Kirche: Warum? – Die individuelle Betreuung

[29.03.2023]

Viele verbinden mit der Frage „ Warum Kirche? “ wahrscheinlich die Vorstellung, regelmäßig zum Gottesdienst in die Kirche zu gehen. Ich denke an vieles mehr, was meine Kirche in Hallein bietet, unter anderem an die individuelle Betreuung. Meine persönliche Antwort lautet, „Warum Kirche? – Weil ich einen besonderen Beistand in einer schweren Krankheitszeit erlebt habe.“

Die beiden Pfarrer kamen auf mich zu, denn sie spürten, dass es mir nicht gut ging. Wahrgenommen zu werden und mit jemandem sprechen zu können, das war mir in dieser schweren Zeit eine große Hilfe. Peter und Jens-Daniel haben mir immer diese Hilfe angeboten. Auch von anderen Gemeindemitgliedern fühlte ich mich „betreut“. Ich habe die aufbauende Erfahrung gemacht, in dieser Kirchengemeinde gibt es Menschen, die für mich da sind, mich akzeptieren und ich kann mich geborgen fühlen.

Sicherlich ist es von Vorteil, wenn man sich selbst mit seinen Bedürfnissen an die beiden Pfarrer oder andere Gemeindemitglieder wendet, denn in das Seelenleben eines jeden aus der Gemeinde kann niemand schauen.

Die Bitte: „Peter, Jens-Daniel, ich brauche eure Hilfe, ich habe Kummer!“ kommt mir nicht so leicht über die Lippen. Doch wenn ich diesen Schritt vollzogen hatte, bekam ich immer ein offenes Ohr und Unterstützung in Form eines Gespräches oder Besuches. Schon allein das Wissen, ich bekomme Hilfe, hat mir gezeigt: „Karin, jemand ist für dich da und du kannst deinen Kummer aussprechen und dein ‚Herz‘ öffnen.“

Klar, unsere Pfarrer können nicht alle Probleme lösen, aber ich werde gehört und ernst genommen mit meinen Sorgen. Mir wurde Verständnis für meinen Kummer entgegengebracht und ich wurde auf dieser schmerzhaften Wegstrecke nicht allein gelassen.
Zur individuellen Betreuung gehört für mich auch die Krankenhaus-Seelsorge. In unserer Gemeinde gehen die Pfarrer regelmäßig ins Krankenhaus, um PatientInnen aus der Gemeinde zu besuchen.

Diese Betreuung durfte auch unsere jugendliche Tochter erfahren. Peter besuchte sie nach ihrer Operation im Krankenhaus. Sie hat sich sehr gefreut und ihre Zimmerkolleginnen waren ganz „baff“, als plötzlich der Pfarrer kam. Solch eine Erfahrung hatten sie noch nie gemacht. Unserer Tochter hat es sehr gutgetan, von ihrer Operation und ihren Schmerzen abgelenkt zu werden. Mir war gar nicht bewusst, wie nachhaltig dieser Besuch bei ihr wirkte. Noch heute spricht sie davon und ich finde es toll, dass die Krankenhaus-Seelsorge auch für Jugendliche etwas Besonderes ist.

Karin Landwehr

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