Sonntagsgruß zum 26. Mai 2024

[24.05.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ (2.Korinther 13,13) – so lautet das biblische Motto für das Trinitatis- oder Dreieinigkeits-Fest.

Gott begegnet mir in dreifacher Weise: Jesus Christus zeigt mir, dass mir Gott vergibt, er selbst verkörpert die Liebe Gottes. Und Gottes Heiliger Geist gibt mir Kraft und Trost – und stellt mich in die Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern.

Mit der Vorstellung der Dreieinigkeit Gottes befasst sich auch der angehängte Sonntagsgruß.

Gerne geben wir euch dieses Gebet mit:

„Gott, wir nennen dich Vater, Sohn und Heiliger Geist:
Es gibt noch so vieles, was wir über dich sagen könnten –
wer du bist und was du tust.
Immer wieder zeigst du dich so ganz anders.
Du überrascht uns.
Hilf uns, offen zu bleiben für dich und dein Geheimnis.
Amen!“

Euch immer wieder neue, spannende und überraschende Erfahrungen mit unserem wunderbaren Gott!

Euer Pfarrer Peter


Sonntagsgruß zum Trinitatisfest

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Die Dreieinig-, Dreifaltigkeit oder auch Trinität Gottes ist eine der schwer zu verstehenden und darzustellenden Grundlagen christlichen Glaubens. Wie Juden und Muslime glauben Christen und Christinnen nur an einen Gott, aber dieser eine Gott wirkt bzw. stellt sich uns in dreierlei Weise dar, als Gott der Vater und Schöpfer, als Gott der Sohn Jesus Christus und als Gott der Heilige Geist.

Mit dem nebenstehenden Bild bzw. der Installation von Philipp Schönborn aus der Werkstatt Liturgie & Predigt (3/2024) lässt sich für mich gut darstellen, wie ich Trinität verstehen kann.

Mir fallen zuerst die kräftigen Farben auf, das dunkle Blau als Grundfarbe erinnert mich an das Wasser am Beginn der Schöpfung und auch an den Himmel. Das Dreieck als Symbol für Gott – denn wir sollen uns ja kein wirkliches Bild von ihm machen – schwebt sozusagen über dem Wasser oder ist im Himmel lokalisiert. Wenn ich in der Natur bin, kann ich ein Stück weit die Größe und Schöpferkraft Gottes erahnen. Gott der Schöpfer ist die Grundlage, auf ihm ruhen, aus ihm gehen die anderen beiden Symbole hervor.

Zuerst die gelbe Taube als Zeichen für den Heiligen Geist – so wie der Geist Gottes in der Schöpfungsgeschichte über den Wassern schwebt oder in Form einer Taube bei der Taufe auf Jesus bzw. auf die Jünger beim Pfingstfest herabkommt. Für mich ist Gottes Geist der Vermittler, das Bindeglied, der Kommunikator zwischen Gott Vater und Jesus Christus. Er repräsentiert auch die mütterliche, zärtlich-sensible Seite Gottes, denn Geist (ruach) ist im Hebräischen weiblich. Und die Farbe Gelb steht ja auch für Licht und Wärme.

Gottes Geist ist Gott in mir: in der Stille an einem See oder auf einem Berg, umhüllt von meditativer Musik kann ich spüren, wie Gott mit seiner Kraft und Liebe da ist.

Als letztes das rote Kreuz als Zeichen für Jesus Christus. Das Rot erinnert natürlich an Blut, an Jesu Tod am Kreuz, aber es ist auch die Farbe der Liebe. Jesus hat Menschen von einem liebenden Gott erzählt und diese Liebe Gottes gelebt und verkörpert. Die Geschichten von Jesus in den Evangelien sind die Seite Gottes, die ich am leichtesten „begreifen“ kann.

Insgesamt wirkt das Bild auf mich sehr dynamisch und bewegt, es ist vielfältig und bunt. So glaube ich auch Gott: ein Gott, der mit sich selbst und mit uns Menschen in Beziehung lebt. Voller Energie und Fantasie – und immer wieder viel mehr als ich mir vorstellen kann.

Mich bereichert die Vorstellung, dass Gott mir immer wieder in verschiedener Weise begegnet und mich anrührt!

Euer Pfarrer Peter Gabriel