Sonntagsgruß zum 7. Jänner 2024

[05.01.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

„Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.“ (1.Johannes 2,8b) – diese Botschaft fasst das Geschehen der Weihnacht zusammen. Mit der Menschwerdung Gottes im Jesuskind ist seine Güte und Barmherzigkeit unter uns aufgeleuchtet. Sein Licht macht unsere persönliche Dunkelheit hell, wirft kraftvoll Licht in die Finsternisse dieser Welt. Der Epiphaniastag am 6. Jänner will uns diese Art des Erscheinens Jesu deutlich machen. Der Sonntagsgruß lädt dazu ein, Jesu Licht-Glanz mal voll nachzufolgen.

Einen Wunsch von Johann Christoph Hampe möchten wir euch am Beginn des Jahres 2024 mitgeben:
„Der Stern über der Krippe erlosch,
die Heilige Nacht versank, das Jahr geht fort.
Herr, lass es dein Jahr fortan sein, durch das ich gehe,
geleitet an deiner Hand, jemand, der dein Licht gesehen hat.“

Wir wünschen euch, dass euch Gottes Licht geleitet, stärkt und tröstet auf euren Wegen!

Eure Pfarrer Peter und Jens-Daniel

Epiphaniasfest

Ich schreibe diese Zeilen am 4.1.2024.

Vorhin bin ich zum wiederholten Male Sternsingern begegnet. Sie erinnern an den biblischen Bericht, wie die weisen Sterndeuter dem außergewöhnlichen Licht folgten und von Gottes ‚Guter Nachricht‘ erleuchtet wurden.

In der Früh habe ich die Tageslosung der Herrenhuter Brüdergemeine gelesen:
„Die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.“ Jesaja 60,3

Ob Jesaja den Völkerzug so vor Augen hatte, wie wir es uns mit Caspar, Melchior und Balthasar vorstellen? Oder die vielen Pilger, die (von Kriegszeiten abgesehen) heutzutage aus der gesamten Welt nach Israel reisen, um die Wirkungsstätten Jesu Christi zu sehen und seinen Glanz nach-zu-erleben? Oder müsste die Erfüllung dieser Prophezeiung noch viel größer sein: das Licht Jesu Christi für jede und jeden erkennbar?
Welche Art von Licht, welcher Glanz könnte gemeint sein?

Einen Hinweis, wie ich diese Prophetie interpretieren möchte, lesen wir am Anfang des Kapitels. Dort heißt es: „Mache dich auf, werde Licht.“ (Jes. 60,1a)

  • Auf Jesus übertragen kann ich tatsächlich einen außergewöhnlichen Licht-Glanz feststellen. Wie er dunkel-erhellende Lebensleitlinien verkörpert hat, beispielsweise die der Feldrede: „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.“ (Luk. 6,27-28)
  • Jetzt will ich das aber mal auf uns (Licht-)Nachfolger übertragen. Sollten/wollten/würden wir diesen Lebensleitlinien folgen, dann würden die Völker vielleicht das Wesen, den Charakter, die Weisheit, Gnade und Klarheit Jesu im Lebensstil von uns entdecken: Jesu Licht und Glanz, der über DIR und MIR aufgeht.

Ist das nur ein unmöglicher Traum? Insbesondere im Blick auf die aktuell wütenden Kriegsherde auf der Welt?
Vielleicht.
Aber ICH will ihm folgen! Weil ich fast immer, im Prozess des Nachfolgens, von Gottes ‚Guter Nachricht‘ erleuchtet werde. Machst DU mit

Pfarrer Jens-Daniel Mauer