Streicheleinheiten

[09.10.2022]

Yvonne Ennsmann (Sekretariat)
Yvonne Ennsmann (Sekretariat)

Heute möchte ich Euch eine Geschichte über das Streicheln erzählen. Ich persönlich hab das immer als Kind geliebt, wenn ich meinen Kopf auf den Schoß meiner Mutter gelegt hab‘ und sie mir die Haare ganz sanft hinter das Ohr gestreichelt hat. Oft bin ich dabei eingeschlafen und ich fühlte mich rundum geborgen. Heutzutage kommt meine kleine Tochter oft zu mir und massiert mir den Rücken, was ja auch so eine Art streicheln ist, und dann wechseln wir uns ab und ich massiere ihren Rücken. Macht ihr das auch?

Tja in meiner Geschichte heute geht es um eine Kindergartengruppe. Um die Elefantengruppe, um genau zu sein. In der Gruppe waren „kleine“ und schon „große“ Kinder, also zwischen 3 und 5.

Eines Tages wollte die Kindergartentante (für unsere erwachsenen Leser*innen: die Elementarpädagogin) ein Spiel mit den Kindern machen und meinte, dass das echt lustig und entspannend sein wird. Alle waren schon sehr gespannt darauf. „Morgen bringt ihr bitte jeder ein Handtuch und eine große Flasche Bodylotion und am besten einen Bikini mit, oder zusätzliche Unterwäsche!“, sagte Tante Sonja. Aber da sie wusste, dass die meisten Kinder vergessen würden daheim etwas zu sagen, gab sie den Kindern einen Zettel für Mama und Papa mit.

Am nächsten Morgen war es dann so weit. „Was machen wir mit dem ganzen Zeug?“, fragten die Jungen und Mädchen schon ganz aufgeregt. „Tja“, sagte Sonja, „jetzt nehmen wir die ganzen Sachen und gehen in unseren kleinen Turnsaal“. Mit einem kleinen Seufzer wegen der bevorstehenden Anstrengung, die ganze Treppe hinaufzugehen mit all den Sachen, gingen die Elefantenkinder los.

Oben angekommen, brauchten sie dann eine kurze Verschnaufpause, bevor es weiterging. Sonja sagte ihnen, dass sie sich jetzt alle zu zweit einen Platz suchen sollten, wo die Plastikfolien am Boden lagen. Also suchte jeder seinen besten Freund oder beste Freundin und setzte sich jeweils auf die Folie. „So, und jetzt könnt ihr eure Badesachen anziehen und dann kommt ihr schnell wieder zurück auf eure Matte. Auch Sonja und ihr Sohn, der auch in der Elefantengruppe war, gingen sich umziehen. Schließlich zeigten Sonja und ihr Sohn vor, was die Kinder jetzt auch machen sollten. Einer legte sich auf dem Bauch auf sein Handtuch und der andere nahm eine ganz große Menge von der Bodylotion und cremte den anderen ein. Das gefiel den Kindern sehr! Und auch der Duft der verschiedenen Lotionen ging durch die Luft. Alles roch nach Blumen, Meer, Kokos, frischen Früchten und Kräutern. Danach cremten sich die Kids auch am Bauch, den Armen und den Füssen ein, wechselten sich natürlich ab und schließlich wickelten sie sich in ihre Handtücher und schliefen für ein Weilchen ein. Als Tante Sonja später nachfragte, was ihnen am besten gefallen hatte, sagten die meisten: „Das Massieren, weil da war ich plötzlich so entspannt und mit der leisen Musik bin ich schließlich eingeschlafen“. „Und weißt du, Sonja, daheim machen wir das auch immer und kuscheln ist doch das Schönste! Zumindest für mich!“

Jetzt beginnt der Herbst und es wird früher dunkel. Vielleicht wird es auch kalt. Somit könnt ihr euch als Familie auch mal mit Bodylotion gegenseitig eincremen und etwas zusammen kuscheln und miteinander die Zeit genießen.

Ich wünsche Euch ein schönes Experimentieren und eine wunderbar weiche Haut von der Bodylotion und denkt daran: Jemanden zu umarmen und mit ihm zu kuscheln oder den Kopf zu streicheln oder zu massieren, tut nicht nur euch Kindern gut, auch wir Erwachsene freuen uns darüber, dass wir uns von euch geliebt und geborgen fühlen dürfen.

Eine schöne Herbstzeit, wir sehen und hören („lesen“) uns in der Adventzeit wieder 😉

Eure Yvonne