Sonntagsgruß zum 10. Dezember 2023

[07.12.2023]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21,28) – herzlich grüßen wir euch mit diesem Bibelspruch zum 2. Advent.
In Jesus Christus wird uns die Erlösung, die Befreiung, die Rettung geschenkt – vom Kreisen um uns selbst, aus unseren Sorgen und Ängsten, vor der manchmal empfundenen Sinnlosigkeit und Gottesferne. Was für eine Zusage!

Die Adventszeit macht uns Mut: nimm das wahr, erfreu dich an diesem großartigen Geschenk! Sieh, hör, sei offen für Gott und sein Kommen in Jesus Christus!

Zu erwartungsvollen verbleibenden zwei Adventwochen will auch der nachstehende Sonntagsgruß beitragen.

Lasst uns einstimmen in den Ruf von Maria Luise Thurmair – unserem Kyrieruf in der Adventszeit (EG 178.6):

„Tau aus Himmelshöhn, Heil um das wir flehn, Herr, erbarme dich.
Licht, das die Nacht erhellt, Trost der verlornen Welt, Christus, erbarme dich.
Komm vom Himmelsthron, Jesus, Menschensohn, Herr, erbarme dich.“

Von Herzen wünschen wir euch ein gesegnetes Zugehen auf das Weihnachtsfest!

Eure Pfarrer Peter und Jens-Daniel

2. Advent – „Wunderwartezeit“

Mitten im Advent befinden wir uns in der Wunderbaren, Geheimnisvollen Zeit. Insbesondere für jene unter uns, welche die vorweihnachtlichen Wochen mit Kindern gestalten, erleben den darin innewohnenden Zauber: Voll Spannung zählen wir die Tage bis zum Christfest. Doch nicht selten ist da auch Anspannung mit dabei – vor allem bei uns Erwachsenen. Als „staade Zeit“ erleben wohl eher wenige von uns die dichten Wochen am Jahresende…

In der allerersten Adventszeit war das nicht viel anders. Die Ankunft des Gottgesandten wurde dabei jedoch nicht erinnert, so wie wir das weitgehend tun, sondern sehnsüchtig erwartet. Über 7 Jahrhunderte erstreckte sich diese Wartezeit – die Propheten Jesaja, Jeremia, Micha, Sacharja waren längst nicht mehr am Leben. Die Hoffnung aber, die ihre Worte hinterließen, die war vor 2000 Jahren besonders präsent. Unter der Fremdherrschaft der Römer war das Sehnen der Gottesfürchtigen nach dem verheißenen Gottesmann auf einen Höhepunkt angewachsen.

Dann diese Geheimnisvollen Ankündigungen und Wundererfüllten Ereignisse, die Jesu erste Nachfolger*innen berichten: von der Geburt des Johannes, von den Geschehnissen rund um Nazareth und Bethlehem, Maria und Josefs Vorbereitung, dem überzeugten Aufbrechen der babylonischen Sterndeuter, von der Engelserscheinung der Hirten – Außergewöhnliches wird uns bezeugt.

Da wird unser Gott als derjenige bekannt, der seine eigens gesetzten Naturgesetze mal eben gezielt außer Kraft setzt! Mit den Worten des Evangelisten Lukas, aus dem Munde des Engel Gabriel: „Für Gott ist nichts unmöglich.“ (Lk 1,37)

Ihr Lieben, ich bin ganz ehrlich, meine Vernunft kommt da hin und wieder an ihre Grenzen. Gleichzeitig spüre ich diese Sehnsucht nach „Weihnachtswundern“ in mir, die sich Gott sei Dank immer wieder meldet: dass nämlich Gottes Kraft auch in meinem Leben immer wieder neu menschlich wird. Ob das nicht die „Adventssehnsucht“ ist? Jedenfalls ermutigen mich die Zeugnisse der allerersten Adventszeit auch in meinem konkreten Alltag, in meinen Begrenzungen und Herausforderungen kleine Weihnachtswunder zu erwarten. Dabei brauch ich unser Miteinander, unser gegenseitiges Ermutigen und auch das Teilen von Entdecktem.

Ob ihr, mit mir gemeinsam, die kommenden beiden Adventswochen als „Wunderwartezeit“ erbeten würdet? Wäre mir eine Ehre!

Pfarrer Jens-Daniel Mauer

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