Sonntagsgruß zum 29. und 31. Oktober 2023

[27.10.2023]

21. Sonntag nach Trinitatis, 29. Oktober 2023
und zum Reformationstag

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

„Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus
Christus.“ (1.Korinther 3,11) – so lautet das biblische Motto für das Reformationsfest.

Für Paulus ist die Grundlage einer christlichen Gemeinde nicht ein Mensch, z.B. der
Gemeindegründer oder eine besonders begabte Führungspersönlichkeit, sondern allein
die froh machende Botschaft von Jesus Christus, ja Jesus Christus selbst.
Wenn wir mit dem Reformationstag die Wahl unserer neuen Gemeindevertretung ab-
schließen, gilt das auch für die gewählten Gremien: alles Bedenken und Entscheiden soll
sich immer nach dem ausrichten, was Jesus gemäß ist, was Jesus Christus entspricht.

Martin Luthers Theologie lässt sich gut so zusammenfassen: allein durch Gnade, allein
im Glauben, allein die Heilige Schrift, allein Jesus Christus. Er selbst sagt, das Entschei-
dende im Glauben und der christlichen Gemeinschaft ist, „was Christum treibet.“
Was also kann sich auf Jesus Christus berufen, was entspricht dem, wie er gelebt und
gelehrt hat.

Mit diesem Maßstab schaut Martin Luther kritisch auf alle Traditionen und Bräuche der
Kirche seiner Zeit und initiiert Veränderung, regt an zu mehr Jesus-Gemäßheit.
Christlicher Glaube ist also nicht „modern“, hängt sein Fähnchen nach dem Wind, son-
dern fragt nach Jesus Christus, danach, was den Glauben an ihn fördert.
Jesus Christus ist für Martin Luther auch die Mitte der Heiligen Schrift. Alle biblischen
Texte erzählen uns, was Menschen mit Gott erlebt haben, wie sie Glauben verstehen,
aber manche sind näher dran an der Botschaft Jesu Christi.

Und Jesus und seine Nachfolger handeln ganz ähnlich: manche Gebote werden ver-
schärft, andere aufgehoben (wie die Speisevorschriften). Im Zentrum steht der Mensch
in seiner Gottesbeziehung, steht die Liebe, die sich in Gott gründet und dem anderen
zuwendet: „aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1.Kor. 13,13).

Das Reformationsfest ermuntert uns wieder neu zu fragen: wie können Menschen Gott
vertrauen und dadurch befreit werden? Wie kann Jesus Christus, wie das, was er gelehrt
und gelebt hat, Maßstab und Grundlage für christliches Leben heute sein?
So frage ich mich oft: „Was würde Jesus dazu sagen? Wie würde er reagieren, handeln?“
Das führt dazu, dass ich manchmal Vorschriften bewusst missachte, mich auf den Men-
schen konzentriere, dass ich bemüht bin, der Liebe keine Schranken zu setzen.

Darum geht es beim Reformationsfest: nicht um Martin Luther oder andere Reformato-
ren, sondern um Jesus Christus, um den Grund meines Glaubens.

Euer Pfarrer Peter Gabriel

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