Ostern – ein Tanz setzt ein

[06.04.2026]

Edda Böhm-Ingram„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“, lautet die frohe Botschaft! Ostern ist mit Recht das höchste Fest im Christentum, denn die Auferstehung Jesu Christi symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod. Wir leben mit der Gewissheit, dass auch uns nach dem Tod die Auferstehung und das ewige Leben zugesichert sind! Das löst in mir persönlich tiefe Dankbarkeit und gleichzeitig unbändige Lebensfreude aus!

Es gibt aber auch Momente im Leben, in denen Trauer diese Lebensfreude trübt – wenn beispielsweise ein geliebter Mensch stirbt. Der Schmerz dieses Verlustes lässt uns in tiefe Trauer versinken. Tränen fließen unaufhaltsam, eine Leere macht sich breit und tröstende Worte scheinen nur wenig zu helfen. Nach der offiziellen Verabschiedung, in der wir noch einmal gemeinsam an den geliebten Menschen denken, muss jede:r für sich einen Weg finden, mit dem Verlust des geliebten Menschen umzugehen.

Anfangs fühlt man sich in der Trauerphase wie gelähmt – man „funktioniert“, aber das Leben scheint an einem vorbei zu ziehen. In solchen Momenten zu tanzen, ist wohl das Letzte, an das wir denken würden – oder geht es Ihnen da anders? Dabei kann gerade dann, wenn die Trauer uns lähmt und sprachlos macht, ein Tanz eine wunderschöne und befreiende Möglichkeit sein, Gefühle auszudrücken. In vielen Weltkulturen – beispielsweise in Tibet – ist der Tanz ein Bestandteil der eigenen Identität. Das bedeutet, dass Tänze auch ganz bewusst in Krisensituationen genutzt werden, um mit dem Göttlichen in Verbindung zu treten.

Dass Tanzen tatsächlich ein probates Mittel gegen Traurigkeit ist, davon ist auch in Psalm 30/12 zu lesen: „Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet.“ Dieser Vers erinnert uns daran, dass Jesus unsere Trauer in Freude verwandeln kann, wenn wir ihm nur vertrauen!

Möglicherweise soll genau das in dem Titelbild unseres heutigen Gemeindebriefes ausgedrückt werden? Wie lange der Schock über das leere Grab angedauert hat und sich dann die Gewissheit der Auferstehung breit gemacht hat, wissen wir nicht – aber seiner eigenen Sprachlosigkeit tanzend Ausdruck zu verleihen, war sicher sehr befreiend! Ich gestehe allerdings, dass es mir schwerfallen würde, mich tanzend von einem geliebten Menschen zu verabschieden.

Und wie geht es Ihnen bei dem Gedanken? Ist ein gemeinsamer Tanz auf einer Trauerfeier vielleicht doch nicht so abwegig? Könnten Sie diesem Ritual etwas abgewinnen?

Diakoniebeauftragte Edda Böhm-Ingram

Beitragsbild: Pfeffer in gemeindebrief.evangelisch.de

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