Sonntagsgruß zum 7. Mai 2023

[05.05.2023]

Sonntag Kantate

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Dr. Peter Gabriel

Unter dem Titel „Kirche lebt und liebt Musik“ hat die Generalsynode unserer evangelischen Kirche im Jahr 2010 einen wegweisenden Text zur Bedeutung der Kirchenmusik beschlossen, in dem es am Anfang heißt:

„Wort und Musik, Sprache und Lied gehören zusammen. Mit beidem ist umschrieben, was den evangelischen Gottesdienst und evangelische Frömmigkeit ausmacht. Dass Menschen auf die Begegnung mit Gott in seinem Wort durch Musik und Lied antworten, verrät ein tiefes Geheimnis. Wenn Gott spricht, verwandelt sich das alltägliche, irdische Menschenleben in einen Klang, weil im Menschen eine Saite angeschlagen wird, die ohne Gott stumm bliebe. Evangelischer Gottesdienst und evangelische Frömmigkeit sind ohne Wort und Musik nicht zu denken.“

Um die belebende und heilende Wirkung von Musik geht es im Predigttext (1.Samuel 16,14-23) für diesen Sonntag Kantate, zu Deutsch „Singt!“ Der Hirtenjunge David erfreut mit seinen Harfenklängen den schwermütigen und depressiven Saul, durch die Musikklänge geht es ihm wieder besser.
Das kenne ich von mir auch: Musik hilft mir in verschiedenen Lebenslagen, sie erfreut mich, baut auf, ja tröstet auch.

Bei einem Konzert kann ich mich in die Musik, in den Klangteppich fallen lassen, fühle mich aufgehoben, entrückt von alltäglichen Sorgen und Geschäften, manchmal sogar wie in himmlischen Sphären.

In Zeiten der Trauer habe ich Musik als sehr tröstlich erlebt. Wie gut tut es, wenn ich vor Rührung und Schmerz zwar kaum sprechen kann, aber dann mit wenn auch brüchiger Stimme singe, und damit meiner Trauer und auch meiner Hoffnung und Zuversicht eine Stimme geben kann.

Musik, die mich sogar zum Tanz verleitet, die mich erfrischt und ermuntert, gehört für mich zu einem Fest, zu fröhlich-ausgelassener Stimmung dazu.
In einem Gottesdienst kommen alle diese Aspekte zusammen: da ist Raum für Traurigkeit, Angst oder Sorge, Zeit zum Abschalten und Sich-neu-Ausrichten und auch für Freude und Schmunzeln. Neben dem gesprochenen Wort und der Stille spielt für mich dabei Musik eine große Rolle – sowohl das eigene Singen als auch das Lauschen auf die Stimmen eines Chores und die Klänge verschiedener Instrumente.

Ich liebe dabei durchaus ganz unterschiedliche Arten von Musik, traditioneller oder auch eher aus der Jetztzeit, ruhiger oder auch beschwingter, lauter – je nach meiner Stimmung oder auch dem Anlass entsprechend.

Da jeder einen anderen Musikgeschmack hat, ist es gar nicht so leicht, in einem Gottesdienst Musik so zu gestalten, dass alle davon angerührt werden.

Doch das ist vor allem mein Wunsch an diesem Sonntag Kantate: dass auch ihr angerührt werden von Musik und ihre heilende, tröstliche und erfrischende Wirkung erleben dürft!

Euer Pfarrer Peter Gabriel

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