Arme sind die Lieblinge Gottes

[01.04.2025]

Dieser ziemlich eindeutige Ausspruch steht in keinem geringeren Dokument als der Bibel. Daneben gibt es allerdings auch noch andere Zuweisungen:

  • Arme „sterben vor der Zeit“ (Gustavo Gutiérrez)
  • Arme „sind der Abfall einer Gesellschaft“ (Franziskus von Rom).
  • Arme „evangelisieren uns“ (Jon Sobrino)
  • Arme sind die Lieblinge Gottes (Bibel)

Und es gibt auch ziemlich klare Aussagen zur Armut:

  • Armut verdunkelt das Leben
  • Armut ist multidimensional
  • Armut versperrt den Zugang zu materiellen und immateriellen Gütern
  • Armut ist die Frucht menschlicher Entscheidungen ist „strukturelle Sünde“ (Johannes Paul II)

Wir sind arm, weil ihr reich seid!

Stimmt diese oft gehörte Aussage tatsächlich, warum ist das so und was können wir ganz konkret dagegen unternehmen? Über den Reichtum und auch die Armut in dieser EINEN Welt ging es bei vierten Vortrag bei der Fastenaktion 2025 im vollbesetzten Pfarrzentrum in Puch. Für die Referentin Magdalena Holztrattner war der Pfarrsaal in Puch ein „Heimspiel“, verbrachte sie doch ihre Kindheit und Jugend in Puch, ehe sie Studium und anschließendes Berufsleben in die weite Welt zogen.

Wie schon bei den Abenden zuvor bieten wir allen Interessierten wieder die Möglichkeit, die Vorträge als Tonaufnahme anzuhören und so – wer nicht persönlich kommen konnte – an diesem Abend „indirekt“ dabei zu sein.

Die Referentin

MMag.a Dr.in Magdalena M. Holztrattner, MA: Theologin & Religionspädagogin, Armutsforscherin, Sozialethikerin, Organisationsberaterin, Coach, Erwachsenenbildnerin, Moderatorin, Autorin, Keynotespeakerin, Verfasserin von Radiobeiträgen und Prozessmoderatorin. Hauptsächliche Erwerbsarbeit ist aktuell die bei Kolping Österreich und dort die Geschäftsführung des Frauen- und Sozialreferats.

Der Abend in Bildern

Arno Stockinger begrüßt die Referentin des 4. Abends der Fastenaktion 2025 im Pfarrsaal in Puch
Magdalena M. Holztrattner
Magdalena M. Holztrattner

Der ganze Vortrag zum Nachhören

 


Schreibwerkstatt zum Thema Armut

Passend zum Thema „Armut“ der diesjährigen Fastenaktion haben wir Autoren aus der Schreibwerkstatt der Zeitung Apropos eingeladen, einen Beitrag aus ihrer Sicht, sozusagen „aus erster Hand“, zu schreiben. Sie werden daher an dieser Stelle die nächsten 5 Wochen jeweils einen solchen Beitrag lesen können.

Straßenzeitungsverkäufer

Die Zeitung Apropos auf der Straße zu verkaufen ist eine Frage der Ausdauer. Ich schreibe hier von mir, aber meine Geschichte ist auch ein Beispiel, das für alle meine ZeitungsverkäuferkollegInnen stehen kann. Unabhängig von den Jahreszeiten sind wir jeden Tag, an dem es uns möglich ist, an unserem Verkaufsplatz: egal ob es regnet oder schneit. Und selbst die Nacht mit ihren kalten Winden beneidet uns um unser Durchhaltevermögen. Wir trotzen den Elementen und lassen uns nicht unseren mittelmäßigen monatlichen Lebensunterhalt von ihnen wegnehmen.

Denken Sie bitte nicht, dass wir gewinnsüchtig sind, das ist gar nicht möglich, aber denken Sie auch nicht, dass Sie uns überlegen wären. Wir erleben das immer wieder, wenn wir die Zeitung verkaufen …

Sehr oft stoßen wir auf Misstrauen, Vorwürfe und Ressentiments, wir stören den Blick, uns kann man überall sehen, aber gesehen werden wir nicht.

Andere, die uns begegnen, bevorzugen eine freundliche Haltung, möchten aber die Distanz zwischen uns und ihnen nicht verringern … Mir ist mehr als einmal aufgefallen, dass manche uns die Münzen für die Zeitung am liebsten unberührt in die Hände fallen lassen … Weißt du, was in meiner Seele ist und was ich in mir selbst erlebe …?

Viele Menschen denken, dass dies eine einfache Möglichkeit ist, Geld zu verdienen, aber in Wirklichkeit ist es eine geistige und körperliche Verzerrung gegenüber dem, was andere Berufstätige tun. Für andere ist vieles möglich und die Arbeit ist nur eine Frage der Zeit, danach können sie ihre Freizeit genießen oder sich verdientermaßen in den Ruhestand zurückziehen.

Doch ich möchte ausdrücklich betonen, dass auch wir Verkäufer und Zeitungsschreiber bei unseren Treffen mit freundlichen Menschen aus aller Welt eine gute Zeit haben, denn eine Stadt wie Salzburg ist ein historisches Kulturzentrum, geeignet für politische Treffen aus aller Welt. Ich kann Ihnen offen mitteilen, dass ich schon lockere und anregende Gespräche mit Schweizern, Norwegern, Australiern, Luxemburgern, Dänen, Amerikanern, Tschechen, Esten, Serben, Russen und viele anderen geführt habe, die mit Freude unsere Zeitung von mir gekauft haben.

Mein besonderer Dank gilt den Familien Meran, Thun, Porsche und Winziger sowie den Priestern Wagner und Brandstätter. Vielen Dank auch an die Lebensmittelketten für die Möglichkeit dort zu verkaufen. Ohne ihre schützenden Flügel würden wir nass, kalt und traurig auf den Straßen stehen …

Und vielen Dank an alle Käufer und Käuferinnen, für ihr Interesse und ihrer Zuwendungen.

Ogi Georgiev

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