Geschichtsunterricht

[06.10.2025]

Eine kleine Geschichtsstunde zum Reformationstag

Meine Lieben,

heute gibt es von mir eine kleine Geschichtsstunde. Da ja bald der Reformationstag (31.10.) ist, möchte ich euch erzählen, wer eigentlich dafür verantwortlich ist und warum es uns „Evangelische“ gibt.

Es begann ungefähr so:

Lutherdenkmal auf dem Marktplatz in Wittenberg – Foto: Lotz in gemeindebrief.de

Es war einmal ein kleiner Junge namens Martin. Er wurde 1483 im Mittelalter geboren. Martins Familie war wohlhabend: Sein Vater verdiente gutes Geld und war sogar Mitglied im Stadtrat. Martin lernte viel in der Schule – nicht nur Deutsch und Mathematik, sondern auch Latein und etwas über berühmte Schriftsteller wie Aristoteles. Später studierte er Jura, vor allem, weil sein Vater das wollte. Damals musste man den Eltern gehorchen.

Doch eines Tages geriet Martin in ein schweres Unwetter. Er glaubte, dass er sterben müsse. Da versprach er der heiligen Anna, der Schutzpatronin seiner Schule, Mönch zu werden, wenn sie und Gott ihm helfen würden zu überleben. Martin überstand das Gewitter und hielt sein Versprechen: Er trat in ein Kloster ein.

Dort studierte er Theologie und wurde Priester. Sein Orden schickte ihn eines Tages nach Rom. Dort begann Martin jedoch, am katholischen Glauben zu zweifeln. Er sah Dinge, die er für respektlos und verachtenswert hielt. In ihm begann es zu „brodeln“. Er machte sich Gedanken darüber, wie man die Kirche verändern und verbessern könnte. Schließlich veröffentlichte er – wie wir alle wissen – die 95 Thesen.

Martin Luther wollte eigentlich keine neue Kirche gründen. Er wollte nur zeigen, dass die Kirche seiner Meinung nach auf einem falschen Weg war. Doch die Reformation führte zu Streit und Spaltungen. 1517 kann man sagen, wurde die „evangelische“ Kirche geboren.

Foto: Erwin Wodicka in gemeindebrief.de

Besonders wichtig war, dass Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte. Er wollte, dass auch einfache, arme Menschen, die keine Bildung hatten, verstehen konnten, was in der Bibel steht. Dazu passt auch sein Satz: „Was Christum treibet!“ – alles, was Jesus und seine Lehren in den Mittelpunkt stellt, führt uns näher zu Gott.

Viele Priester und Mönche waren nicht einverstanden. Martin musste die katholische Kirche verlassen. Doch Gott gab ihm die Kraft weiterzumachen. Er lehrte die Menschen, dass Gott sie liebt, nicht bestrafen will und sie nicht auf ewig verdammt. Er zeigte, dass Gott ein geduldiger, liebevoller Herrscher ist, der seinen Sohn auf die Erde geschickt hat, um uns Hoffnung und ein Leben in Freiheit zu schenken – ein Leben, das nichts kostet. Gottes Liebe ist gratis!

Heute ist vieles im christlichen Glauben anders geworden. Und egal, ob wir katholisch, evangelisch, orthodox oder etwas anderes sind – wir haben alle ein Ziel:
Gott soll in unserem Leben sein. Gott soll unser Freund sein.
Wir dürfen uns darauf verlassen, dass er uns nie vergisst, dass er uns begleitet und seine Hand nach uns ausstreckt.

Es liegt nur an uns, ob wir das auch wollen.

Ich freue mich schon auf den schönen Herbst – ihr auch? Habt eine gute Zeit und einen guten Start ins neue Schuljahr!

Eure Yvonne

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