Gesegnete Ostern!

[2020-04-02]

„Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ (Johannes11,21 + 32)

So sprechen Marta und ihre Schwester Maria zu Jesus. Oft war er bei ihnen zu Gast gewesen, den drei Geschwistern, Marta, Maria und Lazarus, die nach dem Tod ihrer Eltern wie eine Wohngemeinschaft zusammenleben – für damalige Zeiten eher ungewöhnlich. Jesus ist mit den dreien befreundet, sie diskutieren über Gott und das Leben, Jesus fühlt sich wohl bei ihnen. Eine spannende Geschwister-Geschichte in der Bibel, die gerade in Bezug auf Maria und Marta auch nicht konfliktfrei ist (lest nach: Lk.10,38-42).

Doch in der Freundschaft mit Jesus kommt eine andere Dynamik in diese Geschwisterrollen. Als Lazarus krank wird, sagen die Schwestern sofort Jesus Bescheid. Aber bis Jesus in Betanien ankommt, ist Lazarus schon gestorben, das Dorf und das Haus hallen von Trauerklängen wider. Wir sehr hätten sich die beiden Schwestern gewünscht, dass ihr Freund Jesus ihnen beisteht. Denn sie spüren, Jesu Gegenwart ist so tröstlich, Jesus verfügt über besondere Kräfte, er hätte doch Lazarus gesund machen können.

Wenn auch scheinbar zu spät – der Freund ist da. Und das verändert die Lage der Schwestern Maria und Marta offenbar derartig, dass das Johannesevangelium die wohl spektakulärste Wundergeschichte erzählt: Die Auferweckung des Bruders Lazarus, des Freundes Jesu.

Was auch immer damals geschehen ist:

  • Auferstehung nicht erst im Jenseits, am Ende der Zeit, sondern schon hier im heute und jetzt – diese neue Erfahrung machen Marta und Maria. Der Freund ist so da, dass der Tod nicht mehr das Einzige ist, was sie noch sehen können.
  • Das Jesuswort „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11,25) stellt auch für uns eine Herausforderung dar. Auferstehung geschieht nicht erst nach dem Tod, sondern im Leben, mein Leben im Hier und Jetzt ist von Auferstehung geprägt.

Für uns bedeutet das zweierlei: Mein Leben ist weder bestimmt von der Angst vor dem eigenen Sterben noch vor dem Tod lieber Menschen. Denn Jesus hat den Tod in die Schranken gewiesen, seine Macht gebrochen. Ich freue mich am Geschenk des Lebens, ich bin dankbar, dass mir andere Menschen geschenkt werden – und dabei ist weder die Länge meines Lebens noch anderer Menschen entscheidend, sondern das gute, gefüllte, glückende Leben, das Leben im Aufsehen auf Gott.

Manchmal dürfen wir auch ein Wunder wie Marta und Maria erleben: Ein schon für tot Gehaltener kommt wieder zu Kräften, einem schwer Kranken wird zusätzliche, kostbare Zeit geschenkt. Oder der Tod eines Bruders, eines lieben Menschen zeigt mir, worauf es ankommt im Leben. Das hat Jesus gezeigt – er ist und bleibt der Lebendige, der von Gott in die Welt gesandte Christus. Auf ihn will ich vertrauen, in und mit ihm leben.

In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein gesegnetes Fest der Auferstehung,

Eure Peter Gabriel und Peter Pröglhöf

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