Gute Gedanken der Woche (KW 18)

[28.04.2020]

Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde! Ihr Lieben!

Auch meine Energie ist grad ziemlich verbraucht, die Ungeduld wächst, die Überlegungen, wann was wieder möglich sein wird, sind zermürbend, die Regelungen von Staat und Kirche verwirrend. Manchmal ist mein Eindruck, die Kirche, gerade unsere kleine evangelische, ist unwichtig, wir kommen als letzte dran… Braucht es überhaupt Gottesdienste, kirchliche Angebote – oder reichen nicht die täglich zelebrierten Pressekonferenzen?

Deshalb heute „nur“ zwei berührende Segensgebete von Iris Haidvogel, die auch meine Stimmung gut widerspiegeln. Und die tröstliche Zusage des Wochenspruches (Joh. 10,11.27-28).

„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Herzlich grüße ich euch, wünsche euch viel Kraft, Geduld und Gottes Segen,

Euer Peter

 

Gott, du kennst mich: meine unendliche Müdigkeit,
meinen großen Optimismus, meine kleine aber feine Angst…
Gott, du siehst mich: meine schnellen Tränen, meine zerronnene Geduld,
den geplatzten Kragen und den trotzig aufgetragenen pinken Lippenstift…
Gott, du hörst mich: ich mag nicht mehr und stöhne. Ich höre Prognosen und seufze.
Ich lese etwas Heiteres und lache laut, als wäre es eine Rettungsleine auf hoher See…
Aber ganz ehrlich, Gott, meine Geduld ist fast am Ende,
mein Ideenreichtum erschöpft, 
meine Kraft verbraucht…
Ich finde alles nur noch blöd und muss doch eine gute Miene aufsetzen…
Da ist doch die Hoffnung, höre ich mich dann sagen, als stünde ich neben mir!
Und die Zukunft ist hell und weit – habe ich doch immer behauptet –
und schließlich wird alles mit der Zeit besser und anders und neu und gut…
Alles wird gut, sagt die Glaubende in mir,
die sich heute wie eine feige Realitätsverweigerin anhört…
Merkst du, Gott, heute bin ich leer und verbraucht, angewiesen und bereit …
Der perfekte Zeitpunkt, habe ich bei dir selbst gelesen, für deinen Segen!
Na, dann. Leg mal los. Hab ja schon gesagt, meine Geduld ist verbraucht.


Gott, segne die Vielfalt, die guten Ideen, die verschiedensten Menschen,
die unterschiedlichen Meinungen, die bunten Vögel und die schwarzen Schafe.
Die mit den guten Antworten und die mit den unangenehmen Fragen.
Lass uns niemals das Interesse und die Freude verlieren an dieser Welt, an unserer Kirche,
an Gemeinschaft und Miteinander – so herausfordernd das auch wird in den nächsten Monaten.
Du bist ein Du, Ansprechpartner und Trostspender, guter Hirte, Zornausbruchbändiger.
Unser Retter allein.
Auch ich bin ein Du. Wir alle ein Du.
Und dürfen durch dich ein Segen einander sein.
Amen!

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