Schöpfungsverantwortung – was uns bisher in unserer Gemeinde wichtig war

[21.04.2022]

2022 wurde von unserem Bischof zum Jahr der Schöpfungsverantwortung ausgerufen. Das mag für einige so klingen, als wäre das in der Evangelischen Kirche etwas ganz Neues. Dabei war die Evangelische Kirche schon immer in der Bewahrung der Schöpfung aktiv. So wurden auch schon in den vergangenen Jahren in unserer Pfarrgemeinde etliche Aktivitäten dazu gesetzt. Wir hatten bereits 2016 bei der Klausur unserer Gemeindevertretung einen Vortrag von Biologin Ursula Brandweiner über „Ideen zur umweltfreundlichen Gestaltung unserer Gemeinde“ und daraus resultierend wurden die Reinigungsmittel so nach und nach auf ökologische Produkte umgestellt und die Beleuchtung sukzessive durch LED-Lampen ausgetauscht. Es gab auch einige Veränderungen in der Gartengestaltung wie u.a. Kompostbehälter für die Gartenabfälle und Regen- wassertonnen.

Bei unserem Diözesanfest 2017 machten wir die Bewirtung zu einem „Green-Event“ und verwendeten Teller und Kaffeebecher aus leicht verrottbarem Material. Alle Getränke wurden umweltfreundlich aus Pfandflaschen ausgeschenkt.

Für ein zweites Ereignis „Kirche öffnet sich“ wurden spezielle Kaffeehäferl besorgt.

Besonders erwähnen möchte ich aber auch, dass wir durch die Erneuerung unseres Kirchenheizung und der damit verbundenen Umstellung von Strom auf Fernwärme im Jahr 2018 eine Reduktion der gesamten Energiekosten von fast 12%! hatten.

Gerne gebe ich auch meine eigenen Erfahrungen an meine Mitmenschen weiter, und so gab es auch bereits einmal einen Vortragsabend zum Thema: „Unser tägliches Brot aufbacke uns heute – und vergib uns unseren Geiz“ und ein paar Tage später dazu auch einen Brotbacknachmittag.

Sie wissen (nicht) was sie tun?

Aber wie ist das 2022 mit unserer Umwelt? Die Politik wacht auf und beginnt Maßnahmen für den Klimaschutz zu überlegen. Aber Klimaschutz ist nicht alles. Wir sollen achtsam mit unserer Natur umgehen. Wenn ich heute beim Spaziergang an der Salzach oder beim Wandern durch den Wald und auf den Berg meine Umwelt betrachte, möchte ich mich eigentlich an der Schönheit unserer Landschaft, an den Blumen usw. erfreuen. Leider wird immer wieder mein Blick von Gegenständen getrübt, die absolut nichts in unserer Umwelt verloren haben, wie diverse leere Getränkeverpackungen aus Plastik oder Aluminium oder auch anderes Verpackungsmaterial von sehr kurzlebigen Konsumgütern, die meist unterwegs konsumiert werden. Das, was dann übrigbleibt, wird einfach an Ort und Stelle weggeworfen. „Vater, vergib Ihnen, sie wissen nicht, was sie tun“, fällt mir da spontan an. Denn wenn sie wüssten, welche Folgen dieses achtlose Wegwerfen, das man übrigens Littering nennt, für unsere Natur und Umwelt und nicht zuletzt auf uns Menschen hat, würden sie anders handeln. Nach langen Umwegen gelangt dieses Verpackungsmaterial über unsere Bäche und Flüsse ins Meer und richtet im Laufe der Jahre dort großen Schaden an.

Giftige Zgarettenstummel

Leider sind bei diesem Littering auch sehr viele Zigarettenstummel dabei, die nicht nur unsere Natur verschandeln, sondern es geht auch eine besondere Umweltgefahr davon aus. Ich war selbst sehr erstaunt zu erfahren, welche Schadstoffe da im Filter aufgefangenen werden. Neben Nikotin und Teer sind da auch noch Arsen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Schwermetalle drin, welche alle in den Boden und in diverse Gewässer gelangen können. Habt ihr gewusst, dass die in einem Liter Wasser enthaltenen Giftstoffe eines einzigen Zigarettenstummels innerhalb von vier Tagen die Hälfte aller darin schwimmenden Fische töten können?

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Gerne würde ich dazu in unserer Pfarrgemeinde weitere Aktionen setzen. Als moderne Menschen meinen wir, ohne unser Wohlstandverhalten nicht mehr leben zu können. Wir sollten alle einmal beginnen darüber nachzudenken, ob unsere ach so lieben Gewohnheiten gut oder schlecht für unsere Umwelt sind und was wir möglicherweise verändern können. Der von Gott erteilte Schöpfungsauftrag war, uns die Erde untertan zu machen, aber nicht zu zerstören!

Christine Frauscher

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