Sonntagsgruß zum 20. November 2022

[18.11.2022]

Toten- oder Ewigkeitssonntag

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps. 90,12)

Diese Bitte, ja Lebensweisheit möge uns begleiten am Ende des Kirchenjahres und im Blick auf den kommenden Sonntag!

An ihm erinnern wir uns an die Verstorbenen und nennen unter Entzündung einer Kerze die Namen der Menschen, die im vergangenen Jahr in bzw. im Umfeld unserer Pfarrgemeinde verstorben sind.

Ich denke besonders an eine von ihnen, die sehr akkurat ihre Trauerfeier geplant, sogar schon selber die Todesanzeige vorbereitet und mir als Pfarrer ihren Konfirmationsspruch für die Predigt übermittelt hat.
Die letzten Wochen und Tage ist sie sehr bewusst dem Tod entgegen gegangen, liebevoll unterstützt durch ihren Sohn. Dreimal haben wir noch miteinander das Heilige Abendmahl gefeiert, gesungen und gebetet.
Und ich habe ihr sehr bewusst Danke und Lebewohl gesagt.
So durfte sie dann im Vertrauen auf Gott und in der Hoffnung auf das neue Leben bei Gott friedlich einschlafen.

Für mich ist das ein ermutigendes Beispiel, dem Sterben, dem Tod und der Trauer unter uns Raum zu geben, weder die Tränen zu verstecken noch das Sterben und den Tod zu tabuisieren. Denn Sterben und Tod gehören ganz selbstverständlich zum Leben dazu.

Als Christ brauche ich keine Angst davor zu haben, denn auch auf diesen letzten Schritten will mich Gott wie ein guter Hirte geleiten, stützen und halten. Er ist bei uns im Menschen im Tal des Todes und auch im Tal der Trauer, wenn ich mich von einem geliebten Menschen verabschieden und ihn zu Gott vorausgehen lassen muss.

Denn ich bin überzeugt: ich lebe nicht nur hier auf Erden und dann in der Erinnerung meiner Angehörigen, ich lebe nach dem Tod weiter in Gottes Ewigkeit.

Das meint für mich der Psalmbeter mit dem Klugsein: Sterben und Tod sind Teil des Lebens, vor denen ich mich nicht fürchten muss, weil ich immer in Gott geborgen bleibe, sein geliebtes Kind bin.

Ich darf mich am Geschenk des Lebens und Gottes Liebe erfreuen und ich kann dann auch getrost loslassen – mein Leben, einen geliebten Menschen – und an Gott zurückgeben.

So getrost und getragen im Vertrauen auf Gott zu leben, das wünsche ich uns allen von Herzen,

Euer Pfarrer Peter Gabriel

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