern andere?

Wie feiern andere Christen und Christinnen ihren Glauben, wie unsere muslimischen Glaubensgeschwister? Davon könnt ihr in den folgenden Beiträgen etwas lesen.

Der Fastenmonat Ramadan

Das Fasten im Monat Ramadan gehört zur Glaubenspraxis der MuslimInnen. Das islamische Jahr richtet sich nach dem Mondkalender, weshalb es um 10 bzw. 11 Tage kürzer als der Sonnenkalender ist. Aus diesem Grund verschiebt sich der Monat Ramadan um diese Tage nach vorne und durchschreitet somit alle Jahreszeiten.

In diesem Jahr beginnt der Fastenmonat für MuslimInnen am 5. Mai 2019 und endet am Abend des 4. Juni 2019. In diesem Monat enthalten sich MuslimInnen von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang dem Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr. Die Verpflichtung zum Fasten betrifft nur jene, die diese geistige und körperliche Enthaltsamkeit durchführen können. So sind alle MuslimInnen, die geistig zurechnungsfähig sind und die Pubertät erreicht haben zum Fasten verpflichtet. Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und ähnliche Personengruppen sind jedoch von dieser Pflicht ausgenommen.

Der Monat Ramadan ist die Zeit der seelischen und geistigen Reinigung, die Stärkung der Selbstdisziplin und die Weiterentwicklung der Gottesfürchtigkeit. Da die Fastenzeit auch als sozialer Akt der Solidarität mit den Bedürftigen verstanden wird, ist es nicht im Sinne des Islams, nach dem Sonnenuntergang übermäßige Mengen an Nahrung aufzunehmen, denn es gibt für Allah kein übleres Gefäß, als den vollen Magen. Die Fastenden erfahren, was es bedeutet, Hunger und Durst zu haben, etwas wodurch Millionen von Menschen ihr Leben verlieren. Es ist auch ein Monat der Freigiebigkeit, wo nicht nur die soziale Pflichtabgabe, sondern freiwillige Spenden an Arme gegeben werden. Eine weitere Bedeutung ist das Zusammenkommen der Familie zum Essen, weshalb ein Anlass dafür ist, dass man einen Monat lang Freunde, Verwandte und Nachbarn zum Fastenbrechen einlädt, um das Gefühl der Geborgenheit zu stärken. Die Fastenzeit endet mit dem dreitägigen Ramadanfest, in der Hoffnung, dass Gott die Fastenzeit annehmen möge. Die Feier beginnt mit einem besonderen Festgebet in der Moschee, wonach sich die MuslimInnen gegenseitig beglückwünschen. Anschließend begibt sich jeder nach Hause und die dreitägige Feier kann nun fortgeführt werden.

Ridvan Tekir, islam. Religionslehrer