Sonntagsgruß zum 24. Dezember 2023

[22.12.2023]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ (Lukas 2,10-11)
Diese Weihnachtsbotschaft des Engels rufen wir Euch zu! Wir hoffen und wünschen, dass Ihr in diesen weihnachtlichen Tagen erfüllt werdet von der Freude über die Geburt des Jesuskindleins. In ihm kommt Gott uns Menschen ganz nah, wird einer von uns – und macht zugleich heil, was zerbrochen ist, in mir, in meinen Beziehungen, auf dieser Welt.

An dieser Zuversicht wollen wir festhalten, auch in dunklen Zeiten – das bedenkt der nachstehende Sonntagsgruß über das Lied von Jochen Klepper „Die Nacht ist vorgedrungen“.

Weihnachtssegen „urbi et orbi“

„Gottes Lebenskraft für Afrika.
Gottes Bescheidenheit dem nördlichen Amerika.
Gottes Freiheit für Lateinamerika.
Gottes Unverfügbarkeit für Asien.
Gottes Lächeln über Australien.
Gottes Entgegenkommen für Europa.
Gottes Heiterkeit für Ozeanien.
Gottes Frieden über unsere Stadt und über den ganzen Erdkreis.
So geht in diese Weihnachtstage mit dem Segen Gottes.
Seid ein Segen für andere!“

Von Herzen wünschen wir Euch ein berührendes und Freude schenkendes Christfest!

Eure Pfarrer Peter und Jens-Daniel

Heiliger Abend 2023

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“ (EG 16,1+3-4)

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Gerade in unseren turbulenten, unfriedlichen und herausfordernden Zeiten spricht mich das vom evang. Theologen Jochen Klepper 1937 verfasste Gedicht und Weihnachtslied sehr an!

Auch wenn ich manchmal nicht sehe, wie sich Dinge und Beziehungen zum Positiven entwickeln können – im großen Weltgefüge wie in meiner kleinen Welt – so erfüllt mich die Zuversicht des Liedes, ja der Weihnachtsbotschaft mit Freude und nimmt mir meine Furcht. Das Ende der Dunkelheit ist absehbar! Wie jedes Jahr mit dem Christfest die Tage wieder länger werden, so vertraue ich: Liebe, Miteinander und Versöhnung werden auch unter uns Menschen immer wieder Platz greifen und sich ausbreiten.

Die Geburt des Jesuskindes im Stall von Bethlehem vermittelt mir die Gewissheit: Gott weiß um meine Not, um das, was mich umtreibt und nicht schlafen lässt. Er sieht meine Tränen, hört meine Klagerufe und kennt meine Verzweiflung. Dennoch will ich vertrauen: Gott ist da, er ist mir ganz nah und lässt mich auch im Dunkeln nicht allein. Sein Licht, seine Liebe leuchten mir den Weg.

Dabei ist Jochen Klepper (wie die Bibel) sehr realistisch: auch mit dem Wunder der Weihnacht, mit der Ankunft Gottes auf Erden ist nicht alles gut. Weiter werden Menschen einander Leid zufügen, sich selbst und allen Kreaturen die Lebensgrundlagen rauben – das müssen wir leider auch seit der Zeitenwende in Bethlehem immer wieder erleben.

Doch die Rettung, die Erlösung ist schon da, leuchtet unter uns auf: Gott wird Mensch! Das bedeutet: ich muss mich nicht als Gott aufspielen, alles richten, alles perfekt machen, gar andere beherrschen. Ich darf Mensch sein und bleiben – mit meinen Fehlern, meinem Versagen, aber auch mit dem Bemühen, mich immer mehr der Liebe Gottes zu öffnen und diese Liebe zu leben. So wie Gott es in Jesus von Nazareth mir gezeigt hat.

So will ich mich auch dieses Jahr wieder mit den Hirten auf den Weg zum Stall machen, will mich anrühren lassen von der weihnachtlichen Botschaft: „Fürchte dich nicht, auch dir ist heute der Heiland geboren!“

Euch allen wünsche ich ein gesegnetes, erfüllendes und besinnliches Weihnachtsfest – daheim in euren Familien oder allein, in der Stille der Natur oder in unseren Gottesdiensten!

Euer Pfarrer Peter Gabriel

 

 

 

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