Fürchte dich nicht

[15.09.2020]

»Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes Abraham willen.« (1. Mose 26,24)

Diese Worte spricht Gott Isaak zu, als Isaak sich gerade mit den Philistern um die Brunnen zankt, die für sein Vieh überlebenswichtig sind. Isaak steht gewissermaßen vor einer großen wirtschaftlichen Herausforderung. Kann er und seine Sippe überleben? Wie geht es weiter? Und in dieser Phase der Unsicherheit und der Angst kommt Gott zu Isaak und gibt ihm Hoffnung, indem er sagt: »Hab keine Angst, ich segne dich und deine Nachkommen, ich bin bei dir.«

In letzter Zeit fällt mir immer wieder auf, dass ich gerne Isaaks Gewissheit hätte, dass Gott an meiner und an unserer Seite steht, dass er uns segnet und bewahrt. Dieses »Gottvertrauen« wird momentan auf die Probe gestellt. Angst macht sich breit. Einerseits befähigt uns diese Furcht vor einer »zweiten Welle« dazu, dass wir die Corona-Maßnahmen ernst nehmen, andererseits lähmt sie uns und lässt unser Vertrauen in eine »bessere Zukunft« im schlimmsten Falle schwinden. Auch der Bibel ist dieser Zwiespalt des Menschen bekannt, denn ganze 73 Mal wiederholt sich Gott im Alten und Neuen Testament und spricht: »Fürchte dich nicht!« »Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende« (Matthäus 28,20). Erinnern wir uns daran, dass wir nicht alleine sind. Sprechen wir uns gegenseitig den Segen Gottes zu und durchbrechen die lähmende Angst, ohne in Fahrlässigkeit abzugleiten.

Uns als Gemeindeverantwortlichen ist es daher ein besonderes Anliegen, hoffnungs- und vertrauensvoll in die kommenden Tage und Wochen zu gehen. Wir feierten erstmals eine Konfirmation im Herbst und konnten dieses Fest trotz gesundheitlicher Vorkehrungsmaßnahmen in einer schönen Atmosphäre feiern. Auch die Ankunft des zweiten und vor allem neuen Halleiner Pfarrers, Jens-Daniel Mauer, ist erfolgt. Diese Ereignisse lassen Hoffnung verspüren, denn sie gründen sich letztlich in unserem Grundstein Jesus Christus.

Neben diesen hoffnungsvollen Schritten wollen wir in Gebeten aber auch an diejenigen denken, die gerade in eine neue Phase ihres Lebens eintauchen.

Wir denken an unsere Schülerinnen und Schüler, die im Herbst in ein neues Schuljahr gestartet sind – womöglich auch in einer neuen Schule. Wir denken an die Menschen, für die gerade die »Kurzarbeit« endet. Wir denken an die Arbeitslosen und an die Selbstständigen. Wir denken an das medizinische Personal und an die Menschen, die die Sicherheit im Lande aufrechterhalten. Wir denken an die Menschen, die vor dem Schritt stehen, in ein Seniorenhaus einziehen. Euch allen sprechen wir Gottes Verheißung zu: Ihr seid nie allein, Gott ist bei euch und segnet eure Wege, auf die ihr euch begebt. Gott wird euch nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit geben (2. Timotheus 1,7).

In diesem Sinne sehe ich mit Zuversicht und Gottvertrauen den nächsten Tagen und Wochen entgegen, denn wir wissen und haben es schon erfahren, dass Gott uns behütet und freundlich zu uns ist, gerade in schwierigen Zeiten. Seid gesegnet und bleibt behütet und beständig in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes.

Euer Vikar Thomas Müller

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