„Wie sagt man da?“

[02.09.2024]

… so fordern manchmal Eltern ihre Kinder auf, um ihnen das Danke-Sagen beizubringen, wenn sie etwas bekommen haben.

Mir ist sehr bewusst, dass viele Dinge nicht selbstverständlich sind oder mir ja eh zustehen, ich sozusagen einen Anspruch darauf habe, sondern dass Vieles in meinem Leben Geschenk ist. Dafür bin ich sehr dankbar!

„Danket dem Herrn! Wir danken dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich“ – so dichtet Karl Herrosee (EG 333) in Anlehnung an Psalm 118.

Das eröffnet mir noch eine weitere Dimension! Mein Dank hat ein Ziel, einen Adressaten. Hinter dem, was mir geschenkt wird, entdecke ich einen liebevollen, freundlichen Gott. Ihm verdanke ich letztlich mein Leben, meine Begabungen, all das, was ich erleben darf und mir widerfährt.

Ich schreibe bewusst alles, weil ich vertraue: Auch die schwierigen Zeiten, dann, wenn es mir nicht so gut geht, etwas, worüber ich mich ärgere – auch das „verdanke“ ich Gott.

Bei meinen Eltern ist es doch genauso: Viel Gutes haben sie mir mitgegeben, mich nach bestem Wissen und Gewissen aufs Leben vorbereitet. Aber natürlich habe ich auch nicht so gute Eigenarten von ihnen übernommen, manchmal haben sie mir Dinge versagt oder mir eine unangenehme Aufgabe aufgebürdet.

Aber das gehört zum Erwachsen werden dazu, genauso wie zum Leben auch Krankheiten, Zeiten der Herausforderungen, der Enttäuschung oder derTrauer gehören. Wenn die nicht von Gott kommen sollten, sondern von irgendeinem Schicksal oder gar von einer bösen Gegenmacht, dann wird Gott ganz klein, zu einem hilflosen „lieben“ Gott.

Ich vertraue hingegen darauf, Gott ist immer da, alles in meinem Leben hat mit ihm zu tun – auch das nicht so Schöne. So will ich immer wieder versuchen, auch Zeiten des Leides und der Schwierigkeiten dankbar aus seiner Hand zu nehmen.

Denn ich habe ja erfahren, wie Herausforderungen mich prägen, wie aus Unangenehmem Gutes wächst und ich gerade auch durch Leid und Trauer wachse.

So will ich nicht nur lernen, Danke zu sagen, sondern zu bekennen: Danke Gott, dass du für mich da bist und mich so reich beschenkst!

Euer Pfarrer Peter Gabriel

 

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