Sonntagsgruß zum 14. Jänner 2024

[12.01.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1.Korinther 16,14) – so lautet die Jahreslosung, das biblische Leitwort für das Jahr 2024!

Was so einfach und selbstverständlich klingt, ist gar nicht so leicht… Wie schnell denke ich schlecht über jemanden, stolpere über meine Vorurteile, rutscht mir ein unfreundliches Wort heraus oder ich gebe jemand nicht das, was er oder sie gerade dringend bräuchte. Manchmal gehe ich auch mit mir selbst nicht liebevoll um, arbeite über meine Grenzen, traue mir nichts zu…

Weil ich darauf vertraue, Gott liebt mich bedingungslos, bekomme ich immer wieder neu Kraft und Mut, seine Liebe an mich selbst und andere weiterzugeben.

Der Sonntagsgruß will Euch mit hineinnehmen in eine ganz konkrete Jahreswechselreflexion aus der Krankenhausseelsorge.

Eure Pfarrer Peter und Jens-Daniel

2. Sonntag nach Epiphanias

Liebe Mitglieder und Freund*innen unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Es war am Vormittag von Heiligabend. Ich durfte gemeinsam mit einem Gesangsensemble in der Halleiner Krankenhauskapelle eine kurze Andacht feiern, die in alle Zimmer via Video übertragen wurde. Symbolisch haben wir das Jesusbaby in eine Krippe dort gelegt: In Menschengestalt kommt unser Gott uns nahe und bringt uns Segen.

Daraufhin sind wir von Station zu Station gezogen, mit dem Angebot den Segen der Krippe persönlich spürbar zu machen. Mit Unterstützung der Betriebsratsvorsitzenden und den Pflegenden öffneten wir alle Türen. Weihnachtsgesang klang in die Zimmer hinein, während ich mit einem Segnungsöl – eigens gemischt vom Apotheker meines Vertrauens, mit Myrrhe und Weihrauch – Patient*innen, Angehörigen und Pflegenden ganz persönlich Gottes Segen zusprechen durfte. Dabei zeichnete ich mit dem Öl auf einem Tupfer ein Kreuz auf Stirn oder Hand. Am Tupfer konnte jede und jeder dem Segen nachsinnen.

Ich erlebte bewegende Begegnungen. Von einer möchte ich genauer berichten: In ein Zimmer auf der Palliativstation, der Patient hatte mich zuerst nicht sehen wollen, wurde ich hineingebeten, als wir eigentlich schon am Gehen waren. Nach kurzem Gespräch bot ich die Segnung an. Der Patient konnte nicht mehr sprechen, signalisierte allerdings, ausgesprochen durch die Angehörigen, diesen empfangen zu wollen. Tränen flossen über sein von Leiden gezeichnetes Gesicht. Auf die Segnung hin hielten wir einen Moment die Stille aus. „Irgendetwas scheint Ihnen gerade noch sehr zuzusetzen?“ versuchte ich der dichten Atmosphäre Worte zu geben. Weitere Tränen antworteten. Die Kinder des Sterbenden erklärten, dass nicht alles friedlich verlaufen sei in diesen letzten Tagen. Aber: „Es ist, wie es ist!“

Dieser Satz erschütterte mich erst einmal. Ich nickte, während ich angeregt nachdenken musste. Schließlich erwiderte ich nach einer weiteren Zeit der Stille: „Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie aufrichtig annehmen können, wie es ist. Die göttliche Geisteskraft, die in Krippe und Kreuz wirksam geworden ist und für immer wirken wird, will sich darum kümmern, wie es werden wird. ER begleitet Sie und alle Ihre Beziehungen!“ Wir verabschiedeten uns, alle Beteiligten sichtlich bewegt.

Diese Begegnung hat daraufhin meine persönliche Jahreswechselreflexion geprägt. Ich finde inneren Frieden in der Annahme: „Es ist, wie es ist!“ Darüber hinaus wird unser Gott – der „Ich bin, der ich bin!“ – mit seinem Segen darin wirken. Ich bekenne vor Euch, im Blick auf das noch junge Jahr 2024, die tiefe Zuversicht: „Es wird, wie es wird.“ Denn unser Gott geht, arbeitet, lacht, leidet … und lebt mit.

Pfarrer Jens-Daniel Mauer

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