Sonntagsgruß zum 23. Juni 2024

[21.06.2024]

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde!

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2) – dieser Satz soll uns durch die neue Woche begleiten. Weil Gott mich kennt und sieht – auch mit meinen Ängsten, Sorgen und Belastungen – bekomme ich Kraft, für andere da zu sein, ihnen beizustehen, wenn sie schwer zu tragen haben, das Leben sie herausfordert! Für mich sind das Gebet, die Worte der Heiligen Schrift, die Gemeinschaft der Gläubigen und der Gottesdienst Orte, wo ich diese Kraft geschenkt bekomme!

Der nachstehende Sonntagsgruß bedenkt das Thema des Gottesdienstes „Wo die Liebe wohnt“!

„Ich staune immer wieder, wie groß Gottes Liebe ist. Wie gut, dass ich leben darf mit Gottes Begleitung. Ich vertraue, ich bin sein geliebtes Kind – reich beschenkt. Ich spüre: Gott lässt mich nicht im Stich, er ist bei mir! Das gibt mir Kraft zum Leben und lässt mich Gott loben.“

Möget auch ihr diese Erfahrung von Gottes Nähe und Liebe machen dürfen. Viel Kraft und Segen!

Euer Pfarrer Peter


Sonntagsgruß zum 4. Sonntag nach Trinitatis

Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde unserer Halleiner Pfarrgemeinde!

Wo die Liebe wohnt und Güte, wo die Liebe wohnt, da ist unser Gott.“ – so lautet die deutsche Übersetzung des Taizé-Gesanges „Ubi caritas“ (EG 645) von Jacques Berthier. Ganz ähnlich heißt es im 1. Johannesbrief (4,16b): „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“

Liebe und Gott gehören also ganz eng zusammen. Der Gott, auf den Menschen jüdischen, christlichen (und wohl auch muslimischen) Glaubens vertrauen, ist ein liebender Gott. Viele Geschichten im ersten und zweiten Testament erzählen, wie Gott sich liebevoll um Menschen kümmert, sich ihnen zuwendet, sich um sie sorgt, wohl auch enttäuscht ist, wenn sie seine Liebe nicht erwidern – und doch immer wieder mit seiner Liebe um sie wirbt.

Am bekanntesten ist das Gleichnis vom barmherzigen Vater (Lukas 15,11-32) und im Verständnis der Christ*innen das Reden, Handeln und Leben des Jesus von Nazareth, der einen liebenden Gott verkörpert. Jesu Liebe geht sogar so weit, dass er Leiden und Sterben auf sich nimmt und mit seinem Tod in liebender Hingabe für uns Menschen eine Brücke schlägt zu Gott und damit alle Lieb- und Gottlosigkeit aufhebt.

Der Johannesbrief setzt bei diesem Gott der Liebe ein. Liebe ist dabei auch das Gegenteil von Furcht oder Druck. Wenn Gott Liebe ist, dann brauche ich keine Angst zu haben – auch vor Gott nicht, dann bedeutet Glauben nicht, bestimmte Forderungen zu erfüllen, sondern einfach nur mich dieser Liebe Gottes zu öffnen, sie in mir wirken zu lassen – und dann selbst liebevoll zu leben.

Liebevoll leben – das heißt: jeden anderen Menschen zu respektieren und zu achten, ihm die von Gott verliehene Gleichwürdigkeit zugestehen. Dieser andere muss nicht mein bester Freund sein oder werden, aber ich versuche, jeden Menschen mit Gottes liebenden Augen zu sehen und dementsprechend mit ihm umzugehen.

Wenn ich so liebevoll lebe, bleibe ich auf der Spur Gottes, mit ihm verbunden. Und ich darf Gott und seine Liebe in mir spüren, die mich immer wieder entfacht und mir Mut macht, ein Leben in Liebe zu führen.

Das Lied Ubi Caritas setzt im menschlichen Leben ein: Da wo Menschen gütig und liebevoll miteinander umgehen, wo die Liebe mit am Tisch sitzt und Teil der Hausgemeinschaft ist – da ist auch Gott spürbar, da zeigt sich Gott. Das könnte bedeuten, auch in einem nicht-christlichen Haushalt, in einer säkularen Gesellschaft, wo Respekt und Nächstenliebe einen hohen Stellenwert haben, ist Gott da, mitten unter den Menschen – auch wenn sie selbst das gar nicht so benennen würden.

Erfüllt von der Liebe Gottes will ich mich immer wieder neu um ein liebevolles Reden und Handeln bemühen und zugleich mutig dort das Dasein Gottes zur Sprache bringen, wo Menschen respektvoll und in Liebe miteinander umgehen.

Euer Pfarrer Peter Gabriel