Weihnachten in Island

[14.12.2022]

Unsere evangelische Pfarrgemeinde zeichnet sich u.a. durch eine große Buntheit und Vielfalt von Menschen aus, die aus unterschiedlichen Ländern und Gegenden hier in Hallein heimisch geworden sind. Ähnliches gilt für die ganze evangelische Kirche in Österreich. Alle bringen dabei auch Bräuche und Traditionen aus ihren Herkunftsländern mit – besonders im Blick auf das Christfest und wie sie es in ihrer Kindheit und Jugend gefeiert haben. In 9 kurzen Statements erzählen einige von ihnen, was für sie das Besondere, das Typische am Weihnachtsfest dort ist, wo sie herstammen.

Weihnachten in Island

Björg Sigurthorsdottir

Die Vorweihnachtszeit ist für ein Kind in Island etwas Besonderes. Warum, weil es in Island die 13 jólasveinar bzw. die Weihnachtsgesellen gibt. Jeder von diesen Weihnachtsgesellen hat einen eigenen Namen z.B. Stúfur = der Kleine, Kertasníkir = Kerzenklauer, Askasleikir = Schüsselschlecker, Gluggagægir = Fensterkucker. Wie man erkennen kann, steht ihr Name für das, was sie gerne machen, der eine stiehlt Kerzen, der andere schaut durch die Fenster und ein anderer schleckt die Pfannen aus. Früher waren diese Kerle etwas gemein, aber inzwischen sind sie eher wie der Weihnachtsmann, bringen Geschenke und sind rot gekleidet.

Die Weihnachtsgesellen wohnen in den Bergen. Dreizehn Tage vor Weihnachten, zwischen 12.-24. Dezember, kommt jeden Tag einer aus den Bergen zu den Menschen. Die Kinder stellen einen Schuh aufs Fensterbankerl und wenn sie brav waren, bekommen sie von dem Jólasveinn ein kleines Geschenk. Wer aber zu spät ins Bett geht oder nicht brav gewesen ist, bekommt entweder Fischgräten oder eine Kartoffel.

Nach dem ersten Weihnachtstag verschwinden die Weihnachtsgesellen der Reihe nach wieder in die Berge. Der letzte Geselle ist dann am 6. Januar verschwunden.

Gleðileg jól!

Björg Sigurthorsdottir

 

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