Die Blume, die Wünsche wahr werden lässt…

[27.07.2022]

Wie bei der Pusteblume, bei der sich die Samen bei einem einzigen Atemstoß in hoher Zahl in der Luft verteilen, sind meine Wünsche an unsere Kirche so zahlreich, dass ich hier nur die wichtigsten anführen möchte. Aber vorweg die Frage: WER oder WAS ist „meine Kirche“, an die ich all die Wünsche formuliere?

Die meisten von uns denken bei dem Begriff „Kirche“ zunächst an ein Gebäude. Weit sichtbar durch den Glockenturm bietet die Kirche einen Raum, in dem Leben und Glaube zur Sprache kommt und Platz für all das ist, was in einer Welt voller Hektik und dem ständigen Anspruch auf Erfolg und Anerkennung schnell in Vergessenheit geraten kann. „Kirche“ – das sind aber auch die Menschen, die ihren Glauben gemeinsam erleben und das christliche Leben miteinander teilen. An diese Menschen – unsere Kirchengemeinschaft – richten sich meine Wünsche. Ob Kirche wirklich Kirche ist, zeigt sich für mich vor allem daran, ob meine Wünsche von der Kirche nicht nur wahrgenommen, sondern auch bestmöglich erfüllt werden:

  • Ich wünsche mir eine Kirche, die ihre Gotteshäuser weit öffnet und damit allen Menschen in dieser hektischen Zeit Räume der Stille anbietet, um bei sich selbst und im Gebet bei Gott ankommen zu können.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die in fröhlichen Gottesdiensten das Lob Gottes so singt, dass alle Menschen mit einstimmen können – auch diejenigen, die von sich behaupten, nicht singen zu können!
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die ihren Mitarbeitenden stets wertschätzend begegnet und ihnen Aufgaben überträgt, die ihren Fähigkeiten entsprechen! Dabei soll es keine Rolle spielen, ob jemand haupt- oder ehrenamtlich tätig ist.
  • Ich wünsche mir, dass meine Kirche jeden Menschen akzeptiert und gleichermaßen willkommen heißt, ohne Unterschiede in Bezug auf das Geschlecht, die sexuelle Orientierung oder die jeweilige Lebensweise!
  • Ich wünsche mir, dass meine Kirche den Menschen Lebensbegleitung und Hilfe immer dann anbietet, wenn sie den Weg allein nicht mehr gehen können und unsere Unterstützung benötigen!
  • Für alle Kinder und Jugendlichen wünsche ich mir, dass meine Kirche ihnen geschützte Räume bietet, in denen sie eigene Erfahrungen machen und als Persönlichkeiten wachsen können und ihnen eine Auseinandersetzung mit ihrem Glauben ermöglicht wird.
  • Ich wünsche mir, dass meine Kirche eine „lernende Kirche“ bleibt, damit sie zukunftsfähig gestaltet werden kann! Das bedeutet, für die Erfahrungen, die wir machen, offen zu bleiben und nicht zurückzuschrecken, wenn der Weg auch einmal unbequem oder gar steinig wird.
  • Ich wünsche mir, dass meine Kirche ein Ort der Hoffnung ist und den Menschen die Gewissheit vermitteln kann, dass unser Leben und unsere Zukunft in Gottes Hand liegen!

Menschen, die eine klare Haltung haben und Entschlossenheit an den Tag legen, haben mich immer schon beeindruckt. Deshalb wünsche ich mir von meiner Kirche, dass sie nicht nur für alle gleichermaßen offene Türen hat, sondern immer und ohne Einschränkung an der Seite derer steht, die keine eigene Stimme haben! Wichtig ist dabei, dass wir als Christinnen und Christen dabei nicht „verwechselbar“ werden, sondern wahrhaftig handeln. Das bedeutet für mich, dass unser Leben übereinstimmt mit unserem Reden – und unser Reden übereinstimmt mit der biblischen Botschaft.

Und wie würdest du/würden Sie die Frage beantworten, wenn sie nach den Wünschen an deine/lhre Kirche gefragt werden? Gern kannst du/ können Sie Ihre Wünsche formulieren und diese entweder an einen unserer beiden Pfarrer oder an mich per Mail übermitteln. Vielleicht gelingt es uns dann gemeinsam, den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen!

Diakoniebeauftragte Edda Böhm-Ingram

 

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