Gute Gedanken der Woche (KW 17)

Liebe Mitglieder unserer Halleiner Pfarrgemeinde! Ihr Lieben!

Am Ende des ersten Jahrhunderts n.Chr. leben die Christen und Christinnen in Kleinasien unter schwierigen Bedingungen. In der Zeit der Krise ist auch ihr Glaube gefährdet. Der Seher und Prophet Johannes hört und erlebt auf der griechischen Insel Patmos, was der auferweckte Jesus zu ihm sagt: „Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Off. 1,18)

Das biblische Wort für die Osterwoche hat mich sehr angesprochen und bewegt. Es hat meine Sichtweise, was Auferstehung bedeutet, noch einmal erweitert. Jesus war wirklich tot. Er hat sich nicht in letzter Sekunde vom Kreuz davon gemacht oder war nur scheintot. Sondern er ist wirklich gestorben, ist über diese scheinbar unüberbrückbare Grenze des Todes gegangen – so wie wir es alle einmal müssen. Er hat damit in Totalität unser menschliches Schicksal geteilt.

Doch der Tod ist nicht das Ende! Jesus fordert mich auf: Sieh doch genau hin, merk auf, nimm wahr: Ich bin (immer noch) lebendig. Er sagt nicht: ich lebe (wieder), sondern ich bin lebendig. Auferstehung ist also nicht eine Fortsetzung des Lebens hier auf der Erde oder ein nochmaliges Leben, auch nicht in einem anderen Körper. „Lebendigsein“ – das bedeutet: etwas ist nicht zu Ende, ist immer noch voller Kraft, ist wichtig und bedeutungsvoll. Wer lebendig ist, der wirkt weiterhin, den kann ich immer noch spüren, erfahren, der ist sehr präsent. Lebendigsein hat auch etwas mit Glück und Sinn, mit Erfüllung zu tun.

Es gibt Menschen, die wirken wie tot, obwohl sie noch leben. Sie haben keine Energie, keine Ziele oder Pläne, keine Visionen oder Träume, ihr Blick ist leer. Wer lebendig ist, der hat (innere) Kraft, der ist voller Zuversicht und Liebe – das kann auch jemand sein, der körperlich sehr eingeschränkt, fast schon „tot“ ist.

Wenn Jesus mir zusagt „Ich bin lebendig!“, dann heißt das für mich heute: was er gesagt und getan hat, war nicht vergeblich, sondern ist nach wie vor gültig. Gott ist einer, der wie ein liebender, vergebender Vater auf mich zugeht, der bei mir ist in Not, der sich aber auch wünscht, dass ich nach seinem Willen lebe, dass ich seiner Herrschaft Raum gebe auf dieser Erde. Bei Gott ist Platz für jeden Menschen, alle sind seine Kinder. Jesus, seine Worte und Taten sind für mich ganz real, prägen mein Leben, geben mir Kraft und Richtung.

Jesus hat darüber hinaus die Schlüssel von Tod und Hölle in der Hand. Mit seinem Tod und seiner Auferweckung hat der Tod seine endgültige Macht verloren, ist eingesperrt im Liebeshandeln Gottes. Und die Hölle hat Jesus verschlossen, sie ist keine Bedrohung mehr für mich. Was für eine Zusage! Da weicht die Angst, da stellt sich österliche Freude ein!

Euch allen eine gute, gesegnete Woche – wieder mit einem Segenwort von Iris Haidvogel,

Euer Peter

  • Gott, was für ein Segen wäre das, wenn wir morgen hören würden: der ganze Spuk ist plötzlich vorbei, alles nur ein schlechter Traum.
  • Was für ein Segen wäre das, wenn wir alle wieder zur Arbeit gehen können, in die Schule und den Kindergarten, einander besuchen und umarmen.
  • Was für ein Segen wäre das, wenn wir nicht das Beste aus etwas machen müssten und uns nicht mehr glücklich schätzen sollten.
  • Was für ein Segen wäre das, wenn die Bedrohung nicht nur vorbei, sondern die Kranken alle gesund, die Verstorbenen doch wieder am Leben, die in der Krise Vergessenen wieder im Sinn.
  • Doch da hör ich die eigene Stimme: das ist unmöglich, mach dir nichts vor, komm zurück auf den Boden der Tatsachen!
  • Ja.. eh… Aber könnte dein Segen heute bis auf den Boden dieser Tatsachen reichen?
  • Was für ein Segen wäre das!