Gesegnete Weihnachtstage!

„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.“ (Lukas 2,8)

Wir alle kennen diese Worte aus der Weihnachtsgeschichte des Lukas, die wir am Heiligen Abend wieder hören und lesen werden. Eigentlich ein alltäglicher, wenig spektakulärer Satz. Was sollen Hirten auch sonst tun, als draußen bei ihren Tieren zu bleiben und auf sie aufzupassen? Und in der Nacht ist die Gefahr besonders groß, dass ein Wolf sich ein Schaf reißt.

Doch wir wissen ja auch, dass die Hirten dann Großartiges erleben, dass der Engel Gottes ihnen eine frohe Botschaft verkündet, sie die Engel im Himmel singen hören und dann als erste das neu geborene Jesuskind in der Krippe bestaunen dürfen.

Bei der Word-Cloud, die unsere letztjährigen Konfirmand*innen auf der Freizeit in Großgmain zur Weihnachtsgeschichte erstellt haben – sie ziert die Titelseite des Gemeindebriefes! – steht das Wort Hirten zentral in der Mitte und ist am größten geschrieben.

Gemeinsam mit den Engeln sind sie die entscheidenden Figuren in dieser Erzählung des Lukas. Der macht damit deutlich, dass sich in der Geburt dieses ersten Sohnes von Maria und Josef aus Nazareth Himmel und Erde begegnen, Gott sich noch einmal auf neue Weise seinen Menschen bekannt macht. Lukas ist zutiefst davon überzeugt, in diesem Jesuskind ist Gott auf die Erde gekommen, der schon lang ersehnte Retter, der Christus. Er wird aber nicht erst als Erwachsener oder wie David als kleiner Junge als solcher entdeckt, sondern er ist es schon bei seiner Geburt, er ist von Anfang an und schon immer Mensch und zugleich Gott.

Ein Gott, der mir als Mensch so nahe wie nur möglich kommt, indem er wie ich auch auf die Welt kommt, als kleines Baby durch einen Geburtsvorgang.

Ein zweites ist Lukas wichtig: Jesus, der Mensch gewordene Gott, ist das Kind ganz normaler Eltern aus dem Volk Israel, keine reichen, vornehmen Leute, sondern Menschen so wie du und ich, ein junges Paar.

Sie stehen in der Tradition, im Glauben ihres Volkes. Abraham, Isaak und Jakob, dann Mose und die Befreiung aus Ägypten – Nomaden waren ihre Vorfahren. Und haben auf ihren Wanderungen, auch in Unterdrückung und Verfolgung erlebt: Gott ist da, er begleitet uns, er geht mit uns.

Und so sind die Hirten die ersten in der Erzählung des Lukas, die von der Ankunft Gottes auf Erden erfahren. Sie, die nur zu gut um die Gefährdung des Lebens wissen, dürfen als erste erfahren: Ihr braucht keine Angst zu haben. Gott ist doch da, bei euch, er geht mit auf allen euren Wegen.

Das gilt auch für mich und uns heute – in einer Zeit der Umbrüche und Krisen, einer Zeit der Verunsicherung und neuer Ängste.

Die Weihnachtsgeschichte von der Geburt des Jesuskindes im Stall von Bethlehem bei den Hirten möchte mir und uns das wieder nahe bringen und neu deutlich machen.

Ich wünsche euch in diesen adventlichen-weihnachtlichen Tagen, dass vielleicht auch ihr die Engel singen hört, dass ihr aber auf jeden Fall spürt, wie nah euch Gott sein möchte.
Gesegnete, tröstliche, stärkende und Angst vertreibende Weihnachtstage wünschte euch

Euer Peter Gabriel