Superintendent Dantine: Christ, der Retter ist da!

[2013-12-19]

 So wird am Heiligen Abend in vielen Kirchen und Häusern gesungen. Christus ist da, mitten in unserer Welt.
Fast genauso oft hört man aber auch eine Klage: Christ, der Retter ist da, die laute Welt nimmt ihn nur nicht wahr. Es scheint manchmal, als ließe sich die Welt nicht vom Himmel berühren.
Das Jesuskind in Bethlehem ist ja noch süß, ein holder Knabe im lockigen Haar. Aber der erwachsene Jesus? Wer kann diesen „Spinner“ noch ernst nehmen, diesen Jesus von Nazareth? Mit seiner Botschaft von Frieden und Liebe? Liebe deinen nächsten, er ist wie du, ja mehr noch: Liebt eure Feinde! Vergeltet Böses nicht mit Bösem! Wie sollen wir uns dann noch wehren? Wer sichert dann noch unseren Wohlstand? Wo kämen wir hin, wenn wir diesen Spinner ernst nehmen würden?
Ja, wo kämen wir hin, wenn wir die von Jesus verkündete Liebe Gottes ernst nehmen? Vielleicht doch in eine Welt, in der nicht der Stärkere die Macht hat? Vielleicht in eine Welt, in der Streit nicht mit Gewalt gelöst wird? Vielleicht in eine Welt, in der nicht Millionen Kinder verhungern, weil wir Reichen unseren Wohlstand um jeden Preis vermehren wollen?
Wo kämen wir denn hin? Zu einer ganz neuen Welt kämen wir hin, wenn wir Jesu Botschaft ernst nehmen. Seine Botschaft von Gottes Liebe: die Liebe, die da so sichtbar geworden ist, im dreckigen Stall in diesem Kuhdorf namens Bethlehem. Dort, ganz unten, wurde die Größe von Gottes Liebe sichtbar. Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund. Der Knabe weiß, welche Botschaft er verkünden wird: Gottes neue Welt wird anbrechen, Frieden und Gerechtigkeit werden sich küssen. Für die Welt schläget die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt.
Superintendent Mag. Olivier Dantine

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