Sonntagsgruß zum 17. März 2024

[15.03.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

Judika – „Schaffe mir Recht, Gott“ (Psalm 43,1), so lautet der Name des 5. Sonntags der Passionszeit. In einer Woche feiern wir schon Palmsonntag und begehen die Karwoche. Der nachstehende Sonntagsgruß bedenkt den weiteren Verlauf des Wochenpsalms und wirbt für gläubige Selbstgespräche als Methode für leidvolle Phasen. Der biblische Spruch dieses Sonntags weist schon auf den Grund von Jesu Leiden am Karfreitag hin: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ (Matthäus 20,28) Darum geht es Jesus: er will für andere da sein, statt sich selber groß zu machen oder auf seinem Vorrecht zu bestehen. Dadurch befreit und erlöst er uns Menschen von unserem Kreisen um uns selbst und unserer Gottesferne.

In den kommenden Tagen solltet ihr die Vorschreibung des Kirchenbeitrages für das Jahr 2024 erhalten! Wir bitten euch wieder herzlich, mit eurem Beitrag die vielfältige Arbeit in unserer Gemeinde und den Dienst von uns Pfarrern zu unterstützen. Solltet ihr falsch (zu hoch oder zu niedrig) eingeschätzt worden sein – meldet euch bitte bei unserer Kirchenbeitragsreferentin Yvonne Ennsmann, 0699/18877598. Im Gespräch lässt sich fast alles klären und eine Lösung finden!

Passend zum Wochenspruch haben wir dieses Gebet gefunden:
„Jesus Christus, du hast gesagt: Du willst nicht herrschen. Du willst uns dienen. Mir dienen. Du gibst dein Leben für viele. Für mich. Menschensohn. Gottessohn. Gott, du dienst mir. Ich staune. Ich danke dir. Amen!“

Wir wünschen euch die Erfahrung, dass Gott für euch eintritt, dass Jesus Christus eure Füße auf weiten Raum stellt, dass Gottes Heiliger Geist euch neu mit Fantasie und Mut begabt!

Eure Pfarrer Peter und Jens-Daniel

Sonntagsgruß zum Sonntag Judika

Führst du Selbstgespräche?
Der Wochenpsalm hat mich zu dieser schrägen Einstiegsfrage ermutigt. Hier macht uns der Psalmist das nämlich vor: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ (Ps 43,5)

Die Seele gilt als Sitz der Empfindungen, die unser Leben bereichern, insbesondere wenn sie uns mit Freude erfüllen. Doch wenn sich traurige und negative Gefühle festsetzen, kann das zu einem echten Problem werden. Glücklicherweise sind wir seelischen Verstimmungen nicht hilflos ausgeliefert: Wie der Psalmist können wir mit unserer Seele „sprechen“, sie ermuntern und sogar zurechtweisen.

Den Auftakt des 43. Psalms haben wir schon in den Kircheninfos bedacht: „Schaffe mir Recht, Gott“ (V. 1a). Der Verfasser befindet sich offensichtlich in einer Notsituation und spricht in einem ersten Schritt Gott an – von ihm erbittet er Hilfe. In einem zweiten Schritt macht er sich bewusst, dass Gott ihm doch stets „Freude und Wonne ist“ (4b) und er ihm für seine Hilfe danken und ihn dafür loben wird. Er weiß: das wird seiner Seele guttun.

Doch so schnell ist es nicht einfach gut. Die Zeit des Jubelns ist noch nicht gekommen, noch umzingeln den Psalmisten Feinde und traktieren ihn mit lieblosen Worten. Die Seele spürt diese große Last. Und der Psalmist nimmt seine Seele ernst, er übergeht sie nicht, vielmehr geht er ziemlich bestimmt in Dialog mit ihr – Selbstgespräch quasi. Er gibt seiner Seele wichtige und nachhaltige Impulse, indem er sie an den gütigen Gott und die nahende Hilfe erinnert.

Auch wir können unsere Seele durch die biblischen Zusagen Gottes ermutigen. Der Psalmist bleibt dabei ehrlich: Diese Ermutigung kommt nicht einfach im Handumdrehen an. Wir alle wissen nur zu gut, wie schnell wir in alte Sorgen und Denkmuster zurückfallen. Es braucht das HARREN – laut Duden: „mit bestimmter innerer Erwartung über eine gewisse Zeit hin auf ein Ereignis oder eine Person warten“. Es geht also nicht um eine kurze Zurechtweisung unserer Gefühlswelt, sondern um gläubige Selbstgespräche. Mir gefällt diese Methode: Harre auf Gott, meine Seele!

Pfarrer Jens-Daniel Mauer

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